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Koh Samui abseits der Strände

Veröffentlicht: 22.06.2026

Attraktion
Wat Phra Yai (Big Buddha)
Koh Samui, Thailand
Attraktion
Wat Plai Laem
Koh Samui, Thailand
Attraktion
Guan Yu Shrine
Koh Samui, Thailand
Attraktion
Secret Buddha Garden
Koh Samui, Thailand
Attraktion
Khao Pom
Koh Samui, Thailand
Attraktion
Na Muang-Fall
Koh Samui, Thailand
Sehenswert
Koh Faan
Koh Samui, Thailand
Sehenswert
Chaweng Beach
Koh Samui, Thailand

Koh Samui ist das Gegenteil eines Geheimtipps, aber nach meinem Aufenthalt in Isaan zog es mich wieder auf diese Insel, die viel mehr zu bieten hat als das Strandleben an der Chaweng oder der Lamai Beach, die zur Hochsaison manches Mal total überlaufen sind. Ich flog am 14. Januar 2026 von Bangkok auf die Insel und landete auf dem Flughafen, den viele für den schönsten überhaupt oder mindestens den schönsten in Thailand halten.

Vieles, was üblicherweise in mehr oder weniger riesigen Flughafengebäuden abläuft, findet hier im Freien in einer üppig bepflanzten Anlage samt Teich statt. Vom Flugzeug abgeholt oder dorthin gefahren werden Passagiere in seitlich offenen Elektro-Bussen. (Das kann auch unangenehm werden, wenn gerade ein tropischer Platzregen über die Insel niedergeht.)

Natürlich war Koh Samui nicht immer die gefragte Feriendestination von heute mit sage und schreibe drei Millionen Besuchern pro Jahr: Noch in den 1960er-Jahren lag die Insel weit draussen und nur schwer erreichbar im Golf von Thailand; ihre damals etwa 10.000 Einwohner lebten vom Anbau von Kokosnüssen und der Fischerei. Unter ihnen befanden sich viele chinesischstämmige Menschen, deren Familien sich ab Anfang des 19. Jahrhunderts auf Samui niedergelassen hatten. Um 1970, 1980 begannen Rucksacktouristen, die Insel zu erobern, und mit der Eröffnung des Flughafens 1989 brachen alle Dämme.

Dem Tourismus ausgeliefert

Heute leben offiziell 70.000 Menschen fest auf der Insel. Die Mittelmeerinsel Elba, mit 224 Quadratkilometern ziemlich genau gleich gross wie Samui, zählt weniger als die Hälfte. Vor allem aber schwillt die Zahl der Menschen auf Samui in der Hochsaison auf 150.000 bis 200.000 an.

Koh Samui ist für seine Strände berühmt. Doch die in den vergangenen vier Jahrzehnten offenbar hastig und planlos errichtete touristische Infrastruktur besitzt, wie in so manchem anderen Ferienort, auch ihre hässlichen Seiten, ihre architektonischen Monster und ihre ärmlichen, heruntergekommenen Hintergassen; sie produziert Müllberge, Wasserknappheit, Verkehrslärm und Staus.

Die Betonmauern gewisser Resorts an der Chaweng Beach sind so nahe ans Ufer gebaut, dass bei Flut gar kein Strand übrigbleibt, weil der letzte Streifen Sand unter Wasser liegt. Tagsüber tritt manchenorts eine Schäbigkeit zutage, die nachts vom grellen Licht der Neonbeleuchtungen und -reklamen übertüncht wird.

Kulturelles Fundament

Koh Samui hat sich dem Tourismus ausgeliefert. Und dennoch gibt es jenseits der Strände und ausserhalb der wild wuchernden Wohn-, Geschäfts- und Hotelquartiere noch religiöse Stätten und Naturräume, in denen das kulturelle Fundament und die einstigen Lebensräume der lokalen Bevölkerung erhalten geblieben sind.

Auf der kleinen, vorgelagerten Insel Koh Faan, die über einen Damm mit Samui verbunden ist, treffen Touristen und Gläubige direkt aufeinander: Hier befindet sich der Wat Phra Yai, besser bekannt als Big Buddha -Tempel, eines von Samuis Wahrzeichen. Die vor gut fünfzig Jahren errichtete, goldfarbene Buddha-Statue auf einer Plattform hoch über dem Meer misst zwölf Meter. Die Anlage fungiert gleichzeitig als Fotomotiv für Reisende und als aktives Gemeindezentrum.

Neben Touristen, die Selfies mit dem Buddha schiessen, zünden Einheimische Räucherstäbchen an, opfern Lotusblüten und Blattgold und verharren kniend oder auf den Füssen sitzend in Verehrung vor der Statue. Die Treppe, die zur Plattform und dem Big Buddha führt, wird von zwei furchteinflössenden Schlangen flankiert, die in der buddhistischen Mythologie allerdings nicht als Bedrohung, sondern als Beschützerinnen gelten. Die ganze Anlage wird von den Statuen grimmig dreinblickender Krieger bewacht.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Tempelanlage Wat Plai Laem. Diese Anlage ist ein hervorragendes Beispiel für die Verflechtung von thailändischer und chinesischer Tradition in der lokalen Kultur. Im Zentrum eines künstlich angelegten Sees steht eine weithin sichtbare Statue von Guanyin, der Göttin des Mitgefühls und Schutzpatronin der Frauen. Die 18 Arme der Göttin sind in einem großartigen Fächer angeordnet.

