Freilaufen, so lief es auch dieses Mal. Kaum war ich in Porto gelandet, ging es noch einmal mit der Tram ins Zentrum, um schließlich auf Schusters Rappen umzusatteln.
Wander-, Aktiv- und Kultururlaub, dazu ein bisschen Sonne und sommerwarme Temperaturen, hinzu kamen positive Erfahrungen aus vergangenen Camino-Reisen. All dies sprach für eine Wanderwoche auf dem portugiesischen Jakobsweg.
Gegen 10 Uhr stieß ich auf unsere kleine Wandergruppe und wir verließen direkt die Innenstadt entlang des Douros, in Richtung Küste. Von dort ging es etwa 20 km nach Norden. Immer entlang der Seepromenade, immer den Siebeneinhalbkilo-Rucksack geschultert, immer bei herrlichstem Sonnenschein und einer frischen Meeresbrise. Zu Beginn beherrschte die Großstadt Porto noch die Szenerie: Prachtavenidas, dann Fischrestaurants, dann Strandclubs, dann Gewerbegebiete, schließlich Hafenanlagen und eine Raffinerie. Danach folgten weite Dünen und Ferienapartment-Komplexe vor Saisonbeginn. Statt Touristen waren jetzt Menschen mittleren Alters mit farbenfroher Funktionskleidung und bunten Trekkingequipment in der Mehrheit. Am Rucksack baumelten Muscheln als Erkennungszeichen für die Pilgerschaft.
Die portugiesische Pilgerroute war um eine Variante erweitert worden. Seit einigen Jahren ergänzte ein Küstenweg das weite Netzwerk an Jakobswegen. Orientierten sich die alten Routen vornehmlich an Abteien und Kirchen, die den Pilgern Schutz boten, so ist heute wohl auch die touristische Vermarktungsmöglichkeit ein Faktor. Selbst in Reiseführern wird von der ersten Etappe des alten Weges mit Hinweis auf gefährliche Passagen abgeraten. Seit dem Mittelalter hat sich die Moderne mit Flughafen, Autobahn und Schnellstraße über das alte Wegenetz gelegt. Für "Fußgänger" bleibt da wenig Platz.
Die neuen Routen würden sich beweisen müssen. Neuer Pilgertourismus anstelle der alten Pilgerökonomie. Nur wenige spirituelle Orte säumten die Küste, auch Herbergen (etwa in alten Klöstern) gab es wenige. Stattdessen sollten Infotafeln, Pilgerausstatter und private Herbergen die Bedürfnisse der Reisenden bedienen.
Einen Hauch Authentizität atmete dennoch unsere Unterkunft am Abend des ersten Wandertages. Die alte Schule in Labruge verfügte über große zugige Räume und bot an diesem Abend etwa 20 Pilgern Betten in Schlafsälen. Auch hier wurde penibel auf eine Bettruhe um 22 Uhr geachtet.
Auf einen Blick
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Dauer
7 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
In der Gruppe
Stimmung
AbenteuerlichKulturell
Highlights
Ankunft in Porto und Weiterfahrt mit der Tram ins Zentrum
Wanderung auf dem portugiesischen Jakobsweg entlang der Küste
Sonnenschein, Meeresbrise und Dünenlandschaften
Übernachtung in einer alten Schule in Labruge
Ausrüstung
7,5-Kilo-RucksackTrekkingausrüstungPilgermuschel
Themen
RoadtripTransitKulturNaturAbenteuer
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