Teil 7 JAPAN 🇯🇵 TOKYO
Do. 26.03.2026 Willkommen in Japan 🇯🇵 Um 21:15 Uhr in Tokyo Narita gelandet. Gleich das e

Veröffentlicht: 07.04.2026






























































































































































































































































































































Mo. 06.04.2026
Goodbye Tokyo / Hello Kanazawa
10 Tage Tokyo vergingen wie im Fluge.
Nun beginnt unsere Weiterreise durch Japan.
Um 9:38 Uhr ging’s los vom Bahnhof Ueno aus mit dem berühmten supertollen spacigen Zug Shinkansen. „Wow, die Nase ist ja noch länger, als erwartet“.
2:49 Stunden brauchten wir bis nach Kanazawa und kamen somit um 12:27 Uhr an. Während der Fahrt hatten wir tolle Blicke rechts auf das Meer und links auf schneebedeckte Berge.
Kanazawa wird als kleines Kyoto von Japan bezeichnet. Die Burgstadt mit über 400 Jahren Geschichte ist vor allem für ihre gut erhaltenen Viertel aus der Edo-Ära bekannt.
Wir fuhren mit einem Taxi (da wir nicht so lang auf den nächsten Bus warten wollten, war aber trotzdem relativ günstig) zu unserem Hotel, das Henn na Hotel Kanazawa Korimbo, wo wir die nächsten 2 Nächte sein werden. Hier zahlten wir pro Nacht ca. 61 €. Die Dinosaurier schliefen noch (Erklärung dazu kommt später), daher konnten wir noch nicht einchecken, aber wir konnten die Koffer da lassen.
So machten wir uns zügig auf den Weg die wichtigsten Punkte schonmal anzusehen. Das Wetter soll heute auch besser sein als morgen.
Fußläufig gut zu erreichen war die Burg Kanazawa. Das ist eine teilweise wiederaufgebaute Burg, die von der wohlhabenden Maeda Familie 1583 erbaut wurde und über 14 Generationen haben bis 1869 dort residiert. Heutzutage ist nicht mehr so viel von der komplett ursprünglichen Burg erhalten, da sie im Laufe der Jahrhunderte aufgrund von Naturkatastrophen mehrmals durch Feuer zerstört wurde.
Während der Meiji-Zeit (1868–1912) war die Burg Hauptsitz der japanischen Armee. Anschließend wurde sie bis zum Jahr 1996 von der Universität Kanazawa genutzt.
Der komplette Komplex besteht aus mehreren Gebäuden und vielen Gärten.
Zu beschreiben in einem Satz könnte man sagen: Egal wo man hinsieht, man sieht immer das perfekte Bild und würde man ein Foto sehen, würde man sagen, dass es völlig übertrieben verschönert wurde. Überall und wirklich überall sind Kirschblüten zu sehen und das in der Kombination zur Burg unglaublich schön. Der absolute Wahnsinn.
Wir liefen so einige Zeit dort umher und gingen dann zum gegenüberliegenden Kenrokuen-Garten.
Dieser gehört zu den drei schönsten Gärten Japans. Tja auch hier konnten wir uns nicht sattsehen. Wir verstehen jetzt wirklich warum alle so verrückt nach Japans Kirschblüte sind. Das sah alles wie in einem kitschigen Märchenfilm aus. So was Schönes!
