Kolumbien
Am Vormittag des 17.5. kam ich nach einem viereinhalbstündigen Flug in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens an und wurde von Felipe, einem jungen kolumbianischen Arzt, mit dem ich...


Veröffentlicht: 04.07.2023






















































































































Am 16.6. fuhr ich mit dem Taxi von Ipiales die kurze Strecke zur ecuadorianischen Grenze und gelangte problemlos nach Ecuador, wo ich mit dem Bus von der Grenzstadt Tulcán in die Hauptstadt Quito fuhr. 2017 war ich bereits für viereinhalb Wochen in Ecuador und kannte daher schon einige Teile des Landes. Bis zum Beginn meiner Tauchsafari auf den Galápagos-Inseln, dem Hauptgrund meines Ecuador-Aufenthalts, hatte ich noch eine Woche Zeit. In Quito angekommen quartierte ich mich im selben Hostel am Rande der Altstadt wie vor 6 Jahren ein. Nachmittags machte ich einen Spaziergang durch das wunderschöne historische Zentrum. Quito liegt auf über 2800 Metern Höhe und ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt, die Temperaturen liegen tagsüber bei 15 bis 20 Grad und die Nächte sind kühl. Am 17.6. fuhr ich mit dem Bus in zwei Stunden nach Latacunga, am Rande des Cotopaxi - Nationalparks gelegen. Dort übernachtete ich einmal und fuhr am nächsten Morgen ins Örtchen Sigchos, den Ausgangspunkt meiner Wanderung zur Quilotoa-Lagune, die ich für die nächsten drei Tage geplant hatte. Die anspruchsvolle Tour führt bergauf und bergab durch die wunderschöne Landschaft der Anden bis zu einem auf 3900 Höhenmetern gelegenen See, der beeindruckenden Quilotoa-Lagune. Unterwegs gibt es mehrere Unterkünfte in den Dörfern Insinlivi und Chugcchilán. Der Weg ist nicht überlaufen und man trifft immer wieder dieselben Leute, auch in den Unterkünften. Leider ist die Strecke nicht immer gut ausgeschildert und auch die Routen, die man online findet, sind oft nicht hilfreich und so legte ich ein paar Kilometer extra zurück, weil ich zweimal falsch gegangen war. Das Wetter war phantastisch, drei Tage lang hatte ich nur Sonnenschein. Von der Lagune aus konnte ich mit dem Bus zurück nach Latacunga fahren, wo ich noch einmal übernachtete. Am nächsten Vormittag nahm ich den Bus nach Quito, wo ich am großen Busterminal in einen Trolleybus umstieg, der mich zu meinem Hostel in die Altstadt bringen sollte. Im Laufe der Fahrt wurde der Bus immer voller und als ich im Gedränge aussteigen wollte, nutzte ein Taschendieb die Gelegenheit und klaute mein Handy! Ich hatte zuvor auf meinem Sitzplatz am Fenster, wo es eigentlich sicher war, weil man vom Gang aus nicht an mich rankam, mein Handy benutzt, um die Haltestelle, wo ich aussteigen musste, nicht zu verpassen. Dabei wurde ich wohl beobachtet! Sehr ärgerlich, dass mir so etwas zum Schluss meiner Reise noch passieren musste, nachdem fast ein Jahr lang alles gut gegangen war. Der Verlust war zu verschmerzen, da das Handy alt und der Akku kaputt war. Eine Stunde später kaufte ich mir ein neues. Den folgenden Tag verbrachte ich in der Altstadt, die zu den schönsten historischen Zentren Südamerikas gehört und besichtigte mehrere Kirchen, darunter die Kirche La Compañia de Jesús mit komplett vergoldetem Innenraum und das sehr sehenswerte Museo Casa del Alabado mit Kunstwerken aus der Zeit vor der Entdeckung Amerikas.
