Ankunft Vietnam
Nach nur zweieinhalb Stunden Flug sind wir am 26.6. in Da Nang, Vietnam gelandet. Mit dem deutschen Reisepass mussten wir zwar kein Visum beantragen, aber uns dennoch mit


Veröffentlicht: 24.07.2026
Wir haben uns über GetYourGuide zwei Plätze (3,50 Euro pro Person) beim „Duck Leader” gebucht – einem kleinen Hof, auf dem man Enten füttern kann.
Man bekommt Flipflops verpasst, damit die eigenen Schuhe nicht schmutzig werden, wenn die Enten unaufhörlich drüberwatscheln. Bei Simons großen Füßen war es gar nicht so einfach ein Paar, zumindest halbwegs sitzende Schuhe zu finden.
Ein Mitarbeiter hat uns gezeigt wie man die Enten möglichst spektakulär füttert und uns dann den Eimer in die Hand gedrückt – was die Aufmerksamkeit der Tiere sofort auf uns gezogen hat. Es war wirklich sehr putzig, wie sie um uns herum gewaddelt sind und dabei alles auf Futter abgesucht haben: Den Boden, den Zehensteg der Flipflops und natürlich die Zehen selbst.
Die Veranstalter waren sehr nette und engagierte Jungs und wir hätten nicht gedacht, dass die Aktivität so beliebt ist – es waren doch einige Touristen da. Da jeder seinen eigenen Zeitslot hatte, haben sich die Besucher gut verteilt und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Enten sahen gesund aus und waren meiner Einschätzung nach auch nicht zu fett.
Anschließend sind wir noch in Richtung Strand gelaufen und haben kurz in einem kleinen Restaurant Pause gemacht. Wir laufen hier in Vietnam deutlich kürzere Strecken als in Deutschland – die Wärme und vor allem das Gehen an der Straße schlaucht ganz schön. Die Restaurantbesitzerin hat uns etwas verwundert gefragt, ob wir gelaufen seien, da wir ohne Taxi oder Roller angekommen waren – wir Exoten wieder. Es fällt hier tatsächlich auf, wenn jemand sich zu Fuß fortbewegt statt am Straßenrand zu stehen oder auf einem Roller zu sitzen. Die Vietnamesen kleben regelrecht an ihren Rollern: Wenn sie ihn nicht gerade zum Fahren oder auch mal zum Schlafen nutzen, stellen sie ihn auf den Gehweg oder ins Haus, damit er immer griffbereit ist.
Danach sind wir die letzten paar Meter zum Coconut Beach gelaufen. Dort stehen schöne Liegen mit Sonnenschirm, die für 30.000 VND pro Person den ganzen Tag genutzt werden können – ein Angebot, das wir in den vier Wochen noch einige Male in Anspruch genommen haben. Dazu gibt es Snacks und Getränke, der Strand ist sauber und das Wasser klar. Kaum Touristen, dafür ein schöner Ausblick auf die Cham-Inseln und man kann zuschauen, wie die angebundenen runden Korbboote aus Kokosnussgeflecht lustig auf den Wellen wippen.
Es ist schon beeindruckend wie die Einheimischen diese Boote manövrieren – nicht nur mit Ruder, sondern auch mit Motor, ohne dass sie sich dabei ständig im Kreis drehen. Ihren Ursprung haben die Boote übrigens in der Kolonialzeit: Sie wurden erfunden, um der Steuer auf Fischerboote zu entgehen, die die französischen Kolonialherren erhoben hatten.
Am Abend sind wir mit unserem Nachbarn Ben ein bisschen um die Häuser gezogen. Er ist US-Amerikaner und bereits zum dritten Mal in Vietnam. In den USA hat er alles verkauft und ist nur mit Handgepäck und seinem Kater ausgewandert und arbeitet nun als Freelancer im IT- und KI-Bereich.
Er hat uns zum Minh’s Kitchen Restaurant geführt, wo man außerordentlich gut verköstigt wird und nebenbei mit den kleinen Hunden des Hauses spielen kann.
Anschließend sind wir die Straße noch etwas entlanggeschlendert und haben das lebendige Meeresfrüchteangebot bewundert: Garnelen, Barsche und riesige Seeschnecken.