Noch kurz einen Blick auf einen Schrein:
Dann gingen wir in das alte Samurai Viertel Nagamachi, was auch hübsch war aber uns jetzt nicht so sehr umgehauen hat.
Zum Abendessen dachten wir, wir finden was leckeres am Fischmarkt Omicho Market. Darüber lasen wir, dass man dort gut essen kann. Leider stellten wir fest, dass er um 17 Uhr schon zu gemacht hat. Allerdings ging das Problem so weiter. Irgendwie werden hier anscheinend spätestens um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Wir fanden dann aber mehrere kleinere Restaurants in einer Art Einkaufszentrum und konnten dann sehr gutes Sushi, dass der Sushi Meister für einen aussucht und eine Bowl mit Reis und Sashimi essen.
Danach ging’s dann in unser Hotel zum einchecken.
Da erwarteten uns die Rezeptionisten, inzwischen ausgeschlafen:
Sehr süß. Sie bewegten sich richtig, sahen uns an und sagten, was zu tun ist.
Unser Zimmer auch sehr hübsch mit den Futon- Betten. Zwar auch wieder kaum Platz für Koffer usw. Aber na, da wussten wir ja.
Di. 07.04.2026
Kanazawa 2. Tag
Heute haben wir mal im Hotel gefrühstückt. Ein gutes Buffet aus japanischen und etwas westlichen Essen für ca 10 € pP.
Wie vorhergesagt, regnete es wieder so richtig, daher ließen wir uns doch etwas Zeit mit unserer heutigen Sightseeingtour, es wurde aber nicht besser und vor allem war es echt ganz schön kalt den ganzen Tag. Am Nachmittag war es dann wenigstens trocken.
Als erstes gingen wir zum Myouryuji Tempel, allgemein bekannt als Ninja-dera (Ninja Tempel). Es ist ein buddhistischer Tempel der Nichiren-Sekte und wurde 1643 von den Maeda Fürsten gebaut.
Obwohl der Tempel nicht wirklich mit Ninjas in Verbindung gebracht wird, verdiente er sich seinen Spitznamen wegen seiner vielen trügerischen Verteidigungen zum Beispiel aus versteckten Tunneln, Geheimräumen, Fallen oder ein Labyrinth von Korridoren und Treppen. Der Myoryuji Tempel wurde so verwirrend gebaut, um zur Verteidigung als geheimer Militärsstützpunkt zu fungieren. Im Tempel gibt es viele Vorrichtungen und Fluchtwege, um im Notfall die nahe Burg Kanazawa zu warnen.
Man kann den Tempel nur mit einer Führung auf Japanisch besuchen, bekommt aber eine Übersetzungsmappe und man darf keine Fotos machen.
Die 40 minütige Tour war wirklich interessant und beeindruckend.
Als Nächstes spazierten wir durch das Geisha-Viertel „Nishi Shaya District“. Dort konnten wir uns auch ein Haus anschauen.
Passend dazu sahen wir uns im Samurai Viertel ein alte Samurai Villa „Nomura-Ke Samurai Heritage Residenz“ an mit einem sehr hübschen Garten.
An einem daneben liegenden Geschäft kauften wir Pralinen aus Matcha, Schokolade und Nuß Mischungen, die mit Blattgold versehen sind als Souvenir, typisch für Kanazawa.
Unser nächster Weg führte uns zum Gyokusen Immaru Garden, der an der Burg Kanazawa liegt. Dort machten wir bei einer Art Tee-Zeremonie im ganz kleinen Sinne mit. Das war ein sehr schönes ruhiges Erlebnis mit Blick auf den wunderschönen Garten. Daß es dann auch noch hagelte, verdrängten wir beim Matcha-Genuss.
Gleich dahinter liegt der Oyama Schrein. Dort haben wir uns relativ kurz die hübsche Außenanlage angeschaut.
