Weiterfahrt ins Kisotal
21. September Am Montag ging es nach dem opulenten Frühstück am Fuji mit unserem Mietauto weiter ins beschauliche Kiso-Tal in den japanischen Alpen. Auf dem Weg zu unserem Hotel...


Veröffentlicht: 24.09.2026














22. September
Am Dienstag fuhren wir nach dem Frühstück nach Tsumago-Juku, einer weiteren historischen Poststadt. Von dort wollten wir zu Fuß in die nächste Poststadt, Magome-Juku, wandern.
Also konnten wir zunächst wieder die schön erhaltenen Häuser aus der Edo-Zeit bewundern, bevor wir uns auf den etwa sieben Kilometer langen Wanderweg machten. Dabei wandert man tatsächlich eine der historischen Etappen, die Reisende schon vor mehreren hundert Jahren zurückgelegt haben.
Der Weg war wirklich schön. Immer wieder führte er durch die bewaldeten Berge oder entlang kleiner Bergbäche. Ab und zu kamen uns Wanderer entgegen, die kleine Glöckchen bei sich trugen. Erst unterwegs erfuhren wir, dass es in dieser Region wohl Schwarzbären gibt und diese Glöckchen deshalb empfohlen werden, um auf sich aufmerksam zu machen.
Auch am Weg standen immer wieder größere Glocken, die man läuten sollte. Wir haben es allerdings auch ohne Glocke geschafft, nicht gefressen zu werden.
In Magome angekommen, schauten wir uns natürlich erst einmal den malerischen Ort an und gönnten uns ein Belohnungseis. Anschließend nahmen wir den Bus zurück nach Tsumago. Dieser kam sogar ein bisschen später – was hier nur deshalb erwähnenswert ist, weil verspätete öffentliche Verkehrsmittel in Japan wirklich eine Seltenheit sind!
Da wir noch etwas Zeit hatten, machten wir auf dem Rückweg mit dem Auto noch einen Abstecher zur Nezame-no-toko-Schlucht. Dabei handelt es sich um einen Abschnitt des Flusses Kiso, in dem beeindruckende Felsformationen aus dem Flussbett herausragen.
Man konnte sich dort auch akrobatisch austoben und über die Felsen klettern, bis hinauf zum höchsten Felsen, auf dem ein kleines Tempelgebäude steht.
Der Ort ist außerdem mit einer der bekanntesten japanischen Sagen verbunden. Hier einmal in Kurzform:
Der Fischer Urashima Tarō rettet eine Meeresschildkröte vor ein paar mobbenden Kindern und wird daraufhin aus Dankbarkeit mit in den Unterwasserpalast eines Drachengottes genommen, wo sich herausstellt, dass die Schildkröte eigentlich dessen Tochter, Prinzessin Otohime, ist, welche ihm zum Abschied ein kleines Kästchen als Souvenir mitgibt und bittet ihn ausdrücklich, es niemals zu öffnen, was natürlich ignoriert wird und als Urashima das Kästchen schließlich öffnet, steigt Rauch daraus auf und er verwandelt sich augenblicklich in einen alten Mann.
Ende.
Und eben auf dem höchsten Felsen hier soll er dieses ominöse Kästchen geöffnet haben. Wer weiß …
Danach war der Tag auch schon wieder vorbei.
