Der Camino ist zum Alltag geworden.
Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt jede Nacht woanders zu schlafen, jeden Tag viel zu gehen und noch mehr zu entdecken. Es gab jedoch auch eine spontane Planänderung, aber eins nach dem anderen.
Es ging weiter entlang des Caminos. In Zirauki konnte bei einer Fiesta abends mitgetanzt werden, in Logroño musste man aufgrund eines Wein-Festivals verzweifelt nach Übernachtungsmöglichkeiten suchen oder (wie ich) die Stadt meiden und direkt weiterziehen. In Irache gibt es einen Brunnen aus dem (kein Witz) Wein fließt. Natürlich habe ich probiert, war lecker :)
Dennoch gab es etwas auf dem Camino, das mich gestört hat und das ich ehrlich gesagt unterschätzt habe: die schiere Menge an Leuten, die diesen Weg läuft. Nach kurzer Überlegung bin ich daher auf den wesentlich ruhigeren Camino del norte gewechselt, der immer an Spaniens Nordküste entlang läuft und was soll ich sagen, es hat sich mehr als gelohnt. Nicht nur, dass es hier viel ruhiger ist, die Landschaft ist auch mehr meins. Warum? Ich sehe jeden Tag das Meer <3
Bilbao hat mich absolut fasziniert. Ich war dort 2 Tage und bin mit staunenden Augen durch die Stadt, das Schifffahrtsmuseum und natürlich das Guggenheim-Museum. Nur leider war ich so fasziniert, dass ich vergessen hatte mir die vorgenommen Wanderstöcke zu kaufen. Kein Problem, später ist ein Decathlon nur 3km südlich vom Camino, nur kurz einen Weg über einen Hügel. So versprach es mir zumindest Google Maps. Maps hat kuriose Vorstellungen von "Wegen". Ich kämpfte mich etwa die Hälfte des "Weges" durch dichtes Unterholz eines Waldes gespickt mit Dornenbüschen. Die Dornen zupfte ich mir anschließend aus meinem blutenden Knie. Immerhin hatte ich ja inzwischen Wanderstöcke um gegen das Unterholz anzukämpfen.
Im Norden zusammen mit meinen neuen Wanderstöcken angekommen, reihte sich ein Highlight an das Nächste: die Höhle von Altamira, beeindruckende Felsenformationen im Meer, Klippen, die von schaumigen Wellen umspült werden, altehrwürdige Fischereihäfen und Hippie-Surf-Dörfer. Ich bin gespannt, was alles noch vor mir liegt.
The Camino has become part of everyday life.
By now I’ve gotten used to sleeping somewhere different every night, walking a lot every day, and discovering even more. There was also a spontaneous change of plans — but one thing at a time.
I continued along the Camino. In Zirauki I ended up dancing at a fiesta, and in Logroño you had to desperately search for a place to sleep because of a wine festival — or (like I did) avoid the city altogether and keep going. In Irache there’s a fountain that (no joke) pours wine. Of course I tried it — it was delicious :)
Still, there was something on the Camino that bothered me, something I honestly underestimated: the sheer number of people walking this route. After a bit of thinking, I switched to the much quieter Camino del Norte, which follows Spain’s northern coastline — and what can I say, it was more than worth it. Not only is it much calmer here, the landscape also suits me better. Why? Because I see the sea every single day <3
Bilbao absolutely fascinated me. I spent two days there, wandering through the city with wide eyes, visiting the maritime museum and of course the Guggenheim. Unfortunately, I was so captivated that I forgot to buy the walking sticks I had planned to get. No problem — later on there was a Decathlon just 3 km south of the Camino, just a short path over a hill. At least that’s what Google Maps promised. Maps has curious ideas about what “paths” are. I fought my way through dense undergrowth for about half of the “path”, thorns included. I pulled them out of my bleeding knee afterwards. At least I had walking sticks now to battle the undergrowth.
Once I reached the north with my new walking sticks, one highlight followed the next: the Cave of Altamira, impressive rock formations in the sea, cliffs washed by foamy waves, venerable fishing harbours, and hippie surf villages. I’m excited to see what still lies ahead.