Der nächste Punkt war ein Halt an einem Geschäft um ein ganz besonderes Souvenir zu kaufen. Das erste Mal, dass wir uns etwas nachhause schicken lassen. Der Versand kostet nur 35 €. Es ist ein Samurai Schwert (120 €). Kein richtig scharf geschliffenes, aber originalgetreu wie das Schwert des Samurais Maeda Keijirou vom großen Maeda Clan, der in diesem Ort jahrhundertelang regierte.
Dann versuchten wir nochmal unser Glück beim großen Fischmarkt Omicho Market. Es waren zwar auch wieder einige Stände geschlossen aber dennoch sahen wir viele Fisch- und andere Angebote. Wir aßen an einem Stand, wie empfohlen, Sashimi und zum ersten Mal probierten wir Seeigel, der doch nicht ganz so lecker war. Schmeckte etwas muffig und schleimig.
Der nächste Spaziergang war durch das Samurai Viertel „Higashi Chaya“. Ein sehr hübscher Ort mit sehr vielen Teehäusern, man konnte sich gut vorstellen, wie sie hier früher lebten. Die Sonne ließ sich dann auch mal etwas blicken.
Zum Schluss marschierten wir ungefähr eine halbe Stunde bis zum Bahnhof um dort etwas in den Geschäften herumzubummeln und dort aßen wir auch nochmal Sushi.
Mi. 08.04.2026
Kyoto Ankunftstag
Um 9:54 Uhr fuhren wir mit dem Shinkansen von Kanazawa zu dem 230 km entfernten Kyoto.
Zwischendurch mussten wir in Tsuruga in einen Thunderbird umsteigen und kamen um 12:09 Uhr in Kyoto bei Sonnenschein an. Richtiges Aprilwetter, gestern hätte man sich nicht genug Jacken übereinander ziehen können, heute teilweise kurze Hosen.
Wir sind eine Station mit der Bahn und paar Minuten zu Fuß bis zu unserem Hotel gegangen. Wir konnten wieder das Gepäck da lassen, da es ja noch zu früh zum einchecken war und gingen los.
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Kyoto Kurzportrait
Kyoto, Japans ehemalige Kaiserstadt (794-1868), ist das kulturelle Herz des Landes und bekannt für über 2.000 Tempel, Schreine (u.a. Fushimi Inari) und UNESCO-Welterbestätten. Die 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt verbindet Tradition, wie im Geisha-Viertel Gion, mit moderner Kultur. Sie gilt als eine der schönsten Städte Japans.
Hauptmerkmale und Highlights:
Kyoto war im Zweiten Weltkrieg kaum von Bombenangriffen betroffen, weshalb viele Bauten im Original erhalten sind. Die Stadt eignet sich ideal, um das traditionelle Japan zu erleben
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Wir sahen uns als erstes den Kaiserpalast an. Da brauchten wir schon so einige Zeit. Die Innenräume konnte man aber nicht besichtigen.
Nach einer Pause mit Matcha Eis und grünen Tee fuhren wir eine halbe Stunde mit dem Bus zum goldenen Pavillon, der Kinkaku-ji. Dieser buddhistische Tempel ist zum großen Teil mit Blattgold versehen und steht in einer schönen Teichanlage. Ab hier merkten wir wie voll Kyoto mit Touristen ist. Man muss schon zusehen, wie man ein Foto ergattern kann. Das bemerkten wir dann auch ordentlich bei unserer nächsten Busfahrt. 20 Haltestellen standen wir völlig eingequetscht.
Wir schlenderten als letzten Punkt über den Nishiki Markt. Hier gab es alles mögliche von diversen japanischen Spezialitäten, Souvenirs bis Kleidung alles dabei. Ein riesengroßer und schöner Bereich.
Zufällig stießen wir hier auf eine ganz besondere Restaurant-Art. Davon haben wir vorab gelesen und uns auch vorgenommen da zu essen. Es war klar, dass es eine teurere Angelegenheit wird und kostete uns über 100 € zusammen.
