Coastal Nomads - Suzi, John & Betty
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Inselhopping Part #2 - Die kleine Perle Lanzarote hätten wir beinahe übersehen...

Veröffentlicht: 02.04.2025

Fahrt
Costa Teguise → … → Costa Teguise
Costa Teguise, Spanien
Attraktion
Montañas del Fuego
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Timanfaya-Nationalpark Besucherzentrum
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Islote de Hilario
Lanzarote, Spanien
Attraktion
La Geria
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Mirador de Guinate
Lanzarote, Spanien
Attraktion
La Santa
Lanzarote, Spanien
Attraktion
El Golfo
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Los Hervidores
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Playa Honda
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Playa Blanca
Lanzarote, Spanien
Attraktion
Corralejo
Fuerteventura, Spanien

Persönlicher Logbucheintrag vom Wohnschiff Betty HH-VX 717: Wir schreiben das Jahr 2025, 29. Januar, 16:00 Uhr

Die Überfahrt mit der Schnellfähre von Fuerteventura nach Lanzarote ist ein echtes Vergnügen – nur ein Katzensprung, aber mit spektakulären Ausblicken. Vorbei an der markanten Isla de Lobos gleiten wir über das türkisfarbene Wasser und erreichen kurz darauf den Hafen von Playa Blanca im Süden Lanzarotes. Die 25 Minuten Überfahrt bei strahlendem Sonnenschein reichen gerade für einen Kaffee auf dem Sonnendeck – ein perfekter Start für unser neues Ziel Lanzarote.

Unser Tagesziel ist La Santa, an der wilden Westküste der Insel. Der kleine Ort ist ein Paradies für Wassersportler: Während Wellenreiter die perfekten Breaks genießen, lockt die geschützte Lagune Wingfoiler an – ein Traumspot mit konstanter Brise. Dort wollen wir die Weltenbummler Sascha und Zhaoyang wiedertreffen, die wir zuletzt im Mai 2024 auf Teneriffa gesehen haben.

Feuerberge und Lavalandschaften – Ein Abstecher in den Timanfaya-Nationalpark

Auf dem Weg nach La Santa durchqueren wir Lanzarotes größtes Naturwunder: den Timanfaya-Nationalpark. Hier sieht es aus, als wäre der letzte Vulkanausbruch nicht vor Jahrhunderten, sondern erst gestern gewesen. Vulkankegel, endlose Lavafelder und erdige Farbtöne von Schwarz über tiefes Rot bis hin zu leuchtendem Grün – eine surreale Mondlandschaft, die uns sprachlos macht.

Ein kurzer Stopp am Besucherzentrum lohnt sich. Der Bau steht mitten in einem Lavafeld und bietet faszinierende Einblicke in die vulkanische Vergangenheit der Insel. Die Fahrt durch diese Urgewalt der Natur ist atemberaubend – Lanzarote begeistert uns jetzt schon!

Wiedersehen in La Santa – Vanlife und Wassersport-Community

Am späten Nachmittag erreichen wir La Santa, wo uns Sascha und Zhaoyang mit ihrem zum Camper umgebauten Iveco Daily erwarten. Die Wiedersehensfreude ist groß! In den letzten Monaten haben die beiden spannende Reisen unternommen: eine Fahrradtour durch China, Windsurfen und Wingfoilen auf Mauritius. Zhaoyang hat dort erste Erfahrungen mit dem Wingfoilen gesammelt – auf Lanzarote soll das vertieft werden.

La Santa ist nicht nur ein Wassersport-Mekka, sondern auch ein Trainingszentrum für Leistungssportler. Schon morgens sind hier Läufer, Walker, Radrennfahrer und Rollstuhlfahrer unterwegs – die Energie ist ansteckend!

Entdeckertour: Lanzarote jenseits der Klischees

Am nächsten Tag erkunden wir die Insel. Unsere Route führt uns in Richtung Costa Teguise an der Ostküste. Vor fast 30 Jahren haben wir hier schon einmal einen einwöchigen Pauschalurlaub verbracht – erinnern können wir uns nur noch an den Timanfaya-Nationalpark und das Wohnhaus von César Manrique, dem visionären Architekten Lanzarotes.

