VivaValdivia

Un poquito de Chile zum miterleben... Alpakas inklusive ^^

Pucón – schon wieder ?! :Trail- Run, Wandern und Canyoning

Es ist soweit, der langersehnte Lauf am Fuße des aktiven Vulkanes Villarica steht an. Ich hatte für diesen ein Freiticket bei einem Wettkampf in Valdivia gewonnen. Das Datum passte mir gut, denn es ist meine letzte Woche in Chile und so kann ich allen nochmals auf Wiedersehen sagen. Die Distanzen 6, 12,21 oder 50 km standen zur Auswahl. Ganz mutig schrieb ich mich in die 12km ein, denn ein Trailrun beinhaltet schwierige Wege, teilweise mit klettern und viele Höhenmeter, die man währenddessen zurücklegen muss. 3 Monate Zeit um sich vorzubereiten und ratet mal, wer sich auf den Reisen keine Zeit genommen hat, um zu trainieren? Ich war zwar aktiv, vor allem zu Fuß, aber rennen ist dann doch nochmal was anderes.

Nach langen Hin- und Herüberlegen, ob ich die Distanz tauschen sollte und auf 6km herunter reduziere, packte mich dann doch der Ehrgeiz und ich blieb bei meiner Entscheidung. Ich schrieb mich bei der offiziellen Anmeldung ein. Der Startbeutel enthielt neben, der Nummer, noch ein wunderschönes T-Shirt vom Lauf.

wunderschönes Laufshirt mit der Chilenischen Flagge
wunderschönes Laufshirt mit der Chilenischen Flagge

Nach der Einschreibung folgte die technische Einweisung. Ich sollte ein Rettungsdecke, Trillerpfeife mitnehmen und eine Notfallhandynummer einspeichern. Empfohlen werden auch eine Art Stulpen, sodass keine Steine in die Laufschuhe kommen und Stöcke zum besseren Laufen. Wo bin ich hier nur gelandet, ich habe ja nichtmal einen Rucksack zum Laufen. Aber den organisierte ich mir den schon irgendwie und dazu noch ein Basecap gegen die Sonne. Den Tag davor durfte ich mit einer Laufgruppe aus Valdivia in einem Haus am Fuße des Villarica´s verbringen. Wir hatten sogar einen Pool. Das war eine der besten Sachen, die mir passieren konnten. Nach den letzten Reisetagen hatte ich Schlaf nachzuholen und so ein ganz fauler Tag, ist vor dem Lauf sowieso am besten. Natürlich gab es am Abend davor, die ganz traditionelle Nudelparty, die vor harten Sportwettkämpfen so üblich ist.

Nudelparty am Abend davor
Nudelparty am Abend davor

Am Tag des Laufes war ich sehr aufgeregt. Ich hatte Riesenrespekt vor der Strecke, denn wir mussten während der Strecke von 12 km 500m an Höhe überwinden, bei 25 Grad und prallen Sonnenschein. Aber, ich würde mich eher als Wettkampftyp bezeichnen und so kommt man in einen sehr fokussierten Zustand hinein, der den Körper an seine Grenzen bringt, ohne das „der Schmerz“ überhand nimmt. Dadurch, dass das Training gefehlt hat, ließ ich es auch langsam angehen.

...aaaauuuf geeeeeht´s
...aaaauuuf geeeeeht´s
..bald fällt der Startschuss
..bald fällt der Startschuss

Der erste Teil der Strecke war ein Abstieg über Geröllwege in den Wald hinein. Dabei musste man an den Ufern einer Wasserrinne hin und herspringen, was sehr viel Spaß gemacht hat. Dennoch hat das sehr viel Konzentration gekostet. Ein falscher Schritt und die Trillerpfeife wird notwendig. Nach der Hälfte der Strecke folgte der Anstieg. 6 km bergauf, mal steiler mal flacher. Das war im Laufen nicht möglich und so verfielen alle in ein schnelles Wandern. (und das hatte ich die letzten Monate zur Genüge trainiert) Irgendwann machen jedoch die Muskeln in den Beinen zu und man schleppt Bleiklumpen mit sich rum. Meinen Respekt an alle, die die weitere Distanz gewählt haben. Nach 1:35h kam ich überglücklich im Ziel an. Es ist der Wahnsinn, dass Bewegung einen so glücklich machen kann. Später erfahre ich, dass ich in meiner Kategorie 4. geworden bin und von allen Frauen 12.. Das hätte ich nie erwartet.