Die zweite herausragende Statue ist die des Lachenden Buddhas, etwa 30 Meter hoch, weiss und wuchtig. Drittens steht im künstlichen See das Zeremonienhaus im traditionellen thailändischen Stil. Es ist mit goldenen Elementen verziert und hat ein safrangelbes Dach. In seinem Inneren befinden sich ein sitzender Buddha und bunte Wandmalereien mit Szenen aus seinem Leben. Die goldene Buddha-Statue wird von Fotografien des ehemaligen Königs Bhumipol Adulyadej (Rama IX., regierte von 1946 bis 2016) und seinem Sohn König Maha Vajiralongkorn (Rama X.) flankiert – ein Beleg dafür, wie eng in Thailand Monarchie und Religion verknüpft sind.

Die Architektur der umliegenden Gebetshäuser mit ihren mehrstufigen Dächern und den reichen Schnitzereien ist ebenfalls bemerkenswert.

Definitiv chinesisch wird es rund fünf Kilometer südlich der Lamai Beach. Hier steht eine ebenso farbenfrohe wie dominante, 16 Meter hohe Bronzestatue von Guan Yu. Der Feldherr lebte während der Zeit der Drei Reiche, d.h.im 3. Jahrhundert n.Chr. im antiken China und ist eine hochverehrte Figur aus der chinesischen Kultur. Guan Yu verkörpert die fünf Tugenden Ehrlichkeit, Loyalität, Standhaftigkeit, Gerechtigkeit und Mut und wirdf sowohl im Taoismus als auch im Konfuzianismus als Gott des Krieges und als Schutzpatron für Geschäfte und Reichtum verehrt. Wegen dieser Symbolik wählen viele Paare den Schrein für ihre Hochzeitszeremonie.

Den Schrein gründeten chinesische Einwanderer vor mehr als 150 Jahren, um ihre Kultur zu bewahren. Die heutige monumentale Statue wurde allerdings erst vor etwa zehn Jahren errichtet. Hinter ihr führt eine Treppe in die prunkvollen, in Rot und Gold dekorierten und mit Wandgemälden von Drachen verzierten Innenräume des Schreins, wo sich chinesische Reisegruppen verzückt für Selfies und Gruppenaufnahmen versammeln.

Ein geheimer Buddha-Garten

Die Route führt jetzt von den Küstenebenen in das bergige, mit dichtem Wald bewachsene Inselinnere. Die Strasse steigt steil und kurvenreich an. Auf einer Höhe von rund 400 Metern über dem Meeresspiegel besuchen wir den Secret Buddha Garden. Vom Parkplatz führen steile Treppen hinunter in die Parkanlage. Sie ist kein Tempel im engeren Sinn, sondern das Alterswerk eines örtlichen Kautschukpflanzers namens Nim Thongsuk.

Er begann 1976 im Alter von 77 Jahren damit, Statuen auf dem privaten Familiengrundstück zu errichten. Die aus Stein gemeisselten Figuren zeigen Gottheiten der buddhistischen Mythologie, Musiker, Tiere und Fabelwesen. Ein kleiner Bach fliesst durch den steilen Garten; Moos und Flechten haben sich im Lauf auf den Kunstwerken abgelagert, so dass diese sich fast natürlich in das Landschaftsbild einfügen – ein geradezu mythisches Erlebnis ist die Folge.

Statue auf dem Gipfel

Am höchsten Punkt der Insel schliesslich, auf dem Gipfel des Khao Pom auf rund 640 Metern über dem Meeresspiegel, steht, aufrecht auf einer grossen Plattform, eine weitere majestätische Buddha-Statue, die golden in der Sonne glitzert. Den weissen, fünfstöckigen Tempel daneben, Wat Teepangkorn, kann man besteigen; von oben geniesst man eine grossartige Rundumsicht nicht nur über Samui selber, sondern auf umliegende Inseln; bei klarem Wetter zeichnet sich am Horizont sogar die Küstenlinie des Festlandes ab.

Um auf den Khao Pom zu gelangen, empfiehlt sich ein Auto mit Vierradantrieb – in unserem Fall ein Toyota Hilux von Samui Grand Safari Tour mit gepolsterten Sitzbänken auf der Ladefläche. (Mutige können auch auf Sitze hochklettern, die auf das Dach der Fahrerkabine montiert sind, und dort die holperige Fahrt ungepolstert und durchgeschüttelt absolvieren.) Von den üblichen Miet-Scootern oder einem normalen PW wird dringend abgeraten. Die Fahrt über die steilen, engen und kurvenreichen SBergstrassen ist zu riskant.

Nach dem Abstieg aus den Höhen von Samui besucht man am besten einen der Wasserfälle, zum Beispiel den Na Muang-Fall, der besonders leicht zugänglich ist. Negtürlich darf man keinen Iguazu und keine Viktoriafälle erwarten. Das Wasser stürzt hier über eine Felswand aus violett schimmerndem Granit rund 18 Meter tief in ein natürliches Becken. Hingegen kann man sich, falls man eine Badehose dabei hat, im Becken unterhalb des Wasserfalls im angenehm kühlen Wasser vom Staub und Schweiss befreien, bevor man sich wieder in den Trubel der touristischen Gegenden stürzt.

Auf einen Blick

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