Es handelt sich um ein Omakase-Sushi Restaurant. Das sind Restaurants mit einer kleinen Theke, an der nur etwa fünf bis zehn Leute sitzen können. Man sieht ganz genau, wie der Sushi-Meister (teilweise mit zehn Jahren Ausbildung!) das Essen zubereitet. Diese Läden basieren auf dem Omakase-Prinzip, was übersetzt so viel wie „es über-lassen" bedeutet. Es gibt also keine klassische Karte, sondern man überlässt dem Sushi-Meister, was man isst, da sie am besten einschätzen können, welche Zutaten gerade besonders frisch sind, und die beste Reihenfolge wählen können, damit der Gast die perfekte geschmackliche Reise erlebt. Ein Besuch in einem Omakase-Sushi-Laden ist darauf ausgelegt, dass du dort einige Stunden verbringst. Es ist nicht nur ein Restaurantbe-such, es ist eine kulinarische Reise und der Laden ist eine Art andere Welt.
Und es liegen auch Welten - wirklich Welten! - zwischen Fließband-Sushi-Läden und Omakase-Läden, was die Sushi-Qualität angeht.
Es war wirklich sehr gut. Wie man ja weiß, essen wir unglaublich gern Sushi und haben die viel bessere Qualität auch echt geschmeckt. Wir tranken Sake dazu und es gab eine Misosuppe, ein Mini-Reisomelette sowie ein kleines Dessert.
Das war ein wirklich schönes Erlebnis.
Dann liefen wir noch ein wenig auf dem Markt umher und fuhren zu unserer Unterkunft für die nächsten 5 Nächte. Unser Hotel ist das Kyoto Universal Hotel Karasuma. Unser Zimmer ist mit 12 Quadratmetern noch ein Quadratmeter kleiner als in Tokyo und ist schon sehr einfach. Ein sehr kleines Doppelbett und ein aufgeklapptes Schlafsofa und echt eng. Aber wenigstens sauber. Frühstück und Abendessen ist Inclusive, haben wir ja heute noch nicht getestet, denken aber dass es auch sehr einfach ist. Mit ca. 85 € die Nacht auch nicht so billig.
Do. 09.04.2026
Kyoto
Nach einem nicht wirklich gutem Frühstück im Hotel fuhren wir relativ früh bei noch frischen 7 Grad los zu einer der wichtigsten Highlights Kyotos:
Der Fushimi Inari-Taisha ist einer der bedeutendsten Shinto-Schreine in Japan und weltweit berühmt für seine unzähligen, leuchtend roten Torii-Tore. Diese Tore, die von Gläubigen als Dankesgaben gestiftet wurden, bilden beeindruckende Tunnel, die sich über den gesamten Pfad den heiligen Berg Inari hinauf erstrecken.
Der Weg durch diese Torii, oft in tiefem Rot und mit japanischen Inschriften versehen, führt durch dichte Wälder und entlang von kleineren Schreinen, die dem Fuchs, dem Boten des Inari, gewidmet sind. Zwischendurch hat man auch schöne Ausblicke auf Kyoto. Eigentlich sollte man auf diesem Weg spirituelle Einblicke und ein Gefühl der Ehrfurcht und Verbundenheit mit der japanischen Kultur und Natur erleben, aber durch das meist langsame Durchschieben Schulter an Schulter mit Tausenden anderen Touristen fällt das eher schwer.
Umso ruhiger wurde es an unserem nächsten Punkt. Das scheint den anderen Touris wohl nicht zu interessieren. Es war auch eher versteckt und sah ein wenig „vergessen“ aus. Aber wir fanden es hier wunderschön.
Das war die Burg Fushimi. Sehr schön gelegen in einem Park mit verschiedenen Bäumen und natürlich war auch die Kirschblüte wieder dabei.
Als Nächstes fuhren wir wieder Richtung „City“ zu dem 131 Meter hohen Kyoto Tower. Auf 100 Metern hatten wir eine schöne Aussicht auf Kyoto.
Die Nijo Burg war unser nächster Punkt. Dazu fuhren wir 11 Stationen mit dem Bus.
Die Burg Nijo war Heimstätte von Tokugawa Ieyasu, dem ersten einer Reihe mächtiger Tokugawa-Shogune, die mehr als 200 Jahre lang das Land beherrschten.
