Die Küche Vietnams
In Hoi An und Da Nang konnten wir allerlei neue Gerichte probieren – aber auch Variationen von Speisen, die wir bereits kannten. Das Bánh


Veröffentlicht: 24.07.2026
















Es brechen die letzten Tage unserer ersten Vietnamreise an – ein guter Moment, um noch einen letzten Ausflug einzuschieben.
In der letzten Woche sind wir zu den Marble Mountains nahe Da Nang gefahren. Sie bestehen aus fünf Marmorfelsen, die jeweils nach einem der fünf (chinesischen) Elemente benannt sind. Touristisch erschlossen ist vor allem der Wasserberg, der eine sehr populäre Tempelanlage mit verschiedenen Höhlen umschließt. Man arbeitet sich über Stufen vorbei an Pagoden, Gärten und Höhlen mit kleinen Schreinen hinauf auf den Gipfel. Alternativ kann man für 15.000 VND auch den Aufzug nehmen, der generelle Eintritt kostet 20.000 VND.
Im oberen Bereich wird es ziemlich weitläufig – so weitläufig, dass ich Simon eine zeitlang aus den Augen verloren habe. In einer Höhle gab es einen schmalen Durchgang nach oben, der nur mit einiger Kletterei zu bezwingen war. Simon wartete lieber unten, als sich durch das enge Loch zu quetschen. Oben angekommen erwartete mich eine wunderschöne Aussicht über die Berge und das Meer – allerdings musste man gut aufpassen um nicht abzurutschen, denn nicht alle Aussichtspunkte waren gesichert. Auf dem Rückweg bin ich eine Treppe hinuntergestiegen anstatt durch das Loch zurück zu klettern und an einer ganz anderen Stelle als dem Höhleneingang herausgekommen. Also habe ich erst verschiedene andere Höhlen abgelaufen, auf der Suche nach der richtigen – bis Simon mich schließlich gefunden hat. Es war wirklich sehr weitläufig dort oben (und meine Orientierung ist zugegeben nicht die beste).
Am Fuß des Wasserberges befindet sich die Động Âm Phủ, die Unterwelthöhle, für zusätzliche 20.000 VND Eintritt. Sie ist eine spirituelle Stätte, welche die buddhistische Unterwelt darstellt und die Lehre von Karma vermittelt. Der Weg beginnt an der Yin-Yang-Brücke, die den Übergang zwischen Leben und Unterwelt symbolisiert, und führt dann in die Höhle hinein. Von dort zweigen Pfade zur „Hölle” – gesäumt von angemalten Figuren, die in den Fels gehauen wurden – und zum „Himmel” ab. Für Letzteren sind noch einmal etliche Stufen zu überwinden, aber oben angekommen hat man einen tollen Blick über die Stadt und das Meer.
Rund um den Wasserberg gibt es viele Steinmetzbetriebe mit sehr kunstvoll gearbeiteten Skulpturen – einige Stücke sind auch im Garten des Wasserberges aufgestellt sowie entlang der Promenade in Da Nang.
In diesen letzten Tagen haben wir uns nicht mehr allzu viel vorgenommen lassen eher den vietnamesischen Alltag auf sich wirken – denn es gibt einiges, das einem erst nach einer Weile wirklich auffällt.
Die Vietnamesen schützen sich konsequent vor der Sonne und meiden die Mittagshitze. Viele Geschäfte schließen zwischen 12 und 14 Uhr, und auf den Rollern sind die Einheimischen in Kapuzenpullover gehüllt – Frauen tragen oft sogar eine langärmelige Jacke mit Kapuze, die bis zu den Knöcheln reicht. Auch der klassische Hut aus Palmblättern und Bambus ist noch immer weit verbreitet und wird sowohl auf dem Motorroller als auch auf dem Feld als Sonnenschutz getragen. An fast jedem Souvenirstand kann man ein Exemplar in verschiedenen Größen erwerben.
Eine Weile haben wir uns gewundert, warum so viele Styroporboxen am Straßenrand stehen – bis einmal die Müllabfuhr an uns vorbeifuhr. Die Boxen, die man sonst von Fischkuttern kennt, werden in Hoi An zum Müllsammeln verwendet. Grundsätzlich ist die Müllentsorgung in Vietnam noch etwas rudimentär: In großen Städten wird der Müll abgeholt, allerdings ohne große Trennung; auf dem Land wird er verbrannt, und es gibt Arbeiter, die Plastikmüll an Recyclingbetriebe verkaufen.
In Vietnam wird leider noch immer viel geraucht – auch in Restaurants und Geschäften, was auf Dauer etwas anstrengend ist. Das erklärt vielleicht auch, warum so viele Einheimische einen chronischen Husten haben. In dem Zusammenhang fällt dann auch das Ausspucken oder Entleeren der Nase am Straßenrand auf – daran gewöhnt man sich nicht so leicht.
Auffällig war außerdem, dass es in Vietnam außerhalb der Restaurantmenüs kaum englische Übersetzungen gibt. Selbst an Infotafeln bei Sehenswürdigkeiten steht meist nur Vietnamesisch. Aus Thailand bin ich eine deutlich breitere Verbreitung englischer Beschriftungen gewohnt, was das Reisen dort spürbar einfacher macht. In Vietnam bleibt die Google-Übersetzungs-App also nicht nur beim Essen der beste Reisebegleiter.
Wir hatten eine schöne Zeit hier – mit netten Bekanntschaften und dem angenehmen Gefühl, zwischendurch auch ein bisschen Routine gehabt zu haben. Es war schön zu wissen, wo und wann ein Geschäft geöffnet hat oder etwas los ist, und nicht immer nur einem Novum hinterherzujagen und zu versuchen, in kürzester Zeit alles zu sehen und zu erleben. Wir werden wesentlich entspannter auf die Philippinen reisen als wir damals von Singapur hier angekommen sind.
Besonders gefreut hat uns Ben kennenzulernen und gemeinsam mit ihm durch die Stadt zu streifen und neue Dinge auszuprobieren. Ich hoffe, er kommt uns bald besuchen – dann machen wir gemeinsam Palawan unsicher.
Wir werden gerne wieder nach Vietnam kommen, denn es gibt noch sehr viel zu sehen und zu entdecken. Und die Einheimischen – trotz aller kultureller Eigenheiten, an die man sich erst gewöhnen muss – sind durch die Bank freundlich und hilfsbereit.