Dank Manrique wurde die Insel vor dem Massentourismus bewahrt: (Fast) keine Hotelburgen, keine Hochhäuser – stattdessen traditionelle, weiß getünchte Häuser mit grünen Fensterläden, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Lanzarote wirkt wie aus einem Guss und genau das macht die Insel so anders und besonders.

Über die Hauptstadt Arrecife fahren wir weiter in den Süden. Claudia, die wir auf Teneriffa kennengelernt haben, schreibt uns, dass einige beliebte Stellplätze für größere Wohnmobile an der Ostküste gesperrt wurden. Glücklicherweise finden wir in Playa Blanca an der Strandpromenade einen perfekten Übernachtungsplatz – mit Blick aufs Meer und in unmittelbarer Nähe einer Meerwasserentsalzungsanlage, die Lanzarote mit Trinkwasser versorgt. Übrigens sind wir eine Nacht zuvor das erste Mal auf unserer ganzen Reise nachts von unserem Übernachtungsplatz verscheucht worden. Der Parkplatz vom Castillo de San Jose bei Arrecife mit Blick auf den Hafen für Kreuzfahrtschiffe erschien uns als geeigneter Platz. Doch kaum haben wir die Augen zugemacht, klopft es energisch an der Schiebetür. Ein Wachmann erklärt uns, dass der Parkplatz nachts gesperrt wird. Wir müssen weichen und fahren (noch in Pyjamas!) um die Ecke und übernachten einigermaßen ruhig in einem hässlichen Industriegebiet. Auch hier auf Lanzarote wird es langsam enger für Wohnmobile...

Wandern, Canyons und ein spektakuläres Naturschauspiel

Am 1. Februar haben wir eine Wanderung mit Sascha und Zhaoyang geplant – allerdings muss Sascha sich frühzeitig verabschieden, da er sich beim Wingfoilen (sic!) den Zeh verstaucht hat. Unser Weg führt auf einen Berg, dessen Flanken von der Erosion in atemberaubende, enge Canyons geformt wurden. Die schmalen, gewundenen Felsschluchten erinnern an den Film 127 Hours – Gefahren drohen hier aber keine.

Oben auf dem Berg schlägt uns der Wind so heftig entgegen, dass wir unsere Tour am unteren Gipfelkreuz abbrechen müssen.  Am Abend übernachten wir an der Steilküste bei La Hoya, direkt neben einer historischen Salinenanlage, die in den schönsten Farben schimmert.

Nicht weit entfernt wartet das nächste Naturwunder: die Los Hervideros. Hier hat sich die Lava zu spektakulären Höhlenformationen an der Küste geformt. Die Wellen schießen mit voller Wucht in die Hohlräume – an stürmischen Tagen spritzt die Gischt meterhoch in die Luft. Ein faszinierendes Spektakel!

Etwas nördlich von Los Hervidores liegt der kleine, idyllische Ort El Golfo am Wasser. Hierher geht man, wenn man auf Lanzarote gut Fisch in einem der vielen Restaurants am Lavastrand essen möchte. Am Ortsrand befindet sich ein kleiner Parkplatz, wo man ungestört übernachten kann. Kitschigen Sonnenuntergang mit inbegriffen.

Bei El Golfo befindet sich auch die „Grüne Lagune“. In einem zum Meer versunkenen Kraterrand hat sich das Wasser durch Algen leuchtend grün verfärbt. Zur anderen Seite des Ortes beginnt der Nationalpark Timanfaya. Auf einer Wanderung durch die Lavafelder bekommt man einen Eindruck von der Urgewalt eines Vulkanausbruchs. Die Landschaft wird hier von der Terre El Malpais ("Schlechtes Land") bestimmt. Diese entsteht, wenn ein zäher Lavastrom erkaltet und an der Oberfläche rissig aufbricht. Auf diesem "schlechten Land" gibt es kein Durchkommen, fast kein Leben und kaum Grün. Es dauert hunderttausende von Jahren, bis diese Landschaft durch Erosion urbar gemacht werden kann.