Den nächsten Tag brennen meine Beine.. und diesmal nicht von der Sonne. Ich hab einen üblen Muskelkater. Aber das Hält mich nicht auf, denn heute soll meine letzte Wanderung in Chile sein. Dafür suchte ich mir nochmal einen richtigen Brocken aus: Ich erklamm den San Sebastian im Nationalpark „Huerquehue“. 1200 Höhenmeter in 10km rauf und danach natürlich wieder runter. Ich will schon aufgeben, aber dann treffe ich auf einen Argentinier, der die gleichen Probleme mit müden Muskeln hat und so schleppen wir uns gegenseitig mit vielen Pausen auf den Gipfel. Der Weg war sehr anspruchsvoll, das letzte Stück muss man sich an Wurzeln festhalten, um nicht wegzurutschen und einen sehr steilen Teil klettern. Zum Abschluss geht es noch entlang von Steinbrocken. Oben angekommen, bin ich überglücklich, die Aussicht ist der Wahnsinn! Ich habe eine 360° Umsicht auf 7 verschiedene Vulkane und 6 verschiedene Lagunen. Und dazu noch die wunderbaren Aukarien. Hier ist alles, ich die letzten Monate so sehr geliebt habe vereint. Ich glaube, dass diese Wanderung deshalb der perfekte Abschluss für meine Zeit hier war. Anstrengend, aber zauberhaft.

Lagunen, Berge und Aukarien <3
Lagunen, Berge und Aukarien <3
Endlich auf dem Gipfel angekommen (im Hintergrund der Villarica und der Llaima)
Endlich auf dem Gipfel angekommen (im Hintergrund der Villarica und der Llaima)

Den letzten Tag in Pucon machte ich noch eine Aktivität von meiner „Bucket- Liste“: Canyoning. (Bucket- Liste umfasst alle Dinge, die man tun will, bevor man den Löffel abgibt.) Für alle, die es nicht kennen. Man bekommt einen Neoprenanzug mit Schwimmweste, Socken, Schuhe und einen Helm. Man bekommt eine Sicherheitseinführung und dann geht es in kleinen Gruppen in einen reißenden flachen Fluss. Man watet am Rand entlang und versucht irgendwie Halt auf den glipschigen Steinen zu finden.. Dann kommt man an einen kleinen Wasserfall. Alle stellen sich in einer Reihe hintereinander an. Dann springt jeder auf Zeichen des Guides (oder man wird geschubst „bei 3“) in das Becken unterhalb des Wasserfalls. Außerdem gibt es Schwimmpassagen und Streckenteile, die wie eine Art natürliche Rutsche funktionieren. Der höchste Sprung war für mich 6 m, bei dem 12m Wasserfall entschied ich mich doch für eine Art Seilbahn ins Wasser. Canyoning macht sehr viel Spaß und gibt auch nen ordentlichen Adrenalin-Kick, es ist aber auch ganz schön anstrengend. Das fließende Wasser ist trotz des Neoprens saukalt und meine Nase wurde auch ein Paar mal gut durchgespült. Die Guides treiben die Leute ganz schön schnell durch den Fluss und so bleibt auch oft gar kleine Zeit zu überlegen, ob man überhaupt springen will oder nicht. Hat sich in jedem Fall gelohnt.

Bereit zum Canyoning
Bereit zum Canyoning

Für mich geht es jetzt zurück nach Valdivia, um meine Wintersachen abzuholen, die Alpaka zu knuddeln und Allen wichtigen Leuten Lebewohl zu sagen.

Frieda (24.01)

#trailrun#wandern#aukarien#canyoning#natur#aktiv

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