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Wer nicht ab und zu vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke. 

Peru - Roadtrip von Lima über Arequipa und Cusco zum Titicaca-See

Wir landen mitten in der Nacht (Flugverspätung) in Lima. Zum Glück haben wir einen Transfer vorbestellt (musste wohl etwas warten) und sitzen direkt im Wagen zum Hostel. Auf dem Weg bekommen wir noch eine nächtliche Stadtführung von unserem Fahrer. Um 2 Uhr liegen wir im Bett und freuen uns auf 3 1/2 Stunden Schlaf.

Überpünktlich (6 Uhr statt 6:30 Uhr) trifft der Peru-Hop Bus an unserem Hostel ein und wir müssen ohne das geplante Frühstück in unser Transportgerät hopsen. Wir fahren nicht zur Christus-Statue hoch, weil dort kurz vorher ein anderer Bus die Klippen runtergefallen ist und somit die Anfahrt für Busse verboten ist. Unser Guide erzählt uns etwas über die peruanische Kultur und den ewigen Disput mit Chile. Auf dem Weg nach Paracas machen wir an verschiedenen Orten Halt. Sehr interessant ist dabei die beeindruckende Hacienda San Jose, die geschichtlich vor allem mit dem Sklavenhandel in Verbindung gebracht werden kann. In einem kurzen Rundgang können wir selber die unzähligen unterirdischen Gänge erforschen. Ohne Taschenlampen kaum vorstellbar, aber früher hatten die halt Kerzen dabei. Mit dem Bus geht es weiter und wir müssen einen Fluss durchqueren, weil die dazugehörige Brücke seit einem starken Beben 2007 nicht repariert wurde. In Paracas gibt es für uns erstmal Ceviche (Nationalgericht) zu essen und wir probieren auch die berühmte Inca Kola (Gummibärchensaft). Nach einiger Zeit am Hotelpool schleichen wir uns nochmal raus und testen den Pisco Sour (Nationalcocktail).

Am folgenden Morgen gibt es leider wieder kein Ausschlafen, da wir eine Tour zu den Ballestas Islands mitmachen. Die Inseln vor der Küste sind auch als "Poor Man's Galapagos" bekannt, da hier zwar ein sehr hoher Artenreichtum vorherrscht, aber ein Vergleich zu den Galapagos doch recht weit hergeholt ist. Auf den Steinformationen im Meer tummeln sich unzählige Vögel, Pinguine und Seelöwen (inklusive Babys). Hier und da sehen wir Ruinen aus der Zeit des Guano-Abbaus, aber heute gibt es neben ein paar Wissenschaftlern und lokalen Fischern nur Touristen bei den Inseln. Unser nächster Halt ist die Wüstenoase Huacachina. Nach dem Mittagessen schwingen wir uns in einen Wüstenbuggy und der Fahrer heizt relativ waghalsig mit uns durch die Dünen. Anschließend haben wir etwas Zeit für Sandboarding. Nach anfänglichem Zögern (wir sind halt keine Wintersportler) geht es immer besser und Stephan saust am Ende mit ein paar anderen auch die große Düne herunter. Hinfallen tut übrigens auch auf Sand höllisch weh (Sturzvideos haben wir natürlich auch)! Danach genießen wir den Sonnenuntergang in der Wüste und machen uns auf den Rückweg nach Lima. Gewohnheitsgemäß checken wir wieder mitten in der Nacht in unserem Hostel in Lima ein, da unser Bus einen Platten hatte.

Am nächsten Morgen schlendern wir entspannt durch die Innenstadt und schließen uns spontan einer der vielen "Free Walking"-Tours an. Kostenlos sind die natürlich alle nicht und man bekommt während der Tour ausreichend Info, welche Tip-Höhe erwartet wird. Nach Abschluss des Rundgangs hüpfen wir direkt in ein Uber zum Flughafen und werden nach Arequipa befördert. Von unserem Host im Hostel gibt es noch einen Koka-Tee und wir fallen müde ins Bett.

