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Same same...

Veröffentlicht: 03.09.2025

Tour
S21-Prison and Killing Fields
Tour
Sehenswert
Tuol Sleng-Gefängnis
Phnom Penh, Cambodia
Sehenswert
Killing Fields
Phnom Penh, Cambodia
Taxi
Phnom Penh → Siem Reap
Cambodia
Wenn man Länder im gleichen Zeitraum wechselt wie andere ihre Bettwäsche, muss man sich in der kurzen Vorbereitungsphase an Bahnhöfen oder Flughäfen öfter als einem lieb ist, statt mit historischen und kulturellen Hintergründen des Landes mit praktischen Dingen beschäftigen. Was heißt "Hallo" und "Danke"? Wie hoch ist die Kleinkriminalität in Großstädten? Welche Bank erhebt die geringste Gebühr beim Geldabheben, wie ist der Umrechnungskurs und wie heißt die Währung? Die Antworten für Kambodscha lauten "reabsuor" / "arcoun", "auf der Straße besser nicht leichtfertig sein Handy in die Höhe halten, sonst isses weg", "Canada Bank", "5000 = 1.06 Euro" und "Riel und US-Dollar". Preise werden einem grundsätzlich in Dollar angesagt, aber man zahlt meistens in der heimischen Währung. Was einem Ausländer das Leben erleichtern soll, verwirrt mich zusätzlich.

Wegen des thailändisch-kambodschanischen Grenzkonfliktes läuft das Geschäft mit Touristen im Land noch schlechter als sonst in der flauen Regenzeit. Und so sind Streetfood-Verkäufer und Tuk Tuk-Fahrer noch verzweifelter auf der Suche nach Kunden. Die wenigen potentiellen westlichen Käufer werden mit freundlichen "Hello Sir!"- und "Tuk tuk?"-Rufen umworben.


Auf der Tour "S21-Prison and Killing Fields" sind neben mir nur zwei Koreaner und ein neuseeländisches Pärchen die einzigen Teilnehmer ..was vielleicht auch an dem Umstand liegt, dass das Thema der Rundfahrt deutlich deprimierender ist als das des Nr. 1 Reiseziels für Kambodscha-Urlauber, Angkor Wat. Im Gegensatz zur Khmer-Hochkultur haben die roten Khmer ihr Reich nicht aufgebaut, sondern im kollektiven Selbstmord untergehen lassen. Anders lässt es sich nicht beschreiben, nachdem man im Folterknast von Phnom Penh und auf den Killing Fields über die Greueltaten des Pol Pot-Regime im Detail erfährt. Die etwa 60-jährige Dame, die uns durch das Gefängnis führt, wurde mit acht Jahren nach Vietnam herausgeschmuggelt und hat zusammen mit ihrer Mutter als einzige in ihrer Familie die Morde überlebt. Bei der Befreiung durch die vietnamesische Armee gab es nur sieben Überlebende im Tuol Sleng-Gefängnis, das vor seiner Pervertierung ein Schulgebäude war.


Die Ausmaße der Massaker kann ich auch auf den Todesfeldern außerhalb Phnom Penhs schwer fassen. Zwischen Palmen und Büschen scheint die Sonne heiß auf grasüberwucherte Trichter und Hügel, die vor nicht einmal 60 Jahren noch Massengräber waren. Ab und zu erblickt man Stofffetzen und Knochenreste, die sich aus der Erde hervor schälen. Noch immer werden in der Monsunzeit weitere Überreste an die Oberfläche gespült und im Knochenturm gesammelt. Er streckt sich hoch im Zentrum des ehemaligen chinesischen Friedhofs, den die Khmer Rouge für die Durchführung ihrer irren Gesellschaftsumbildung als einen der vielen hundert Richtplätze nutzten.

Nicht einmal die eigenen Henker überlebten die Massenmorde, denn es sollte keine Zeugen geben und so wurden in regelmäßigen Abständen die alten Schlächter "verlegt" und neue hergebracht, oft Bauernkinder im Jugendalter ohne Schulbildung, die sich leicht einer Gehirnwäsche unterziehen ließen.


