Pilger-Biotop Portugal (Camino Portugues 4)
Mit jedem Tag wuchs die Zahl der Wandergenossen, welche sich mit uns auf dem Weg nach Norden befanden. Während der Küstenweg mehrheitlich von Deutschen bewandert wurde, waren die...


Veröffentlicht: 24.04.2026














Der Dienstag begann routiniert, Morgentoilette, dann Sachen packen und aufschultern. Nach den Strapazen der vergangenen Tage war klar, dass wir an diesem Tag ohne Extratouren durchs Ziel gehen wollten.
Höhepunkt der überschaubaren 17 km-Etappe war eine Passquerung in 400 m Höhe. Mit diesem Ziel vor Augen machten wir zwei Pausen vor dem Aufstieg. Die verschiedenen Tavernen waren gut gefüllt und der Strom der Pilger schwoll beständig an. Bei jeder Pause zogen fünf bis zehn Wanderer an uns vorbei, die wir im Umkehrschluss während deren Pause wieder hinter uns ließen.
Auf dem Bergpass selbst wurde es dann eng. Auf etwa 1 km Auf- und Abstieg kamen schätzungsweise 50 Wandermenschen.
Über die Anzahl der Pilger führten die offiziellen Herbergen penibel Buch. Abgefragt wurden der Einstiegsort, Herkunft und Alter sowie der Beruf. Ein Blick auf eine statistische Aufstellung zu Herkunft und Anzahl (bei den Übernachtungen) verriet, dass Deutschland die Liste der Herkunftsländer auf dem Camino Portugues deutlich anführte, gefolgt von Portugal, Italien und Spanien, alles katholische Musterländer. 2025 waren die Hauptreisemonate April und Mai sowie September.
Mit dem Ende der Tagesetappe näherte sich auch unsere Wanderung auf dem portugiesischem Jakobsweg ihrem Ende.
Ein letztes Mal Kaffee, Bier und Toast in einem Pilgerimbiss, dann Check-in in einer Unterkunft mit einem 40 Betten-Schlafsaal und am Abend folgte noch ein Pilgermenü (Suppe, Hauptgericht, Wein und ein Espresso) für 13 Euro. Der Ort Rubiães bot wenig Reizvolles, darauf wies auch unserer Reiseführer ausdrücklich hin. Sehenswert war dennoch eine mittelalterliche Feldsteinbrücke, die auf die Römerzeit zurückgeht. Es regnete leicht, erstmals auf unserer Reise.
In den vergangenen fünf Tagen hatten wir von Porto bis Rubiäes ca. 130 km zurückgelegt. Es gab keine Ausfälle und das Wetter spielte mit. Bis Santiago waren es von Rubiäes noch etwas gleichfalls 130 km. Statistisch konsumierten wir jeden Tag eine Banane und ca. vier Kaffee mit Milch pro Nase, je einen Liter Wasser (viel zu wenig) und 0,5-1 Liter Limonade/Bier. Wir starteten unsere Fussmärsche um etwa 8 Uhr und erreichten unsere Ziele meist ca. 17 Uhr. Nachtruhe war jeden Tag um 22 Uhr. Pro Tag legten wir durchschnittlich drei bis vier Pausen ein. In meiner Reiselektüre schaffte ich es, 30 Seiten zu lesen. Die Nutzung von Social Media lag bei weniger als 30 Minuten pro Tag, Streamingdienste blieben aus.
Irgendwie hätte es noch weitergehen können, aber für morgen war die Weiterreise nach Lissabon geplant.