Am nächsten Tag ist mal wieder Großwaschtag. So ca. alle zwei Wochen steuern wir einen Waschsalon, diesmal an der Costa Teguise, an und schmeißen meistens zwei Maschinen parallel an. Danach kommt ein Teil der Wäsche in den Trockner, der Rest wird im Van aufgehangen, so dass es aussieht wie auf dem Kleiderbasar. Aber auch das gehört dazu und neben den vielen schönen Erlebnissen beim Reisen gibt es auch einen Anteil Alltag, der größer ist als man so denkt: Einkaufen, Übernachtungsplatz suchen, ständiges Aufräumen (ganz wichtig im Van!), kleine Reparaturen, "Büroarbeiten" durchführen und und und…

César Manrique und die Magie von Lanzarote

Eine absolute Sehenswürdigkeit auf der Insel ist die Fundación César Manrique. In natürlichen Lavahöhlen hat sich der bereits verstorbene Künstler ein Wohnparadies geschaffen – über- und unterirdisch, mit fließenden Übergängen zwischen Natur und Architektur. Hier hat Manrique nicht nur gewohnt, sondern auch legendäre Partys gefeiert. Trotz der vielen Besucher fühlt man sich wie ein persönlicher Gast in seinem Reich – eine klare Empfehlung!

Zurück in La Santa treffen wir wieder auf die lokale Wingfoil-Szene. Die Community ist bunt gemischt: Claudia aus Flensburg, Rudi und Angie (bereits vor 40 Jahren mit einem Van hier hängengeblieben!), Wacki aus Österreich – und besonders beeindruckend: Harry, ein leidenschaftlicher Wingfoiler, der seit seiner Kindheit nur eine Hand hat, sich aber einfach mit dem Ellenbogen in den Wing einhängt und loslegt. Ein echtes Vorbild!

Draußen an der Landzunge vor der Lagune von La Santa brechen gewaltige Wellen – ein atemberaubendes Schauspiel, das in mir die Sehnsucht weckt, endlich wieder aufs Wasser zu gehen. Doch bevor es so weit ist, folge ich Angies Empfehlung und suche Trevor auf, einen begnadeten Physiotherapeuten, der vor Jahren aus Großbritannien hier gestrandet ist. Mit geschulten Händen löst er die letzten Verspannungen in meiner linken Hand und meinem Arm. Nach der Behandlung spüre ich sofort, wie die Beweglichkeit zurückkehrt – langsam, aber sicher fühle ich mich wieder einsatzfähig!

Bevor es zurück aufs Wasser geht, steht noch eine Erkundungstour auf dem Programm. Diesmal zieht es uns in den Norden Lanzarotes – eine Route voller Kontraste. Über Teguise, Los Valles und Haría schlängelt sich die schmale Straße durch verschlafene Dörfer im typischen „Manrique-Style“: weiße Häuser mit grünen Fensterläden, eingebettet in eine dramatische Vulkanlandschaft. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Panorama – mal karge Berghänge, mal üppig grüne Täler, die fast unwirklich wirken in dieser sonst so trockenen Umgebung. Am Mirador de Guinate eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf La Graciosa, die kleine, unberührte Nachbarinsel Lanzarotes. Den berühmten, aber von Reisebussen überlaufenen Mirador del Río (ebenfalls von César Manrique entworfen) lassen wir links liegen – wir genießen den Ausblick lieber in Ruhe.

Von der Nordspitze Lanzarotes führt eine schmale Straße hinab nach Órzola, den nördlichsten Ort der Insel. Von hier aus folgen wir der LZ-1 entlang der Ostküste Richtung Süden – eine Strecke voller versteckter Naturwunder. Eines davon ist der Playa Caletón Blanco: Eine traumhafte, flache Lagune mit strahlend weißem Sand, umrahmt von dunklen Lavafelsen. Das knietiefe, glasklare Wasser schimmert in den schönsten Türkistönen – ein Spot wie gemacht für spektakuläre Instagram-Fotos. Kein Wunder, dass hier die Selfie-Generation Schlange steht!

