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23.10. Erkundungstour durch Saigon

Veröffentlicht: 23.10.2018

Da die letzten beide Tage mit vielen Aktionen gespickt waren, ließen wir es heute ein wenig ruhiger angehen. Nachdem wir in Ruhe ausgeschlafen und das kostenlose Frühstück genossen hatten, gingen wir einfach los und schauten uns Saigon genauer an, da wir die letzten Tage ja immer außerhalb der Stadt verbracht hatten.

Die Gelegenheit nutze ich, um ein paar meiner Sachen zurück nach Hause zu schicken, denn ich brauche hier doch nicht eine zweite lange Hose, eine Jogginghose, einen Pullover, einen Gasbrenner und den dazugehörigen Topf. Letztere nahm ich hauptsächlich für Andra mit, da sie unter Zöliakie leidet und fürchtete hier nicht genug Essen zu finden, das sie essen kann. Sie hat es auf jeden Fall schwer und es ist auch oft ziemlich frustrierend für sie sich nur von Obst und rohem Reis zu ernähren, da man dann doch nicht immer den Leuten hier vertrauen kann, dass sie einen verstehen. Deshalb heißt es nur selten Abwechslung für sie, aber sie geht super damit um. Da wir den Kocher allerdings nur sehr selten genutzt hätten und mein Rucksack mit 16 Kilogramm echt schwer und zum Bersten voll war, entschieden wir uns, dass wir auf den Kocher verzichten könnten und dieser sich hoffentlich bald auf den Weg nach Deutschland macht.

Nachdem wir ein wenig durch Saigon gelaufen waren, schauten wir uns noch das Vietnamkriegsmuseum an. Obwohl wir Englisch eigentlich relativ gut verstehen, konnten wir dem Museum nicht ganz folgen, da es ziemlich durcheinander aufgebaut war und uns manchmal einfach geschichtliche Stationen fehlten, vielleicht schauen wir uns dafür einfach noch einen Film darüber an.


Statistiken
Was für sich sprach waren die Fotos. Sehr viele internationale und nationale Fotographen begleiteten unter dem Risiko des eigenen Todes die Truppen beider Seiten und sammelten Momente, die die Nachwelt nun erleben und sich ein wenig in die Schrecken dieser Zeit versetzen kann. Bilder von sterbenden Soldaten, von Gewalt gegen Einheimische und von Verzweiflung bewahren den Schrecken des Krieges bis heute. 

Durch den Besuch des Museums baut man auch eine kleine „Verstimmung” (nennen wir es so) gegen die damalige USA und ihren Präsidenten Nixon auf. Es gab so viele unnötige Bombenschläge, die tausende unschuldige Menschen töteten. Und die Nachbarländer Kambodscha und Laos gingen auch nicht leer aus und so feuerten die US-Streitkräfte innerhalb von ein paar Monaten mehr Tonnen Sprengkörper über Kambodscha ab, als alle Alliierten während des 2. Weltkriegs zusammen.
Ein weiterer schrecklicher Abschnitt war der mit den Fotos der Folgen des „Agent Orange”, einer chemischen Waffe, die die USA über Vietnam in riesigen Mengen abwarf. Oft führte diese zum Tod, allerdings sorgte sie auch für chromosomale Mutationen unter der nun auch die 4. Generation nach der Kriegsgeneration leiden muss, da diese Mutationen weitervererbt wurden. In Konsequenz gab es die so genannten vietnamesischen Zwillinge und Menschen, deren Körper verkrüppelte Gliedmaßen und schlimmere Verformungen aufweisen, auf die ich jedoch nun nicht eingehen möchte. Die Bilder davon waren jedoch schockierend und ließen Wut gegen die Amerikaner aufkommen, die damit schlicht verhindern wollten, dass sich eine nachfolgende Generation für die Vorgänge des Krieges rächen würde.

Nach dem Museum ging es zurück zum Hostel, da wir unseren ersten Nachtbus erwischen wollten. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Mui Ne und ich versuche vergebens ein wenig zu schlafen, mal schauen ob es noch funktioniert...


Unser Nachtbus


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