VivaValdivia

Un poquito de Chile zum miterleben... Alpakas inklusive ^^

Warum heißt die Osterinsel eigentlich Osterinsel?

Das Pech mit dem Wetter setzte sich leider fort, ein ganz verregneter Sonntag eben. Wir beschlossen trotzdem uns ganz fromm früh auf den Weg zur Kirche zu machen. Die erste Sonntagsmesse des neuen Jahres 2020 (!) stand an. Ich kann den Jahrzehntwechsel immernoch nicht so ganz begreifen. Das besondere an einer Messe in „Hanga Roa“ ist, dass sie eine Mischung aus katholischer und einheimischer Kultur ist. So kamen wir in die Kirche und wurden mit einer ähnlichen Musik, wie gestern beim traditionellen Tanz begrüßt. Die Kirchengänger trugen die bunten Hawaiihemden, Blumen im Haar und brachten ihre Instrumente mit (ja wirklich!). Darunter war euch eine Art Tierschädel, auf dem mit einem Stein der Takt geklopft wurde. Der Priester trug das typische weiße Gewand, jedoch mit einem Symbol des „Ranko“ Gottes darauf und eine Blumenkette um den Hals. Den Kopf bedeckte ein riesiger Feder-bischofshut (die haben bestimmt nen speziellen Namen). Dieser las Gebete, sprach Segen in „Rapa Nui“ und auf Latein. Das „Vater unser“ mit dem Bekreuzigen wurde gehalten und am Ende wurde ganz katholisch der Laib Jesu mit Brot und Wein geteilt.Es war eine außergewöhnliche Erfahrung, aber mir gefiel die Mischung der Religionen, weil man in den Gesängen der Menschen wirklich ihren innigsten Glauben hören konnte. Außerdem war es durch die Musik nicht so „trocken“ wie ein normaler Kirchenbesuch. Schade, dass ich auch wenig über die Katholischen Rituale weiß, ansonsten hätte ich die Unterschiede noch besser vergleichen können. Bitte entschuldigt also, wenn einige Namen von den kirchlichen Ritualen oder die Fachbezeichnungen für die Trachten nicht stimmen.

Dann Namen wir uns ein Auto und besuchten die berühmteste Plattform der „Moai“. 15 von Ihnen stehen in einer Reihe und blicken in Richtung Inselmitte. „Tongariki“ ist der „beste“ Fotospot der Insel und lockt Scharen von Touristen zum Sonnenaufgang an. Bei uns war es aber 11 Uhr morgens und es schiffte, wie in Strömen. Doch dann: ein Wolkenloch (nur für uns) und wir konnten die Steinstatuen wenigstens trocken genießen.

Tongariki- der Fotospot mit 15
Tongariki- der Fotospot mit 15 "Moai"
..schaut da nicht einer in die falsche Richtung?
..schaut da nicht einer in die falsche Richtung?

Eine Empanada (mit geiler Pestofüllung aber aus Pizzateig wie komisch) später, besuchten wir noch die einzigen Moai, die Richtung Meer schauen und stiegen auf einen Mini- Vulkan. Zum Abend klarte es etwas auf und wir beschlossen ein Picknick am Sonnenuntergangsspot einzulegen. Hier steht der einige Moai, welcher die weißen Korallenaugen besitzt. (Ihr merkt schon, auf der Insel dreht sich alles um die besten Fotos der Steinmenschen bei jeder erdenklichen Tageszeit.) Salvadore, ein sehr extrovertierter Italiener, den ich im Hostel kennenlernte spielte dazu noch Evergreens auf der Gitarre.

Regen in Strömen bei den Moai der Inselmitte
Regen in Strömen bei den Moai der Inselmitte
Sonnenuntergangspicknick mit Live- Musik
Sonnenuntergangspicknick mit Live- Musik

Am Montag machte ich eine ganz typische Bustour- Inselrundfahrt mit. Wir besuchten ein antikes Dorf der RapaNui, den Vulkan, wo 95% der Moai erschaffen wurden, nochmals Tongariki und zum Abschluss einen polinesischen Traumstrand. Ich hätte mich auch wieder Salvadore mit dem Auto anschließen können, aber die Tour hat sich definitiv gelohnt, weil ich viele interessante Fakten über die Antike Kultur gelernt habe. Warum heißt die Osterinsel eigentlich Osterinsel?! Eigentlich ganz logisch, sie wurde von den ersten Seefahrern Europas am Ostersonntag entdeckt. Die Moai schauen eigentlich immer Richtung Inselmitte, um ihr „Kama“ mit dem Dorf zu teilen.