Arrieta - unser kleines Paradies auf Lanzarote

Die Park4Night-App hat uns nach Arrieta geführt – und es dauert nicht lange, bis wir uns in diesen kleinen, charmanten Küstenort verlieben. Der Parkplatz am Strand ist zwar gut besucht, aber näher am Meer könnte man kaum stehen.

Arrieta hat genau den Charme, den wir mögen: ein entspanntes, authentisches Fischerdorf mit einer Prise Surf-Vibe. Direkt neben dem Parkplatz lädt ein gemütliches Strandrestaurant zum Schlemmen ein, während die Beachbar mit chilliger Musik und Meerblick punktet. Doch das eigentliche Highlight ist die Landezone für Gleitschirm- und Drachenflieger – von den nahegelegenen Küstenbergen schweben sie lautlos über uns hinweg, bevor sie (meistens) sanft am Strand landen. Action garantiert! Wir nutzen die Gelegenheit für ausgedehnte Wanderungen entlang der Küste, erkunden versteckte Buchten und genießen die raue Schönheit der Landschaft. Immer wieder entdecken wir hübsche kleine Häuschen, bei denen wir uns kurz vorstellen, hier zu leben. Doch so verlockend der Gedanke auch ist – am Ende sind wir uns einig: Das ungebundene Vanlife passt einfach besser zu uns!

Kraterrandtour im Timanfaya Nationalpark

Zurück im Nationalpark Timanfaya wollen wir noch einen Kraterrand besteigen. Vom Ort Mancha Blanca aus führt ein mehrere Kilometer langer Wanderweg in die Vulkanlandschaft. Dann geht es hoch auf den Kraterrand des Caldera Blanca. Der Krater ist riesig! Welche unvorstellbare Energie muss diese Eruption gehabt haben, um diesen Krater zu schaffen? Um den Kraterrand kann man einmal herum laufen, links und rechts geht es steil bergab mit der Konsequenz, dass Susi mutig alleine weitergeht und ich lieber umdrehe. Eine Weile später treffen wir unten wieder und sind beide sehr beeindruckt. Näher als auf Lanzarote kann man den Urgewalten, die die Erde geschaffen haben, nicht kommen!

Famara, Biken und saftige Steaks

Abends schlagen wir unser Lager in Famara auf und treffen dort erneut auf Sascha und Zhaoyang. Famara ist das Epizentrum des Wellenreitens auf Lanzarote – ein endloser Sandstrand, an dem perfekte Wellen für alle Könnensstufen anrollen. Der Ort selbst versprüht den typischen Surfer-Charme: rau, entspannt und ein wenig heruntergekommen, fast wie Klitmøller in Dänemark. Heute jedoch zeigt sich Famara von seiner friedlichen Seite – kein Wind, strahlender Sonnenschein, glasklare Sicht auf die gewaltige Steilküste, die den Ort so besonders macht. Wir nutzen das perfekte Wetter für einen ausgedehnten Strandspaziergang und schauen den Wellenreitern zu.

Am Nachmittag steht für Susi, Sascha und Zhaoyang eine Mountainbike-Tour auf dem Plan – von Costa Teguise aus geht es in Richtung Norden, zu den sagenumwobenen "Lost Places". Ich hingegen muss passen. Meine Hand ist noch nicht ganz einsatzbereit, also nutze ich die Zeit im Van, um mich meinem Wiedereinstieg ins Berufsleben zu widmen – eine Aufgabe, die ebenfalls volle Konzentration erfordert. Abends gönnen wir uns dann ein richtig gutes Essen. Heute muss es Fleisch sein! Die Wahl fällt auf ein Steakrestaurant und zur Feier des Tages werden wir sogar eingeladen – denn ich habe eine Wette gegen Zhaoyang gewonnen. Das Thema? Der politische Status von Gibraltar. Ein perfekter Abschluss für einen ereignisreichen Tag!