Ich denke an den nach einem thailändischen Sprichwort benannten Liebesfilm von Detlev Buck "Same same but different", zu dem ich vor meiner Abreise noch ein paar Diafotos vom Dreh heraussuchen musste. Damals habe ich ihn nur nebenbei im Büro geschaut. Jetzt im Sleeper-Bus nach Siem Reap finde ich den Film bei YouTube. In einer Szene beschreibt David Kross' Rolle Ben, der sich in eine Kambodschanerin verliebt hat, einer Freundin in Deutschland die Khmer-Kultur: "Die sind immer zusammen, die schlafen sogar zusammen. Die ganze Familie schläft in einem Raum. Wenn die alleine schlafen müssten, würden die sich ganz komisch fühlen."

Durch die Straßen von Phnom Penhs laufend habe ich unwillkürlich in verschiedenene Gesichter geblickt und mich dabei gefragt, welche Rolle die ein oder andere Person oder deren Eltern und Großeltern damals gespielt haben. In einer so familienorientierten Gesellschaft ein derartiges Trauma mit über 2 Millionen Toten zu überwinden, stelle ich mir nahezu unmöglich vor. Niemand war vor dem Terror sicher, selbst die treuesten Parteianhänger, denn die Paranoia Pol Pots kannte keine Grenzen. Menschen verrieten ihre eigenen Verwandten unter Folter und wahnsinnigsten Vorwürfen. Es glich einer Hexenjagd. Einige Kambodschaner wurden noch in den 90ern in der Grenzregion zu Thailand Opfer der Roten Khmer Rebellen. Sie brannten Häuser nieder und töteten, auch noch Jahre nachdem sie von der vietnamesischen Besatzung in die Berge getrieben wurden.


Manche Historiker streiten, ob man die Schreckensherrschaft der red khmer als eine konsequente Endstufe des Kommunismus oder als faschistischen Ethno-Nationalismus definieren muss. Am Ende war es schlicht die real gewordene Vorstellung eines Egomanen, der sich von allen menschenverachtenden Unterdrückungsformen des 20. Jahrhunderts inspirieren lassen hat. In jedem Fall hat das Staatsideal von Pol Pot kaum etwas mit dem Khmer-Imperium zu tun, auf das er sich berufen wollte. Während er Phnom Penh entvölkert und in eine Geisterstadt gewandelt hat, haben die alten Khmer in Angkor eine Mega-Stadt erschaffen, von denen heute nur noch die Tempelruinen aus Sandstein stehen. Dazwischen standen Holzhäuser, in denen im Zenit der Hochkultur eine Millionen Menschen wohnten. In Rom und Athen haben die modernen Städte die antiken Ruinen umwuchert, in Angkor der Dschungel. Riesige Bäume umschlingen wie Kraken die teils über tausend Jahre alten Gebäude, welche einst von Gold überdeckt waren und heute von der Witterung gezeichnet schwarz und grau sind. Und so bekommt man den Eindruck, als stünde man in einer Filmkulisse für Indiana Jones und nicht in einer von zahlreichen Tempeln einer ehemaligen Großstadt des 11. Jahrhunderts.

Auf einen Blick

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Wetter
Regenzeit
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KulturellAbseits der Pfade
  • Tour "S21-Prison and Killing Fields" in Phnom Penh
  • Tuol Sleng-Gefängnis
  • Killing Fields außerhalb Phnom Penhs
  • Sleeper-Bus nach Siem Reap
  • Angkor Wat wird als wichtiges Reiseziel erwähnt
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Antworten (2)

Darrynvor 11 Monaten
You can go to both Angkor Wat and the Killing Fields, and ask the same question: How did people do this?

Maximilianvor 11 Monaten
True that, the best and the worst that people can do are both visible in Cambodia..

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