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Zuletzt in Hiroshima

Ankunft in Hiroshima

Veröffentlicht: 05.10.2026

Zug
Bahnhof → Hiroshima Station
Shinkansen
Attraktion
Atomic Dome
Hiroshima, Japan
Essen
Okonomimura
$ · Abendessen
Event
Sake-Contest
Festival

1.Oktober

Donnerstags führte unser Weg zur letzten Unterkunft für diesen Urlaub. Es ging mit dem Shinkansen nach Hiroshima. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Bahnhof, wo wir den Bullet Train bestiegen. Mit diesem reisten wir trotz mehrerer Haltestellen in gerade einmal 1 Stunde und 42 Minuten die 360 Kilometer nach Hiroshima. Auf manchen Streckenabschnitten fuhr der Zug mit über 300 km/h und die Landschaft jagte nur so an uns vorbei.

In Hiroshima brachten wir erst einmal unser Gepäck ins Hotel und machten uns anschließend auf zu unseren heutigen Ausflugszielen, die allerdings eine sehr düstere Geschichte hatten.

Zuerst fuhren wir zum Atomic Dome, einer Ruine mitten in der Stadt. Ziemlich genau hier liegt das Hypozentrum der Atombombe, die von der Enola Gay am 6. August 1945 um 8:15 Uhr abgeworfen wurde und in 600 m Höhe explodierte. Im Umkreis von zwei Kilometern wurden die meisten Gebäude durch die Druckwelle hinweggefegt. Dieses Gebäude blieb jedoch teilweise stehen, da die Bombe darüber gezündet wurde und die enormen Kräfte dadurch überwiegend senkrecht nach unten wirkten.

Es war merkwürdig, die riesige moderne Stadt direkt um diese Ruine herum zu sehen.

Angrenzend an den Atomic Dome liegt der weitläufige Friedenspark, in dem sich zahlreiche Mahnmale und Gedenktafeln für die Opfer befinden. Es herrschte eine sehr andächtige Stimmung. Im Park stehen außerdem zwei große Friedensglocken, die zur Erinnerung an die Opfer und für den Frieden geläutet werden können. Was Isi und ich auch getan haben.

Danach ging es in das Friedensmuseum. Es war wie erwartet eine bewegende Erfahrung, aber dass es uns tatsächlich so mitnehmen würde, hatten wir nicht erwartet.

Einerseits waren da die nüchternen Zahlen am, die schon für sich erschreckend waren: Rund 80.000 Menschen wurden unmittelbar durch die Explosion getötet, Tausende weitere starben unter den Trümmern und in den anschließenden Feuern. Weitere Tausende erlagen später ihren schweren Verletzungen, Verbrennungen oder der Strahlenkrankheit. Bis zum Ende des Jahres sollen insgesamt über 140.000 Menschen ihr Leben verloren haben.

Es wurden aber auch tragische Einzelschicksale beleuchtet. Menschen, die für den Rest ihres Lebens neben den psychischen Folgen auch unter den Schmerzen ihrer Verletzungen oder Krankheiten litten. Geschichten darüber, wie Familien auseinandergerissen und ganze Leben zerstört wurden. Dazu persönliche Eindrücke in Form von Niederschriften, Zitaten, Fotos und gemalten Bildern.

Danach wurde in weiteren Ausstellungsräumen die Geschichte und Funktionsweise von Atomwaffen erklärt. Es wurde gezeigt, welche Arten von Schäden in welcher Entfernung vom Explosionszentrum entstanden. So erlitten Menschen noch in 3,5 Kilometern Entfernung Verbrennungen aufgrund der enormen Hitzestrahlung.

Alles in allem war es eine ziemlich heftige Erfahrung. Aber natürlich auch eine, von der wir sagen würden, dass man sie erlebt haben sollte, wenn man diese Stadt besuchen will.

Danach mussten wir das Ganze erst einmal ein bisschen sacken lassen. Wir gingen noch einmal durch den Friedenspark und später durch die Straßen der Stadt.

Hiroshima hatte vor dem Abwurf der Bombe rund 340.000 Einwohner und ist nach der Katastrophe wieder zu einer modernen Großstadt mit heute etwa 1,2 Millionen Bewohnern herangewachsen. Uns hat die moderne Stadt sehr gut gefallen.

Am Abend gingen wir noch im Okonomimura essen. Dabei handelt es sich um ein Haus, in dem sich mehrere urige Okonomiyaki-Geschäfte befinden. Wir hatten in Osaka ja bereits Okonomiyaki probiert, aber Hiroshima rühmt sich, seine ganz eigene Version dieses Krautpfannkuchens zu haben.

Beim Hiroshima-Style-Okonomiyaki werden die Zutaten nämlich nicht wie bisher miteinander vermischt, sondern einzeln auf der heißen Platte aufgeschichtet. Außerdem kommen sogar noch Nudeln mit in den Fladen.

Interessant – aber für uns bleibt der Osaka-Style der Favorit.

Nach dem Essen stießen wir in der Innenstadt noch auf einen Sake-Contest. Ähnlich wie beim Bierfest in Matsumoto konnte man auch hier zehn Wertmarken erwerben und sich damit an den verschiedenen Ständen durch die unterschiedlichen Sorten probieren.

Eigentlich waren wir schon ein bisschen fertig, aber so eine Gelegenheit darf man sich ja nicht entgehen lassen.

Die verschiedenen Sorten hätte man eigentlich auch bewerten sollen. Dafür hätte man allerdings eine japanische App benötigt. Also stellten wir einfach unser eigenes Ranking auf.

Irgendwie erregten wir die Aufmerksamkeit einer Reporterin. Die interviewte uns kurzerhand dazu, wie wir auf dieses Fest gekommen waren und wie uns Hiroshima gefällt.

Wir konnten natürlich mit unserem inzwischen gesammelten Sakewissen ordentlich beeindrucken und erscheinen wohl jetzt auf irgendeiner japanischen Internetseite.

Leider konnten wir uns den Namen der Seite nicht so richtig merken beziehungsweise herausfinden, da er in japanischen Kanji-Schriftzeichen geschrieben war.

Danach ging’s aber endlich zurück ins Hotel.


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Begleitung
Zu zweit (2)
Kulturell
  • Shinkansen nach Hiroshima
  • Atomic Dome
  • Friedenspark
  • Friedensmuseum
  • Okonomimura
  • Sake-Contest in der Innenstadt
TransitGeschichteKulturEssenStadt
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