Ein Tag voller Überraschungen – Arrecife und ein Wiedersehen in Los Valles

Am 10. Februar steht Arrecife auf unserer Erkundungsliste. Begeisterte Empfehlungen haben wir keine bekommen, aber der Vollständigkeit halber wollen wir uns Lanzarotes Hauptstadt trotzdem anschauen. Und wie es manchmal so ist – wir werden positiv überrascht. Arrecife ist ruhig, entspannt und erstaunlich leer. Keine überlaufenen Touristenhotspots, keine hektische Betriebsamkeit – stattdessen eine gelassene Küstenstadt mit eigenem Charme. Auf der Hafenmole entdecken wir ein kleines Museum und ein Poolbad, das im typischen Lanzarote-Stil angelegt ist. Der Stadtstrand ist sauber, gepflegt und – für uns ein echtes Highlight – mit funktionierenden Strandduschen ausgestattet. Perfekt, um Salz und Sand loszuwerden und eine kleine Erfrischung zu genießen.

Am Nachmittag freuen wir uns auf eine besondere Verabredung: Michelangelo, den wir auf unserer Marokko Rundreise kennengelernt haben, hat uns zu sich nach Hause nach Los Valles eingeladen. Dort erwartet uns nicht nur ein Wiedersehen mit ihm, sondern auch das Kennenlernen seiner Frau Christina, die wir bisher noch nicht getroffen haben. Die beiden haben vor Jahren ihr Eiscafé in Husum verkauft und sich mit viel Herzblut ein neues Leben auf Lanzarote aufgebaut. Ihr Projekt? Ein verfallenes Anwesen, das sie mit klassischen Baumaterialien und viel Liebe zum Detail in ein wahres Schmuckstück verwandelt haben. Zwei geschmackvoll eingerichtete Ferienwohnungen und ihr eigenes Haus thronen nun auf einem malerischen Hanggrundstück. Stolz führen sie uns durch ihr kleines Paradies – und wir sind beeindruckt. Susi meint – und ich kann ihr nur zustimmen – so stilvoll renovierte und eingerichtete Ferienwohnungen haben wir selten gesehen. Der Abend vergeht wie im Flug. Bei gutem Wein, Käse und Salami plaudern wir über alles Mögliche – von Husum über Marokko bis hin zum Auswandern auf die Kanaren. Die Gespräche sind spannend, die Stimmung ausgelassen und als wir irgendwann auf die Uhr schauen, ist es bereits spät. Zum Glück dürfen wir mit Betty auf ihrem Grundstück übernachten – praktischer geht’s nicht!

Vielen Dank, ihr beiden – bis irgendwann mal wieder!

Ein Tag in den Feuerbergen – Montañas del Fuego und La Geria

Heute steht ein echtes Highlight auf dem Programm: die Montañas del Fuego im Timanfaya-Nationalpark! Bevor es in das Herz der Vulkanlandschaft geht, machen wir einen Stopp im Besucherzentrum, wo wir mehr über die dramatische Geschichte der Vulkanausbrüche auf Lanzarote erfahren. Die Erklärungen über den weltweiten Vulkanismus und die Bewegungen der Erdplatten lassen uns einmal mehr erkennen, wie lebendig und unberechenbar unser Planet eigentlich ist. Anschließend fahren wir tief in den Nationalpark hinein. Gegen eine Gebühr von 20 € pro Person geht es über eine steile Straße hinauf zum Aussichtspunkt Islote de Hilario. Von hier aus startet die Ruta de los Volcanes, eine 14 Kilometer lange Rundfahrt, die man ausschließlich mit den offiziellen Bussen machen kann.

Wir haben Glück und erwischen beste Plätze ganz vorne rechts – mit atemberaubendem Panoramablick auf die bizarre Lavalandschaft. Die Fahrt fühlt sich an wie eine Mischung aus Naturdokumentation und Achterbahnerlebnis: enge Serpentinen, schmale Straßen ohne Leitplanken, und immer wieder ragt das Vulkangestein bedrohlich nah an uns heran. An manchen Stellen scheint der Bus direkt über dem Abgrund zu schweben – Adrenalin inklusive! Doch unser Fahrer bleibt völlig entspannt, selbst als er sich angeregt mit einer jungen, hübschen Spanierin unterhält, die er strategisch auf den Reiseführersitz platziert hat. Wir vertrauen darauf, dass er die Strecke nicht zum ersten Mal fährt.