Die Burg ist womöglich die unverblümteste Zurschaustellung der Macht, die der Shogun während der Edo-Zeit (1603–1868) über den Kaiser hatte. Sie gehört aufgrund ihrer historischen Bedeutung, ihrer Größe und ihrer Lage sowie ihres Status als UNESCO-Welterbe zu den bekanntesten Burgen in Japan.
Wir konnten auch den Palast mit seinen imposanten Innenräumen besichtigen.
20.000 Schritte waren noch nicht ganz voll. Also ging’s weiter. Erstmal wieder 11 Stationen mit dem Bus um dann den 2 km langen Philosophenweg „Tetsugaku no Michi“ entlangzuspazieren. Ein sehr schöner Weg am Kanal, der von Kirschbäumen gesäumt ist. Auch viele Cafés und Shops sind hier zu finden. Der Weg verdankt seinen Namen dem berühmten Philosophen Nishida Kitaro, der diesen Weg regelmäßig zur Meditation nutzte. Ein wirklich schöner Weg. Langsam merkt man, dass es bald mit der Kirschblüte vorbei ist:
Zum Abendessen fuhren wir wieder in die Futtermeile Nishiki Markt und aßen heute ausnahmsweise mal Sushi. Diesmal wieder günstiger vom Band.
Fr. 10..04.2026
Kyoto Teezeremonie und Gion
Überraschung, es regnet. Na war keine Überraschung. Vorhersagen passen wenigstens meist. So schliefen wir mal einfach länger. Gestern Abend haben wir es tatsächlich geschafft noch eine Teezeremonie für heute zu buchen. Mit fast 100 € pP nicht grad billig, aber wir finden, dass es zu einer Japanreise dazugehört. Wir haben vor dem Termin auch nicht ganz so viel gemacht um nicht so sehr klitschnass dort anzukommen.
Um 15 Uhr war der Termin in einem 140 Jahre alten Machiya. (Das ist ein traditionelles japanisches Stadthaus aus Holz, das als Wohn- und Geschäftshaus dient. Typisch sind zwei Stockwerke, eine schmale Straßenfront mit großer Tiefe (Reihenhausstil) und traditionelle Elemente wie Tatami-Matten, Schiebetüren (Shoji) sowie oft kleine Innenhöfe (Tsuboniwa). Sie prägen besonders das historische Stadtbild von Kyoto.)
Wir waren mit ungefähr 15 weiteren Touris da und wurden als erstes in unsere Kimonos von lieben älteren süßen Damen eingekleidet, etwas Haarschmuck kam auch noch dazu und dann wurden schöne Fotos von uns gemacht. Die Besitzerin des Hauses, die in der 13. Generation es bewohnt, erzählte uns einiges und eine nette Angestellte führte uns im Haus und Garten herum und berichtete interessante Dinge. Dann ging es zur Teezeremonie. Es wurde uns alles erklärt und dann durften wir den Matcha und die dazugehörige Süßspeise aus Reis und Rote Bohnenpaste traditionell zu uns nehmen.
Es war eine schöne angenehme und interessante Erfahrung.
Passend dazu fuhren wir als Nächstes in das Geishaviertel Gion. Dort liefen wir umher und sahen tatsächlich auch ein paar echte Geishas (hier Geikos genannt) und Maikos (Geishas in Ausbildung).
Dort haben wir auch nett in einem kleinen Restaurant gegessen. Wir haben Okonomiyaki, das uns direkt am Tisch auf einer Eisenplatte gebraten wurde, gegessen. Ein leckeres und günstiges Kohlgericht.
Das war heute ein sehr traditioneller Tag, sehr passend für Kyōto.
Sa. 11.04.2026
Kyoto Tagesausflug Nara
Früh um halb 6 klingelte der Wecker und nach einem schnellen Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg. Ein bisschen unsicher waren wir mit der richtigen Bahnfahrt aber letztendlich, und leider doch etwas später als erhofft, fuhren wir um 8:20 Uhr los nach Nara und kamen um 9 Uhr an.