Am 23.6. war es schließlich soweit! Meine Reise auf die Galápagos-Inseln stand an. Auch dort war ich bereits vor sechs Jahren, jedoch nur um mir die Tierwelt auf den Inseln anzuschauen und zu schnorcheln. Diesmal hatte ich eine Tauchsafari mit 20 Tauchgängen gebucht. Vom Flughafen auf der Insel Baltra ging es mit dem Boot auf die Insel Santa Cruz und von der Anlegestelle mit dem Bus nach Puerto Ayora, dem Hauptort der Insel, wo am Hafen der Treffpunkt unserer Tauchgruppe war. Dort sah ich den ersten Seelöwen, der es sich auf einer Bank gemütlich gemacht hatte und im Wasser waren kleine Riffhaie zu sehen. Mein Boot, die Nortada, ist eines der kleinsten Tauchboote auf den Galápagos-Inseln und bietet Platz für acht Taucher in vier Kabinen. Ich teilte mir eine Kabine mit Daniel aus London, ansonsten bestand unsere Gruppe aus einem weiteren Engländer, einem Koreaner, zwei Franzosen und einem Paar aus der Schweiz. Alle waren erfahrene Taucher. Unser Diveguide war Jessy, eine Einheimische, unterstützt von Felipe. Das Galápagos-Archipel ist ungefähr so groß wie die griechische Ägäis und unser Programm beinhaltete einen Landgang noch auf Santa Cruz, zwei Tauchgänge im Zentrum der Inseln, zwölf Tauchgänge an den abgelegenen Inseln Darwin und Wolf im Norden sowie sechs Tauchgänge rund um die Inseln Fernandina und Isabela im Westen. Obwohl wir manchmal etwas Pech hatten, wir sahen z.B. keine Mondfische und bei den Tauchgängen an der Insel Darwin fehlte die Strömung, weshalb wir dort nicht allzuviel sahen, war das Tauchen dort großartig. Wir beobachteten Seelöwen, Adlerrochen, Mantas, große Schwärme von Hammerhaien und andere Haie, Schildkröten, Delfine und Galápagos-Meeresechsen, die es nur hier gibt. Die besonderen Highlights waren für mich die Pinguine und die Walhaie, die größten Fische der Erde. Die Galápagos-Inseln gehören sicherlich zu den besten Tauchgebieten auf der Welt. Innerhalb unserer Gruppe verstanden wir uns super und wir hatten eine tolle Zeit. Am letzten Tag sahen wir uns noch die Riesenschildkröten auf der Insel Santa Cruz an und besuchten den Fischmarkt in Puerto Ayora, bevor es für mich zurück auf's Festland ging.
Zurück in Quito blieb ich nur eine Nacht in meiner alten Unterkunft und brach am 1.7. nach Mindo auf, einem Ort, etwa 80 km von Quito entfernt auf dem Weg in Richtung Küste. In Mindo, auf knapp über 1200 Metern gelegen, herrscht ein mildes Klima, doch es regnet viel, wie in allen Orten der Ausläufer der Anden in Richtung Küste. Mindo, umgeben vom Nebelwald, ist bekannt für Schokolade, Kaffee und Vogelbeobachtungen. Am 2.7. machte ich vormittags eine kleine Wanderung im Dschungel, die zu einem Wasserfall führte. Abends buchte ich eine geführte Nachtwanderung in einer Gruppe, wo wir neben vielen Insekten mehrere Frösche, einen schlafenden Tukan und einen Wickelbären, der zu den Kleinbären gehört, zu Gesicht bekamen. Im Anschluss an die Tour bekamen wir noch ungiftige Baby-Schlangen zu sehen, die dort eine Zeit lang gehalten werden und später frei gelassen werden, wenn sie größer sind und ihre Überlebenschancen gestiegen sind. Wer wollte, konnte sich eine solche Schlange sogar über die Finger kriechen lassen. Einen Tag später, am 3.7., war es schließlich soweit: Der letzte Tag meiner Reise war gekommen! Bevor ich mit dem Bus nach Quito zurückfuhr, machte ich morgens noch eine Tour um Vögel zu beobachten, wo ich Tukane zu Gesicht bekam. Außerdem gab es Kolibris aus nächster Nähe zu sehen. Zurück in Quito machte ich noch einen letzten Spaziergang durch die Altstadt und besichtichte dabei die prunkvolle Kirche San Francisco samt dem zugehörigen Kloster und die Basilika La Merced.
Ecuador war, vom Diebstahl meines Handys einmal abgesehen, ein wunderbarer Abschluss meiner Reise. Die Galápagos-Inseln sind weltweit einzigartig und auch das Festland hat unglaublich viel zu bieten. Man könnte sagen, dass Ecuador Südamerika im Kleinformat ist, da es fast alles hat, was diesen Kontinent ausmacht: Berge, Küste, Dschungel und wunderschöne Altstädte aus der Kolonialzeit. Jetzt sitze ich in Quito auf der Dachterrasse meines Hostels und kann es nicht richtig fassen, dass dieses Jahr vorbei sein soll. Mit Sicherheit werde ich noch etwas Zeit brauchen um all die Eindrücke verarbeiten zu können.