Feuer, Geysire und ein natürlicher Vulkan-Grill

Zurück am Aussichtspunkt wird uns demonstriert, wie lebendig der Vulkan unter unseren Füßen noch immer ist. Ein Parkmitarbeiter wirft trockenes Buschwerk in eine Spalte – sofort fängt es Feuer. Noch beeindruckender: Ein Eimer Wasser wird in ein Rohr gegossen, das in die Tiefe führt. Wenige Sekunden später schießt eine meterhohe Dampffontäne als Geysir aus dem Boden – ein Spektakel! Ein weiteres Highlight ist das Restaurant, das sein Fleisch mit Vulkanwärme grillt – ein natürlicher „Airfryer“ direkt aus dem Vulkan. Unter einer brunnenartigen Öffnung strömt so heiße Luft aus dem Erdinneren, dass darauf problemlos gegrillt werden kann. Beeindruckend und zugleich ein wenig unheimlich, wenn man sich bewusst macht, was sich unter unseren Füßen verbirgt.

La Geria – Weinbau in der Lavalandschaft

Auf dem Rückweg an die Küste durchqueren wir La Geria, Lanzarotes berühmtes Weinanbaugebiet. Hier ist Weinbau unter extremen Bedingungen möglich – allerdings mit erheblichem Aufwand. Jeder einzelne Rebstock wächst in einer Vertiefung im Lava- und Ascheboden, die Wasser speichert und Verdunstung reduziert. Um die Pflanzen vor dem kräftigen Passatwind zu schützen, wird zusätzlich eine halbkreisförmige Steinmauer um jede einzelne Rebe gebaut. Am Abend übernachten wir an der Costa Teguise. Morgen steht in Arrieta ein Wiedersehen mit Barbara aus Flensburg auf dem Plan, die mittlerweile auch von Teneriffa über Fuerteventura hierhergekommen ist. Wir sind gespannt auf ihre Geschichten! Morgens gibt es dann ein großes Wiedersehen mit Barbara und Hündin Ramba. Ähnlich wie wir haben die beiden auch ein Inselhopping gemacht. Allerdings fährt Barbara bereits in einer guten Woche zurück in  Richtung norddeutsche Heimat. In Flensburg hat Barbara ihre eigene Physiotherapiepraxis, und ich nutze ihre Fähigkeiten, um mir meine Hand wieder fit für den Wassersport kneten zu lassen! Mit der anderen Hand darf ich währenddessen Ramba kraulen.

Wingfoilen in La Santa - endlich wieder auf dem Wasser!

Für den 13. Februar haben wir uns vorgenommen, Barbara den Wingfoil Spot in La Santa zu zeigen. Vorher machen wir zusammen noch eine große Inselrundtour um die Nordspitze der Insel herum. Das Wetter ist perfekt und der Ausblick vom Mirador de Guinate auf die Insel La Graciosa ist noch schöner als beim letzten Mal. In La Santa weht ein leichter Wind, und ich fühle mich fit genug, um das erste Mal seit dem verhängnisvollen 22. Dezember (Reiseblog Teneriffa - ein tiefer Einschnitt) wieder auf das Wasser gehen zu können! Die Bedingungen sind genau richtig, um mich an die Belastungfähigkeit meiner linken Hand heran zu tasten. Als ich zum Sonnenuntergang wieder vom Wasser komme, bin ich super happy.

Am nächsten Tag ist der Wind erst mal weg, dafür sind die Wellen auf der Atlantikseite von La Santa umso höher. Vom sicheren Ufer aus sehen wir den wenigen Wellenreitern zu, die sich in die bis zu 5-6(!) m hohen Wellen wagen. Zum Abend fahren wir in den Fischerort El Golfo. Normalerweise gehen wir auf unserer Reise selten essen – wir kochen gerne selbst und achten auf unser Budget. Aber heute Abend gönnen wir uns ein schönes Fischgericht während hinter uns die Sonne im Atlantik versinkt. Danach sind es nur einige Schritte bis zu unserem Van, der nur wenige Meter vom Meer entfernt steht. Ein herrliches Leben!