..hier wurden die Moai hergestellt
..hier wurden die Moai "hergestellt"
...die liegen aber auch überall rum
...die liegen aber auch überall rum
Tongariki reloaded
Tongariki reloaded
Hibiskusse die typischen Blumen hier (sie werden auch immer im Haar getragen)
Hibiskusse die typischen Blumen hier (sie werden auch immer im Haar getragen)
Anakena- ein polynesischer Traumstrand
Anakena- ein polynesischer Traumstrand

Den letzten Tag schloss ich mich einem Londoner und einer Australierin beim wandern an (ja, endlich mal wieder Englisch reden). Die nahmen den Klippenweg entlang der Westküste bis zum höchsten Punkt der Insel. Zwischendurch stiegen wir in eine Höhle ab und hatten einen wahnsinnigen Ausblick auf das Meer. Das ist natürlich ein perfekter Platz, um mal wieder Fotoshooting für Social Media zu machen.

kleine Höhle mit Meerblick ...
kleine Höhle mit Meerblick ...
...hier kann man gute Social Media Fotos machen
...hier kann man gute Social Media Fotos machen

Danach begaben wir uns auf die Suche nach Petrogyphen (in den Stein gemeißelte göttliche Abbildungen). Durch genaue GPS-Daten und Vergleichsbilder fanden wir diese dann auch.

Petroglyphen- erkennt ihr die
Petroglyphen- erkennt ihr die "Gottesmaske"?

Anschließend war es eine gemächlich bergaufführende, aber sehr schweißtreibende Wanderung bis zum „Terevaka“, dem höchsten Punkt der Insel. Von hier hat man eine 360 Grad Sicht um die Insel. Sie ist tatsächlich so klein, dass man jeden Punkt ausmachen kann. Bei der Wanderung holte ich mir einen deftigen Sonnenbrand an den Beinen, denn diese cremte ich aus Dummheit nicht ein. Selber schuld, aber so behalte ich die Osterinsel wenigstens noch ein paar Tage länger in Erinnerung.

Georgias Wanderschuhe wurden notdürftig repariert
Georgias Wanderschuhe wurden notdürftig repariert
...so viel Grün auf dem Weg nach oben
...so viel Grün auf dem Weg nach oben
der höchste Punkt der Osterinsel
der höchste Punkt der Osterinsel
Aussicht vom Gipfel
Aussicht vom Gipfel

Fazit: Lohnt sich ein Besuch der Osterinsel?! Ich würde sagen ja, es ist ein Einblick in eine indigene Kultur und eine solchen Platz findet man nirgens sonst auf der Welt. Die Moai haben schon ihren Charme und die antike Musik ist auch gut. Leider kann ich nichts zu der Unterwasservielfalt der Insel sagen, weil mir das Tauchen aufgrund des Wetters verwährt blieb. Man muss auch bedenken, dass die Insel sehr klein ist und es außer der Kultur sonst nicht viel zu sehen gibt. 6 Tage sind völlig ausreichend, um alles zu sehen. „Hanga Roa“ ist sehr touristisch und auch nicht billig. Zudem kann man nur mit einem Flugzeug von Santiago oder Taiwan einreisen, was es schwierig macht hinzukommen. Meine Meinung: als Zwischenstopp bei einer Reise nach Südamerika oder Ostasien lohnt sich der Besuch total, aber als alleiniges Reiseziel kann ich es eher nicht empfehlen.

Frieda (8.Januar)

#osterinsel#regen#wandern#tourismus

Kommentare

mario
So, meine liebe Frieda. Du hast das ganz toll gemacht mit deinem Block hier. Ich habe alles gelesen und fand es super interessant. Jetzt freue ich mich auch schon darauf das wir uns alle Wiedersehen. Viel Spaß noch.

Dinge, die du vor Ort erleben kannst: