Arequipa, das Tor zu den Anden
Geographie bestimmte die Fortbewegung. Ein einfacher Blick auf die Karte genügte nicht, um Entfernungen realistisch einzuschätzen, insbesondere bei Küstenstraßen und...


Veröffentlicht: 21.03.2022













In Arequipa traf ich Reisende, die den Gringo Trail in entgegengesetzter Richtung absolvierten. Alle waren voll des Lobes für Cusco. Die alte Hauptstadt des Inkareiches war das touristische Zentrum Perus.
Von November bis April war in Peru Regenzeit, darauf wies mich eine Reisebekanntschaft bereits vor drei Wochen in Kolumbien hin. Auf Bildern anderer Reisender waren Regenjacke und graue Wolken in und um Cusco unverwechselbare Requisiten.
Gleichzeitig wurde in allen Reiseberichten stets die hohe Lage der Stadt, ca. 3.400 Meter über Null, betont. Die Höhenkrankheit mit Kopfschmerzen, Ermattung und Atembeschwerden konnte Besuchern zu schaffen machen. Außerdem beschäftigte mich die Frage, wie kalt ist es in über 3.000 Meter Höhe?
Mit diesen Gedanken im Gepäck bestieg ich den Nachtbus am Freitag um 20 Uhr in Arequipa. Als wir Cusco am Samstagmorgen gegen 9 Uhr erreichten, leidlich ausgeschlafen, hatte der Bus etwa 500 km und knapp 3.000 Höhenmeter zurückgelegt.
Mit dem Taxi ging es ins Hostel Okidoki. Einchecken, Kaffee, Internetrecherche, noch ein Kaffee und dann nahm ich um 13 Uhr an einer Stadtführung teil. Im Sonnenschein zeigte sich Cusco von seiner besten Seite. Nur bei mir machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Der zweieinhalbstündige Stadtspaziergang, die hügelige Umgebung und die Gesichtsmaske führten mir zusätzlich vor Augen, wie dünn die Luft in Cusco war und ich musste einmal mehr und tiefer um Atem ringen als gewohnt.
Der Tourismus hatte die Stadt fest im Griff und trotz zahloser Reisebüros, Massagestudios und Restaurants atmete Cusco Authentizität. Die Nähe zu Machu Picchu und deren touristische Erschließung hatten der Stadt einen kulturellen wie auch finanziellen Aufschwung beschert, der nicht ins Billig-beliebige abglitt.
Meine nächste Aufgabe war nun herauszufiltern, wie und in welcher Preisklasse ich eben Machu Picchu besuchen würde können.
Samstagabend lernte ich Christan kennen, der zufällig im Tourismusbereich arbeitete und mir bei der Entscheidungsfindung half. Schließlich war der Besuch der Inkastadt ein großes Geschäft, bei dem man viel Geld ausgeben konnte. Dankbar nahm ich die Hilfe an. Sonntag kümmerte ich mich dann um Eintrittskarte und Unterkunft im nahe gelegenen Aguas Calientes.
Ich fühlte mich wohl in Cusco. An die dünne Luft würde ich mich schon gewöhnen und Regen fiel erst spät nachts, sehr hilfreich beim Einschlafen nach einem langen Tag.
