Letzte Tage Koh Tau und Überfahrt Koh Phangan
Am 7. Juni machten wir uns früh am Morgen auf den Weg zu einem kleinen Strandabschnitt nahe des Piers. Dort liegt mit dem Mae Haad Shipwreck ein Schiffswrack nur wenige M


Veröffentlicht: 11.06.2026












Heute startete unser Tag deutlich früher als geplant: Bereits kurz nach fünf Uhr wurden wir von den lautstarken Rufen des Nachbarhahns aus dem Schlaf gerissen – und er krähte noch immer ausdauernd, als wir um 6:30 Uhr das Haus verließen. Unsere heutige Route sollte uns über 15 Kilometer vorbei an einem ausgemusterten Kriegsschiff sowie diversen Tempeln führen. Da wir die Berge diesmal weitgehend umrundeten, hatten wir deutlich weniger Anstiege zu bewältigen als noch auf Koh Tao.
Ganz in der Nähe unserer Unterkunft, dem V-View Beach, fließt ein Fluss durch die Mangroven. Wir hatten Glück und konnten einen riesigen Waran beobachten, der seelenruhig durch das Wasser schwamm – inklusive Entengrün auf dem Kopf. Schade nur, dass der Fluss stark vermüllt ist und auch die Fußgängerbrücke, die einst durch das Gebiet führte, seit Jahren dem Verfall preisgegeben ist. Hier liegen die touristischen Prioritäten wohl leider woanders.
Unser erster Stopp führte uns zum Wat Rat Charoen Tempel an dem die Mönche bereits fleißig gekehrt haben. Das scheint hier sowieso die Lieblingsbeschäftigung der Einheimischen zu sein, denn es fegt den ganzen Tag irgendwo jemand in seinem Hof die Blätter zusammen.
Nach ein paar stimmungsvollen Fotos im weichen Morgenlicht ging es weiter zur König-Rama-IX-Gedenkstatue und dem eindrucksvollen Phangan Royal Navy Ship. Das Schiff kann man ausgiebig besichtigen und es führt sogar eine Joggingstrecke mit entsprechenden Boden drum herum. Das hat eine Gruppe Europäer genutzt und dort einige Laufrunden absolviert. Joggen mit Aussicht sozusagen.
Über eine Brücke nahe der Küste ging es dann weiter zum Wat Umphawan Koh Phangan Tempel der mit seinen schönen Statuen beeindruckte.
Das nächste Highlight war der Wat Maduea Wan: Hier führt eine imposante, von Schlangenstatuen gesäumte Treppe auf eine Anhöhe hinauf. Der Aufstieg zum dortigen Schrein hat sich absolut gelohnt.
Als letzten Punkt hatten wir uns spontan den Phaeng Noi Wasserfall im Than Sadet-Ko Pha-Ngan Sok Nationalpark vorgenommen. Nach dem langen Fußmarsch an der Straße wollte ich unbedingt noch etwas Natur erleben. An der Kasse (100 Baht p.P.) wurden wir zwar vorgewarnt, dass der Wasserfall aktuell kaum Wasser führt, aber wir wollten ohnehin vor allem die Umgebung genießen.
Der schmale Pfad gestaltete sich allerdings schnell sehr steil und wurzelig und nach gut zehn Kilometern mit wenig Schlaf ließen uns dann doch etwas an unserem Vorhaben zweifeln. Ich wollte dann aber doch lieber weiter, da wir den Eintritt bereits bezahlt hatten und wir endlich etwas verwilderte Natur um uns hatten. Simon ist also zum nahegelegenen Café abgestiegen und hat eine bitter nötige Pause eingelegt und ich habe mich weiter voran gekämpft.
Der Weg war zum Teil unbefestigt und nicht immer ganz eindeutig. Es waren einige Kletterpassagen dabei über Wurzeln oder über abfallenden Fels; einige Male habe ich das (nicht immer) vorhandene Seil für den Aufstieg benutzt. Es war schon recht abenteuerlich, aber wunderschön. Man kommt sich dabei ein bisschen wie ein Äffchen vor – von Baumstamm zu Baumstamm hangeln, um sich am steilen Pfad festzuhalten.
Ich bin an insgesamt fünf Wasserfällen vorbei gekommen (die Aussage, dass diese wenig Wasser führen war sogar noch übertrieben, da bis auf ein kleines Rinnsal hin und wieder gar kein Wasser floss) und dazwischen befand sich nur Urwald.
Ich bin sogar einem Reh begegnet, das ein erschrockenes Grunzen von sich gab und ein paar Affen sind in den Bäumen geturnt. Es gab viele verschiedene Schmetterlinge und Libellen zu sehen. Die meiste Zeit war ich allein unterwegs bis auf zwei weitere Besucher, die aber an unterschiedlichen Stellen abgebrochen haben. Ich war dann doch etwas verunsichert ob ich die Strecke schaffe, aber da die Wegführung nicht immer ganz eindeutig war, habe ich aus Versehen sogar noch die große Runde mit Aussichtspunkt gedreht.
Oben angekommen gab es zwar ein Hinweisschild, das Klettern auf die Felsen verbietet – die Infotafel mit den Inselnamen befindet sich allerdings schon auf der vorletzten Felsengruppe vor dem Abgrund, und um die Inseln wirklich zu sehen, muss man ganz nach oben klettern.
Alles in allem kamen zu unserer geplanten Route noch einmal fünf Kilometer durch den Regenwald hinzu, die aber jede Anstrengung wert waren.
Die restliche Strecke zur Unterkunft hat sich dann etwas gezogen, weil wir beide ziemlich ko waren, aber glücklich.
