Mittwoch endete unsere Pilgerschaft auf Zeit. Eine letzte Herausforderung stellte die Abreise dar, schließlich befand sich Rubiäes mitten im Nirgendwo und die nächste Bushaltestelle war 2,5 km entfernt. Was tun?
Die Wahl fiel auf ein Ruftaxi. Für wenige Euro würde uns der Fahrer nach Valença transportieren. Eben saßen wir noch inmitten der Pilgergemeinschaft im Café Sao Sebastiao bei Milchkaffee und Pastel de Nata, schon schlichen wir uns um 8:40 Uhr den Weg zur Hauptstraße hinunter, um unsere Klamotten in einem weißen Dacia Jogger zu verfrachten. Chauffeur Lucas fuhr uns dann 20 Minuten nach Valença an den Bahnhof, wo wir Zugtickets für 14 Uhr nach Lissabon lösten.
Auf diesem Weg hatten wir die letzte portugiesische Etappe ohne Mühe zurückgelegt. In Valença besichtigen wir dann die historische Festung, wohlgemerkt mit Reiserucksack. Im Anschluss überquerten wir den spanischen Grenzfluss Minos und machten uns auf den Weg zur Kathedrale von Tui, ebenfalls mit Vollmontur.
Während der Stadtrundgänge trafen wir mindestens auf drei weitere bekannte Pilger, die am frühen Nachmittag ihr Ziel erreicht hatten und uns verwirrt betrachteten, völlig perplex darüber, wann und wie wir die letzten Kilometer mit solch einem Vorsprung zurückgelegt gehabt hätten.
Im Zug waren wir dann endgültig wieder Touristen und erfreuten uns daran, wie die Landschaft an uns vorbei zog. Außerdem hielt der Zug auf dem Weg nach Porto in einigen Orten, die wir in den vergangenen Tagen im Schweiße unseres Angesichts mühevoll hinter uns gelassen hatten. Jetzt flogen bspw. die Lima, Tamel und Barcelos in einzwei Stunden an uns vorüber.
Gegen 20 Uhr erreichten wir dann Lissabon. Eine Fehlbuchung des Hotelzimmers seitens der Rezeption zögerte den Abendabschluss weiter hinaus. Statt mit einer Suite für drei Personen mussten wir für diese Nacht mit einem Dreibettzimmer vorlieb nehmen. Von den vorangegangenen Nächten war man Schlimmeres gewohnt.
Nach einem kurzen Stadtspaziergang auf der Suche nach Abendessen - meine Wahl fiel auf Mangocurry - fielen wir gegen Mitternacht in unsere Betten. Das Pilgerleben war vorbei. Jedoch wappneten wir uns als Touristen für den nächsten Tag und stellten den Wecker auf 7 Uhr, schließlich müssten wir gegen 10 Uhr in Sintra sein.