Hoi An, Vietnam
Wir haben uns über GetYourGuide zwei Plätze (3,50 Euro pro Person) beim „Duck Leader” gebucht – einem kleinen Hof, auf dem man Enten füttern kann.


Veröffentlicht: 24.07.2026















Zum UNESCO-Kulturerbe gehört nicht nur die Stadt Hoi An, sondern auch die Handwerksdörfer rund um die Stadt.
Unsere Unterkunft liegt auf der Halbinsel des Tra Que Vegetable Village, etwas abseits vom Trubel Hoi Ans, umgeben von Reisfeldern. Hier werden vor allem Kräuter und Gemüse biologisch angebaut und an die umliegenden Restaurants und Kochschulen geliefert. Gedüngt wird mit Algen, bewässert traditionell mit der Gießkanne aus eigens angelegten Teichen in der Nähe. Eintritt muss man hier nicht zahlen.
Das Dorf wurde im 17. Jahrhundert von vietnamesischen Familien aus dem Norden gegründet. Den Namen erhielt es erst später: Kaiser Minh Mang von der Nguyen-Dynastie soll bei einem Besuch Hoi Ans zu Beginn des 18. Jahrhunderts vom intensiven würzigen Kräuterduft so beeindruckt gewesen sein, dass er das Dorf fortan „Tra Que” nannte – übersetzt in etwa „(riecht so gut wie) Tee und Zimt”.
Zuerst haben wir das Hoi An Fisher Village und vor allem das Thanh Ha Pottery Village besucht, die beide direkt nebeneinander westlich von Hoi An liegen. Bei den Fischern waren wir schon etwas zu spät dran und es wurden nur noch Reste verkauft – es gab aber viele verschiedene Arten zu sehen sowie einige gut sortierte Gemüsestände.
Der Eintritt ins Pottery Village kostet 85.000 VND pro Person, dafür gibt es Rabatt am Kaffeestand des Museums und als Souvenir eine tierförmige Keramikpfeife.
Gestartet haben wir mit dem Sa Huynh Thanh Ha Pottery Museum, da wir einen morgendlichen Kaffee dringend nötig hatten. Mit schönem Blick auf einen Brunnen mit Keramikfiguren und den Beginn des Terracotta-Parks – mit berühmten Bauwerken aus Keramik – war das ein gelungener Einstieg. Der Park hat mir persönlich am besten gefallen: Es gab viele bekannte Bauten aus aller Welt zu sehen, vom Petersdom über Angkor Wat und den schiefen Turm von Pisa bis hin zu den Pyramiden von Gizeh und der Sagrada Família. Im Inneren des Museums wurden Skulpturen vieler Künstler zusammen mit Gemälden ausgestellt – eine sehr abwechslungsreiche Sammlung aus naturgetreuen und abstrakten Kunstwerken.
Weiter ging es durch kleine Gassen mit allerhand Cafés und Verkaufsständen mit handgefertigten Tassen, Tellern, Laternen und Figuren. In fast allen Geschäften konnte man auch selbst eine Schale herstellen. Unser Nachbar Ben hat auch eifrig mitgeholfen, die rohe Tonerde zu verdichten und Luftblasen herauszuarbeiten – dazu trampelt man eine Weile systematisch mit nackten Füßen auf dem Ton herum.
In einigen Häusern konnte man die Herstellung der Keramiken beobachten und ungebrannten Tontellern beim Trocknen zusehen.
Das Handwerk wird hier bereits seit dem späten 15. Jahrhundert gelebt und noch immer mit der traditionellen handbetriebenen Töpferscheibe ausgeübt. Zunächst wurden hier vor allem hochwertige Keramiken für den Export hergestellt, später kamen Schindeln und Ziegel für Bauarbeiten in der Stadt hinzu.
Wir haben einen schönen Vormittag hier verbracht und sogar zwei wunderschön glasierte handgefertigte Tassen erworben – zwei weitere Einrichtungsgegenstände für die neue Bleibe.
Das Cam Thanh Coconut Village liegt östlich von Hoi An und ist bekannt für seinen Ökotourismus. Der Ort besteht eigentlich aus zwei Dörfern, Thanh Tam und Van Lang. Hier kann man sich in runden Korbbooten durch den Bay Mau Wasserpalmenwald treiben lassen, Einheimischen beim Fischen zuschauen oder einer Vorführung des „Korbboot-Balletts” beiwohnen – bei dem die Bootsleute ihre Boote zum Schwanken und Drehen bringen. Wir haben das Treiben entspannt von einem Café aus beobachtet und dem stetigen Strom vorbeitreibender Korbboote zugesehen.
Abseits der Touristenspots gibt es auch ruhige Nebenstraßen, auf denen man am Nipapalmenwald entlangschlendern und beim Bau verschiedener Bambus- und Palmwedelkonstruktionen zuschauen kann.
In einer nahegelegenen Bambuswerkstatt, dem Bamboo Taboo, lassen sich Bambuskunstwerke bewundern und in einem Workshop sogar selbst herstellen.