Am nahegelegenen Strand picknicken die Vietnamesen abends gerne auf Matten und es wird lokales Essen wie Reisporridge mit Muscheln oder Fleisch angeboten.
In einem Minimarkt haben wir uns noch mit ein paar Dosen des hiesigen Huda Bieres eingedeckt und den Abend in der Lobby unserer Unterkunft ausklingen lassen.
Ben hat uns in den vier Wochen viele tolle Spots in und um Hoi An gezeigt. Wir haben uns beim Billard gemessen und dabei gemeinsam bewiesen, dass keiner von uns eine Karriere als Profispieler anstreben sollte. Oder wir haben zusammen der Ankunft eines verfügbaren Grab-Fahrers entgegengefiebert (manchmal hatte kein Fahrer die Anfrage angenommen oder plötzlich gecancelt) und viel über KI-Projekte philosophiert. Auch sein Kater Cherokee hat sich hin und wieder aus dem Zimmer rausgetraut und alles beschnuppert.
An einem Abend hat Ben uns zur Yang Smile Beach Bar mitgenommen, wo sich häufig Expats treffen und die auch von Einem geführt wird. Neben Bens amerikanischem Kumpel haben wir dort auch ein polnisches Pärchen und eine Französin kennengelernt. Es war sehr interessant, die verschiedenen Businesspläne zu hören, aber auch von den Herausforderungen zu erfahren, denen die Auswanderer gegenüberstehen. Es wurde viel getrunken und noch mehr geraucht – trotzdem hat sich am späten Abend Jeder auf seinen Roller nach Hause geschwungen.
In der Zeit hier in Vietnam haben wir hin und wieder bewusst entspannte Tage ohne geplantes Sightseeing eingelegt, denn das Reisen schlaucht auf Dauer doch etwas. Man möchte möglichst alles erkunden, kann aber nur begrenzt aufnehmen. Wir nehmen uns vor, manche Orte einfach ein weiteres Mal zu bereisen, um den Druck rauszunehmen. Von den Philippinen aus sind künftig kürzere Flugreisen möglich – da kann man durchaus „mal Schnell“ nach Vietnam fliegen.
Bei einem dieser ruhigen Tage sind wir in einem kleinen Restaurant in der Nähe unserer Unterkunft gelandet und haben dort Kaffee und Limonade genossen. Die Gastgeberin war sehr engagiert und wollte uns unbedingt ihre selbstangebauten Kräuter zeigen – sie hat uns den Basilikum direkt von der Hand gefüttert, uns ein Zitronenbaumblatt zum Riechen gereicht und mir eine Blume ins Haar gesteckt. Die Aromen waren wirklich intensiv und gut, aber ich persönlich wünsche mir beim Essen gehen etwas weniger Aufmerksamkeit vom Gastgeber. Zum weiteren Entertainment hat dann noch die siebenjährige Tochter beigetragen, die zwischen uns gesetzt wurde, uns Kinderlieder vorgesungen und ihr Englisch mit uns geübt hat. Ich war ganz froh, als das Essen endlich fertig war.
Es kam übrigens öfter vor, dass Eltern ihre Kinder zu uns oder anderen Touristen geschickt haben, um ein bisschen Englisch zu üben. Die Sprache wird für die Vietnamesen immer wichtiger – sowohl im Tourismus als auch im Umgang mit internationalen Geschäftspartnern. Seit 2008 wird Englisch flächendeckend als Pflichtfach ab der dritten Klasse unterrichtet.
Generell kämpfen wir zunehmend damit, dass immer mehr Kleidungsstücke kaputt gehen – vor allem Löcher in Hosen und Shirts, die wir immer wieder flicken. Meine T-Shirts habe ich großteils bereits gegen Second-Hand Stücke ausgetauscht und in Hoi An konnte ich nochmal gut aufstocken: Ich habe nun einige sehr hübsche Oberteile, die aus Korea und Japan stammen. Auch meine heißgeliebte polarisierte Sonnenbrille vom Polenmarkt hat sich leider für immer verabschiedet, als ein Bügel abgebrochen ist. Am Coconut Beach gab es aber auch dafür Ersatz – ich hoffe, die neue hält genauso lange.