Der Ort ist ja bekannt für die über 1200 frei lebenden, geschützten und zutraulichen Sika-Hirschen. Also haben wir damit gerechnet auf diese hier und da mal zu stoßen und vielleicht füttern zu können. Aber es waren nicht viele, nein, es waren Massen. Es gab keinen Quadratzentimeter ohne Hirsch, die hier als Boten der Götter gelten und sind heute als nationale Naturmonumente geschützt.
Unglaublich, sie waren so unfassbar zutraulich und nicht nur das. Man kann sie füttern mit für sie bestimmten Keksen und dann wird man von ihnen regelrecht belagert. Sie knabbern und ziehen an den Klamotten oder auch oft nicht nur an der Kleidung. So ein Spaß! Überall waren sie. Wir haben sogar noch welche in der Innenstadt gesehen, sah so aus, dass sie gleich den Bus nehmen wollten. Sie gingen in die Shops, über die Ampel, ruhten sich aus und jagten die Leute umher. Aber das allercoolste ist, dass sie sich, genau wie ihre menschlichen Landsleute, andauernd verbeugen, auch oft wenn man sich vor ihnen verbeugt. So unglaublich süß.
Wir verbrachten den ganzen Tag in Nara. Außer den Hirschen hat Nara noch mehr zu bieten. Nara war von 710 bis 784 n. Chr. Japans erste feste Hauptstadt und beherbergt zahlreiche UNESCO-Weltkulturerbstätten mit vielen besonderen buddhistischen Tempeln. Viele sahen wir uns an, immer umgeben von den süßen Hirschen.
Unter anderem sahen wir uns den Todai-ji-Tempel an mit der weltgrößten bronzene Buddhastatue (Daibutsu) in einem der größten Holzgebäude der Welt.
Auch der Kasuga-Taisha Schrein mit seinen tausenden Laternen war was ganz besonderes.
Wir fuhren dann etwas weiter raus zum Heijo-Palast. Von dem einst wichtigsten Bauwerk Japans ist jetzt nur noch wenig zu sehen. Die Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Kaiserpalastes wurden unter Verwendung authentischer, epochengetreuer Materialien wiederaufgebaut. Das Gelände war sehr weitläufig und nicht ganz so spektakulär aber nett.
Zum Abend liefen wir noch etwas in Naramachi umher, das das historische Kaufmannsviertel mit gut erhaltenen Gebäuden, traditionellen Häusern, kleinen Museen und Geschäften ist.
Gegessen haben wir heute mal Pizza.
Todmüde im Hotel brauchten wir noch lange die heutigen Fotos/Videos anzuschauen. Mit 433 Stück war das der Rekord. Aber es waren auch einfach zu lustige Momente.
So. 12.04.2026
Kyoto Sightseeing
Wieder früh los, denn es gab immer noch zu viel zu sehen und leider machen die Tempelanlagen und anderes oft schon immer ziemlich früh zu. Die letzen Dinge, die wir uns für Kyoto an unserem letzten Tag vorgenommen haben, lagen auch weiter entfernt voneinander.
Der erste Punkt war der Kiyomizudera Tempel, bekannt für seine hölzernen Veranden von denen man einen spektakulären Blick auf Kyoto und seine Berge hat. Wirklich sehr schöner Ort und wir waren froh, dass wir um 9 Uhr schon damit fertig waren als uns die Massen an Reise-Bussen und -Gruppen entgegen kamen.
Dann fuhren wir mit dem Bus zum Ginkakuji-Tempel, ‘Silberner Pavillon’, der auch zu den Top-Sehenswürdigkeiten gehört und ein Unesco-Weltkulturerbe ist.
Erbaut wurde er 1482 im Auftrag von Ashikaga-Shogun Yoshimasa in Anlehnung an seinen Großvater, der den Goldenen Tempel errichten ließ. Der Silberne Pavillon wurde jedoch bis heute nie versilbert.
Stattdessen besagt eine Legende, das das Mondlicht dem damals tiefschwarz lackierten Holz des Ginkaku ein silberfarbenes Aussehen verliehen habe und der Name daher rührt.