Am nächsten Morgen besuchen wir noch mal die Höhlen in den Klippen von Los Hervidores. Dieses Mal sind die Wellen noch deutlich höher und es ist ein Spektakel zuzusehen, wie die Wassermassen in die Höhlen branden. Heute wollen wir uns noch Playa Honda ansehen. Dieser beschauliche Ferienort, hauptsächlich für spanische Touristen, liegt direkt am Flughafen von Lanzarote und ist ein bekannter Spot zum Wingfoilen. Heute aber weht der Wind ablandig und es bleibt beim Sightseeing an der Strandpromenade. Wir fahren daher wieder nach la Santa und ich freue mich, dort auf der Lagune wieder wingfoilen zu können!

Zum Glück ist es am nächsten Morgen immer noch windig und ich kann noch mal auf der Lagune wingfoilen. Die linke Hand funktioniert schon wieder ganz gut. Zum Schutz trage ich Handschuhe und bin mit Helm und Prellweste hoffentlich vollständig gegen weitere Missgeschicke abgesichert. Susi schwingt sich derweil auf ihr E-Bike und erkundet noch mal die Gegend um La Santa ganz genau. Nachdem sie diesen Teil von Lanzarote anfänglich nicht so ansprechend fand, gefällt es hier um La Santa herum mittlerweile sehr gut. Unsere Tage auf Lanzarote sind aber gezählt. Wir verabschieden uns von der Wingfoiling Clique und brechen in den Süden zum Fährhafen Playa Blanca auf. Nach einer ruhigen Nacht in Playa Blanca planen wir am 17. Februar morgens die erste Schnellfähe zurück nach Fuerteventura zu nehmen. In wenigen Tagen bekommen wir dort den lang ersehnten Familienbesuch. Wir sind sehr rechtzeitig am Fährhafen und fast das einzige Fahrzeug dort. Das nehmen die Mitarbeiter der Fährlinie erstmal zum Anlass unser Fahrzeug gründlichst zu vermessen, ob wir bei der Anmeldung nicht mit der Länge geschummelt hätten. Haben wir aber nicht. Pünktlich um 11 Uhr geht es dann los und nach nur 25 min Fahrt laufen wir in den Hafen von Corralejo ein.

Fazit: Ursprünglich hatten wir für unsere Insel-Hopping-Tour nur wenige Tage auf Lanzarote eingeplant – am Ende wurden es gut zweieinhalb Wochen und die Insel hat sich als unser neuer Favorit herausgestellt! Lanzarote hat genau die richtige Größe, um schnell von einem Ende der Insel zum anderen zu gelangen. Dank César Manrique wirkt sie wie aus einem Guss – Bausünden sind (fast) nicht zu finden. Wassersportbegeisterte, Biker und Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten und im Vergleich zu Fuerteventura bietet Lanzarote deutlich mehr Abwechslung. Und dann diese Vulkanlandschaft – einfach einzigartig!

Lanzarote, wir kommen definitiv wieder!

Übrigens: Wenn euch der Reiseblog gefällt, freuen wir uns sehr über ein "gefällt mir" in dem ihr auf das Herz klickt!

On the road: 391 Tage
Zurückgelegte Strecke: 25.050 km
Fortsetzung folgt

Auf einen Blick

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Begleitung
Zu zweit
AbenteuerlichAbseits der PfadeEntspannend
  • Montañas del Fuego im Timanfaya-Nationalpark
  • Ruta de los Volcanes mit dem offiziellen Bus
  • Wingfoilen in La Santa
  • Fähre von Playa Blanca nach Corralejo
  • Blick auf La Graciosa vom Mirador de Guinate
Wingfoil-EquipmentE-BikeHelmPrellwesteHandschuhe
NaturStrandRoadtripTransitAbenteuer
  • Eintritt/Busfahrt Timanfaya-Nationalpark20 €
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Antworten (2)

Frankvor mehr als 1 Jahr
…da sind wir wieder un einiges schlauer geworden. Spannend! Gestern gab es erst einmal einen leckeren Weißwein aus Lanzerote 😎

Alexandra vor mehr als 1 Jahr
Hallo John,Es hat wieder Spaß gemacht den Reisebericht zu lesen u msn kann sich immer wieder gut reinversetzen in Eure Abenteuer!👍👍👍

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Reiseberichte Spanien
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