Ich bin dann mal weg
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Am 9.7. bin ich nach einer 6stündigen Fahrt mit dem Minibus in Jerewan, der Hauptstadt von Armenien, angekommen. Der Besitzer meines Hostels entpuppte sich als US-Amerikaner und konnte mir viele praktische Tipps geben. Das Problem an Armenien ist, dass sich viele Sehenswürdigkeiten außerhalb von Städten und Dörfern befinden und somit von Bussen oder Minibussen nicht angefahren werden. Man ist also auf ein Auto angewiesen oder man macht organisierte Tagesausflüge mit Reiseagenturen, wofür ich mich entschieden habe. Daher habe ich meinen Aufenthalt von ursprünglich drei geplanten Tagen in Jerewan auf fünf Tage verlängert. Jerewan ist eine interessante Stadt, kann aber mit Tiflis keinesfalls mithalten! Sofort ist mir aufgefallen, dass die ukrainischen Flaggen, die in Georgien überall zu sehen sind, hier fehlen! Der Hintergrund ist der, dass die Sicherheit des Staates Armenien von Russland garantiert wird. Russische Truppen sichern die Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan! Beide Länder erheben Anspruch auf Teile Armeniens! So stecken die Armenier momentan in einem riesigen Dilemma und offen Partei für die Ukraine zu ergreifen könnte für den Staat Armenien schwere Folgen haben.

In 5 Tagen in Jerewan habe ich vier organisierte Ausflüge gemacht und konnte große Teile des Landes sehen. Armenien ist gerade einmal so groß wie das Bundesland Brandenburg. Der erste Ausflug führte nach Etschmiadsin, dem Zentrum der armenisch-apostolischen Kirche. Der zweite Ausflug ging u.a. zum Kloster Chor Wirap, in ein Weingut zu einer Weinprobe und zum Kloster Norawank. Das Kloster Chor Wirap befindet sich in herrlicher Lage direkt an der türkischen Grenze mit dem Berg Ararat (5165m) auf türkischem Boden im Hintergrund. Der dritte Ausflug ging zum Tempel von Garni aus dem 1. Jahrhundert, dem einzigen erhaltenen antiken Tempel auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und zum Kloster Geghart und außerdem zu einem Naturphänomen, der "Symphony of stones". Der letzte Ausflug ging in den Norden des Landes nach Dilijan und zum Sevan-See, dem größten See des Kaukasus. Auf allen Ausflügen gab es grandiose Landschaften zu bewundern. Insgesamt waren die Ausflüge etwas "klosterlastig", doch das gehört eben zu diesem Land. Ich habe nirgendwo schönere Klöster gesehen. Mit den Reisegruppen hatte ich großes Glück und ich hatte überall beste Unterhaltung. Interessanterweise befinden sich momentan viele Russen in Armenien, die Russland wegen Putin und wegen des Kriegs verlassen haben.

Nach einem letzten lustigen Abend mit dem Besitzer des Hostels, zwei Russen, die ständig "fucking Putin" gerufen haben und einem Griechen samt Stromausfall im Hostel bin ich schließlich nach Gjumri, die zweitgrößte Stadt Armeniens gefahren. Die Stadt wurde im Jahr 1988 von einem Erdbeben zerstört und musste größtenteils wieder aufgebaut werden. Insgesamt ist die Stadt sehr angenehm, bei weitem nicht so stressig und hektisch wie Jerewan und v.a. nicht so heiß! Nur 32 anstatt 38 Grad! Am ersten Tag hatte ich das bisher beste Essen meiner Reise in einem hervorragenden Fischrestaurant zu moderaten Preisen. Am zweiten Tag machte ich eine Wanderung bei über 30 Grad ohne Schatten. Der Besitzer meines Guesthouses sprach überraschenderweise ein paar Brocken Deutsch! Als sowjetischer Soldat war er 1985/86 einige Zeit in Weimar. Netterweise kümmerte er sich um meine Weiterreise zurück nach Georgien, was gar nicht so einfach war, weil ich nicht nach Tiflis zurück wollte, sondern von Gjumri aus direkt in den Westen Georgiens fahren wollte. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag. Inzwischen befinde ich mich in Achalzikhe, im Südwesten von Georgien. Mein E-Visum für Aserbaidschan, das ich inzwischen bekommen habe, konnte ich erst jetzt herunterladen! Aserbaidschanische Webseiten sind in Armenien gesperrt!

Georgien

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