La Serena - Coquimbo 1. Monat
Mittlerweile bin ich schon über einen Monat hier in Chile. Arbeite bereits seit einem Monat und bin voll und ganz hier im Leben angekommen. Weiß ganz genau welchen Bus ich wohin...


Veröffentlicht: 27.07.2026
Aus einer geplanten Woche wurden dann 2 Wochen in Iquique! Einerseits weil es mir im Norden von Chile wirklich gut gefallen hat aber auch weil in La Serena starke Unwetter waren in dieser Zeit und ich somit gar nicht früher zurück konnte. Iquique liegt ganz weit im Norden von Chile und es gibt nur mehr eine größere Stadt bevor man dann schon in Peru ist. Die Stadt liegt an der Pazifikküste und ist umgeben von reinster Wüste. Die Stadt wird auch als "die Stadt, wo das ganze Jahr Sommer ist" bezeichnet. Jaa das kann ich wirklich bestätigen, eigentlich sind wir hier in Chile ja gerade im tiefsten Winter z.B. im Süden hat es seit letzter Woche 3Meter Schnee aber in Iquique war es möglich im Bikini am Strand zu sein. Der eigentliche Grund warum wir uns aber genau diese Zeit ausgesucht haben im Norden zu verbringen war das größte religiöse Fest von Chile in einer Stadt in der Nähe von Iquique. Die ersten Tage habe ich bei einer Freundin von meiner Familie hier in Chile verbracht und schaute mir selbst ein wenig die Stadt an und vor allem die Strände an. Wie ich es von Chile nicht anders kenne wurde ich auch von ihr super freundlich und offen empfangen. Sie nahm mich am ersten Abend gleich zu einem rotarischen Treffen mit und konnte auch so ihre Freunde ein bisschen kennenlernen. Ganz unerwartet wollten sie dann auch noch, dass ich mich ganz offiziell beim Meeting vorstelle (auf spanisch natürlich 🫣) aber das hab ich ganz gut gemeistert. Wenn ich vor so vielen Menschen reden muss fühl ich mich mit meinem Spanisch definitiv noch nicht so sicher 😅. Am nächsten Tag ging es für mich dann das erste Mal so wirklich in die Stadt. Iquique ist keine große Stadt, da es aus Platz gründen gar nicht möglich ist. Sie liegt in so einem Art kleinem Tal, nach hinten ist sie von einer riesigen Sanddüne, dem Cerro Dragòn und links und rechts vom Meer eingeschlossen. Dem Strand entlang bin ich dann in die Altstadt spaziert. Die Strände sind wirklich super schön und auch wirklich immer viel los aber die Stadt selbst muss man sagen ist wirklich nicht schön. Es gibt eine Straße in der Altstadt, die belebt und schön ist mit "alten" Häusern und einem ganz netten Platz am Ende aber das wars dann auch schon wieder. Also blieb ich die nächsten Male dann lieber gleich am Strand. Am 16. Juli ist der Namenstag der hl. Jungfrau Carmen und sie ist die Patronin von Chile. In La Tirana, einer Wüstenstadt ca. 2 Stunden ins Landesinnere, steht die Kirche zur hl. Carmen und dort findet dann auch das Fest statt. Das Fest selbst hat starken Einfluss von Peru und Bolivien wurde mir erzählt, da die Grenzen dieser Länder sehr nahe sind und durch frühere Traditionen der Einfluss noch sehr stark ist. Wenn in Chile von einem Fest gesprochen wird dann ist das immer mit viel Essen, Tanzen und vielen Menschen verbunden. Ganz typisch bei diesem Fest ist es, dass man Gegenstände oder auch Babies!! von der Statue hl. Carmen segnen lässt und sich über 3 Stunden in einer Schlange ansteht, bei über 30Grad bitte, um die Statue zu berühren. Naja Gott sei Dank haben sich Lili und Jorge angestellt und ich konnte mir in der Zwischenzeit das Geschehen und die Marktständchen ansehen. Nach dem Gottesdienst fängt dann das eigentliche Spektakel an die typischen Tänze. Wir haben uns davon ein paar verschiedene angeschaut. Die Kostüme und Kleider waren schon wirklich beeindruckend! Zum Mittagessen ging es dann für uns weiter in eine andere Stadt, nach Pica. Pica ist bekannt als Oase in der Wüste weil es ist der einzig grüne Fleck weit und breit. Wir sind Stunden durch eine "Marslandschaft" der Wüste gefahren und plötzlich sieht man einen grünen Fleck in der Ferne. Für fühlte sich das wirklich wie auf einem anderen Planeten teilweise an. Nach wirklich leckerem Essen haben wir noch einen Freund von Lili besucht, welcher eine Mango-Plantage in Pica hat. Mangos sind in dieser Region ganz typisch und speziell, denn sie sind etwas kleiner, saftiger und süßer als normale Mangos. Ich hab die leckersten Mangos meines Lebens gegessen und nach 5 hab ich aufgehört zu zählen wie viele es wirklich waren. Wir haben dann auch noch ganz viele mit nach Hause bekommen - wir essen heute immer noch davon 😅 Wir saßen bis spät abends mit ihm und seiner Familie auf seiner Farm zusammen bevor wir uns auf den Heimweg machten. Weiters ist Iquique dafür bekannt, dass es ein steuerfreies Einkaufszentrum hat, wie DutyFree am Flughafen, auch das haben Jorge und Lili mir noch zeigen wollen und wir haben dann dort einen Nachmittag verbracht. In Iquique hat sich eine große Bevölkerung von Chinesen angesiedelt und hat somit auch einige gute Chinarestaurantes. Diese wurden mir natürlich auch gezeigt. Mit der Freundin von Liliana bin ich dann auch noch mal einen Tag in die tiefe Wüste gefahren um mir den Giganten von Tapacà anzusehen und ein ganz kleines Wüstendörfchen. Am Weg dorthin haben dann noch einen Opi mitgenommen, der zu Fuß ins Dorf spaziert ist. Er war 88 und hat sein ganzes Leben mehr oder weniger in der Wüste verbracht. Für mich schon unvorstellbar, tagtäglich nichts außer Hitze. Ich weiß nicht ob er jemals in seinem Leben Regen gesehen oder gespürt hat. Wir haben uns im Dorf dann noch die Kirche angesehen. Am Rückweg durfte ich dann sogar noch mit dem Auto fahren, weit und breit nichts außer eine Straße und unzählige LKW's am Weg nach Bolivien. Die restlichen Tage habe ich dann noch am Strand beim Beobachten der Surfer oder einfach nur langen Spaziergängen verbracht. Ich war wirklich froh, die Zeit des Regens in La Serena im "Sommer" verbracht zu haben und genoss meine Auszeit in Iquique sehr 🫶🏼