Direkt daneben liegt ein wunderschöner Sandgarten und ein Teich sowie ein sattgrüner bemooster Waldboden. Eine sehr schöne Anlage!
Um zu unserem nächsten Punkt zu gelangen, gönnten wir uns ein Taxi um etwas Zeit zu sparen. Für ca. 40 min Fahrt zahlten wir 31 €.
Wir ließen uns am Adashino Tempel absetzen um zum Chikurin Bambuswald zu kommen. Sehr berühmt ist der in der Nähe liegende Arashiyama Bamboo Forest. Aber wir haben öfter von Empfehlungen gelesen, lieber diesen Chikurin zu besuchen, da er genauso schön und nicht so ganz extrem überlaufen sein soll.
Der Tempel selbst oder eher die Anlage war schonmal sehr schön mit 8000 Statuen zu Ehren einsamer Seelen.
Der Bambuswald, was eigentlich nur ein kurzer Pfad zwischen Bambussen ist, war wirklich nicht so stark besucht und ganz hübsch.
Wir gingen danach trotzdem noch zum berühmten Arashiyama Bambuswald und tatsächlich war dieser überfüllt mit Menschen, auch wenn wir es uns noch etwas schlimmer vorgestellt haben. Der Weg selbst ist auch ähnlich nur etwas länger als der andere.
Dahinter ist gleich der Tenryu-Ji Tempel. Da sahen wir uns die sehr hübsche Gartenanlage mit wunderschönen, gerade blühenden, Rhododendren an und auch von da hatte man einen schönen Blick auf die Bambusse.
In dem ganzen Bereich auf den Straßen ist unglaublich viel los. Immer wieder erstaunlich diese Menschenmengen.
Wir arbeiteten uns danach weiter fort zum Affenpark.
Das war total schön. Auch wenn der ungefähr 20 minütige steile Aufstieg etwas anstrengend war, lohnte es sich sehr. Hier leben in freier Natur ca. 170 japanische Makaken, auch Schneeaffen genannt. Das ist ein Naturschutzgebiet und war in den 50er Jahren eine Station um die Population der Affen zu erforschen und zu schützen . Die Affen gewöhnten sich an Snacks und Menschen. Es wurde dann als Park eröffnet und inzwischen können Besucher die Makaken in freier Natur beobachten. Man kann sie mit Obst, das man dort kaufen kann, füttern. Aber nur indem man selbst hinter einem Zaun in einem Häuschen steht. Sonst gibt es strenge Auflagen und es laufen Sicherheitsleute umher, die die Touristen überwachen. Wir finden, das ist wirklich eine ganz tolle vernünftige Sache. Die Tiere wissen so, dass sie nur aus diesem Häuschen Futter bekommen und tatsächlich springen sie sonst einen gar nicht an und wollen einem etwas entreißen. Wir konnten sie stundenlang teilweise ganz nah beim Spielen, herumtollen und herumspringen beobachten.
Zum Abend fuhren wir wieder zur Foodgasse zum Sushi-Essen. Diesmal in einem Restaurant wo man gar nichts mehr mit Angestellten zu tun hat. Alles läuft über Computer. Diesmal mit etwas Nervenkitzel, denn wir aßen ein Sushi mit Kugelfisch.
Danach stiegen wir am Bahnhof aus und wollten schonmal die Tickets für die morgige Zugfahrt nach Osaka holen. Das gestaltete sich diesmal schwieriger und wir waren etwas länger damit beschäftigt. Als wir dann nachhause fahren wollten, fuhr irgendwie die Bahn nicht los, in der wir saßen. Es folgten nur auf japanisch Ansagen und es stiegen dann Leute aus, manche blieben sitzen. Wir fragten nach einiger Zeit den Schaffner, der mit seinen zwei Wörtern Englisch uns erklärte, dass es wohl ein Unfall gab und alle Züge erstmal stillstehen und man wohl nicht weiß wann es weitergeht. So gingen wir dann nochmal ungefähr 20 min bis nachhause.
Goodbye Kyoto
Weiter geht’s ➡️ Teil 9