In Arequipa machen wir ebenfalls eine Free-Walking-Tour und treffen dabei alte Bekannte aus Lima wieder. Irgendwie hat halt jeder ungefähr dieselbe Route. Neben den üblichen Plätzen und Gebäuden hat Arequipa ein paar interessante Kirchen mit vermischter Religionssymbolik zu bieten. Ansonsten sieht es für uns halt doch aus wie jede andere Kolonialstadt in Südamerika auch. Da bald das entscheidende Quali-Spiel für Peru für die WM in Russland stattfindet, kaufen wir kurzerhand Trikots im Store und lassen natürlich noch die 14 bedrucken (Pizarro, oho...). Für unsere Tour zum Colca-Canyon holen wir einen Mietwagen bei Europcar ab und bekommen mal wieder ein Upgrade von Futzelkarre zu SUV. :) Etwas stockend machen wir uns auf den Weg Richtung Canyon. Außerhalb des Stadtverkehrs fahren wir durch wunderschöne Flora und Fauna bis nach Yanque, wo wir bereits ein Hotel gebucht haben. Leider kann sich keiner mehr an unsere Buchung erinnern (war zugegeben auch ewig her) und wir bekommen nach etwas hin und her ein Doppelzimmer zugewiesen, statt unserer Dorm-Buchung. Stört uns jetzt nicht so. Im Restaurant gibt es noch ein saftiges Alpaka-Steak und dann geht es in die Heia.

Am kommenden Morgen brechen wir sehr früh auf, um rechtzeitig am Mirador Cruz del Condor zu sein. Wir parken unser SUV zwischen den unzähligen Tour-Transportern und chillen an einem der tiefsten Canyons der Welt. Der Aussichtspunkt macht allerdings heute seinem Namen keine Ehre; keine Kondore weit und breit. Wir fahren weiter nach Cabanaconde und parken unseren Wagen am Zentralplatz. Mit Händen und Füßen lassen wir uns den Startpunkt für einen Abstieg in das Colca-Tal erklären. Anschließend laufen wir quer durch Maisfelder und sind uns sicher, dass wir uns verirrt haben. Plötzlich taucht vor uns ein Ständchen auf und unsere Tickets werden kontrolliert. Doch nicht ganz so falsch. Die Zeitangaben für einen Abstieg werden je nach Befragten zwischen 1 und 3 Stunden angegeben. Wir benötigen ca. 100 Minuten für den steinigen Abstieg bis zur Tal-Oase Sangalle. Unten trinken wir beide eine Cola und machen uns wieder an den beschwerlichen Aufstieg (ein Trip zum Canyon-Fluss endet im Kompost). Wir haben definitiv zu wenig Wasser dabei, die Sonne knallt von oben und wir kommen aufgrund etlicher Regenerationspausen kaum voran. Kurz vorm Verdursten erreichen wir den Schluchtrand (1200 Höhenmeter und 3 Stunden später) und decken uns am erstbesten Laden mit Wasser und Eis ein. Auf dem Rückweg nach Arequipa dehnt Stephan die Geschwindigkeitslimits etwas, damit wir rechtzeitig zum Spiel zurück sind. Einmal hält uns die Polizei an, aber weil wir kein Spanisch können, dürfen wir weiterfahren. Die Suche nach einem Nachtplatz für den Wagen entpuppt sich als sehr kompliziert und schließlich stürmen wir etwas nach Anpfiff mit einem Burger im Mund in ein Lokal am Hauptplatz. Das Spiel Peru gegen Neuseeland lebt von seiner Spannung, aber nach dem 2:0 ist klar, Peru fährt nach 36 Jahren Abstinenz wieder zu einer Fußball-Weltmeisterschaft. Fans stürmen den schlecht gesicherten Hauptplatz (Warum überhaupt abgesperrt?) und die Feierei beginnt.

Am folgenden Tag fliegen wir nach Cusco. Wir wollen uns vor dem Machu Picchu Trek noch etwas auf die Höhe klimatisieren. Wir testen die peruanische Post (schwach), kaufen uns Baby-Alpaka-Pullover und lümmeln uns durch die Altstadt. Unsere supernette Gastgeberin (AirBnB) bietet auch Free-Walking-Touren an und somit erfahren wir etwas mehr über die Stadt Cusco zur Zeit der Inkas.

Nach dem Inkatrail (eigener Blogeintrag) und kurzen zwei Tagen Erholung in Cusco geht es für uns erneut mit Peru-Hop Richtung Puno an den Titicaca-See. Wir entschließen uns trotz mäßigem Hotel für zwei Nächte in Puno. Am ersten Tag buchen wir eine Tour zu den schwimmenden Inseln der Uros und nach Taquile. Die Uros leben auf winzigen Schilfinseln auf dem See und sind heutzutage relativ abhängig vom Tourismus. Zurück in Puno gehen wir zum Dinner in das Deutsch-Französisch-Peruanische Restaurant La Table del Inca und sind begeistert. Absolute Empfehlung, sollte es mal jemanden nach Puno verschlagen. Von Puno aus geht es weiter mit dem Bus nach Copacabana und damit zum Grenzübertritt nach Bolivien.

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