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Die zentralen Anden Teil 1/ Szenenwechsel

Veröffentlicht: 22.01.2018

Arequipa, unsere erste Stadt am Fuß der Anden. Die weiße Stadt, wie sie auch genannt wird, erreichen wir mit dem Nachtbus am Morgen früh nach zarten drei Stunden Schlaf. Übermüdet, und genervt vom Taxifahrer, der, obwohl am Schild mit den Taxipauschalen neben seinem eigenen Taxi ein anderer Preis steht, darauf besteht, einen höheren festzulegen. 


Nun, wir gönnen ihm den Erfolg und esparen uns weitere Diskussion. Diesmal! Denn wie sich rausstellt ist das ein gängiges Mittel, Touristen zu ärgern, indem man konsequent einen Sol zuviel verlangt. Das ist nicht viel, aber irgendwie geht' s um das Prinzip.


Von wegen Prinzip. Über 400 Jahre wurde der Hausberg Arequipas wegen bösem Verhalten bestraft. Nun, wie bestraft man einen spuckenden Vulkan? Richtig! Man ignoriert ihn. Keine Jungfrauenopfer mehr, keine Gebete. Nada. Nicht mal einen Namen bekommt er. Erst 400 Jahre später erbarmen sich die Leute und taufen ihn: Misti! 


Enge Gaßen und bunte Häuser in einer der vielen hübschen Nebenstraßen Arequipas


Arequipa. Innen hui. Außen pfui. Wie so oft ist der Stadtkern unbegreifbar kunstvoll, sauber und absolut sehenswert. Wer mal etwas außerhalb spazieren geht, sieht den Rest einer typisch peruanischen Großstadt. Halbfertige Backsteinziegelbauten, Abfall und Verkehrschaos.

Die peruanischen Anden sehen von hier noch eher unscheinbar aus. Wie sich später herausstellen wird, haben die es aber faustdick hinter den Ohren, vorallem jetzt in der Regenzeit. Dazu aber mehr im nächsten Teil.

Der sympathische junge Mann hier war mal ein Inkakönig, bis der spanische Onkel Pizarro, Cusco eingenommen hat und sein eigenes Haus einfach auf seinen Palast gebaut hat. Nicht, dass die Inkas nett gewesen wären, aber komm schon...das ist mal doch etwas frech! 

Alpaka-und Lamaföten dienen zur Vertreibung böser Geister und sorgen für schlaflose Nächte des Betrachters. Die Maske mit der langen Nase ist nicht etwa Pinocchio, sondern die Darstellung der spanischen Conquestadores.

...dann doch lieber die kleinen Stiere auf dem Dach. Sie bezwecken dasselbe, sind aber weniger gruselig.

Apropos Verkehrschaos. Cusco, Weltkulturerbe, ehemalige Inkahochburg und chronisch überlastete Touristenanlaufstelle der Andengegend, hat Pech mit den Verkehrsverantwortlichen. Denn die planen nach der Logik: Wenn es zu viel Verkehr hat, leiten wir das alles durch die Altstadt und stellen eine wirklich zu bedauernde Verkehrspolizistin mehr hin. 

Auch interessant: Der Beruf der Verkehrspolizistin erfreut sich großer Beliebtheit, denn diese erhalten neben wirklich sehr gutem Lohn auch noch kostenlos Mittag- und Abendeßen. Sehr zur Freude feministisch orientierter Leserinnen und Leser werden für den Polizeiberuf vorzugsweise Frauen eingestellt. 

Grund: Frauen gelten als weniger bestechlich.

Cusco beim Nachtspaziergang. Durch diesen Park sind berühmte Conquistadoren Spaniens, sowie der Befreier, Simon Bolivar, spaziert. Sein ehemaliges Haus ist jetzt ein 5-Stern Hotel.

Wer einmal über den Plaza de Armas geschlendert ist, weiß warum Cusco als einer der Hauptspots Peru gilt. Die gut erhaltenen spanischen Kolonialbauten verwandeln das centro historico in ein riesiges Architektur- Freiluftmuesum.

Restaurantimpression am Plaza de armas in Cusco. Die vielen kleinen hübsch gestalteten Kaffees laden zum Verweilen ein und bieten Zuflucht vor plötzlichen Regenschauern und den zu hunderten auf dem Platz verteilten, mäßig aufdringlichen, Amateurmasseurinnen.

In den verwunschenen, sich windenden Gassen von San Blas, eines der wohl eindrücklichsten Altstadvierteln Südamerikas, kann man sich auch mal verlaufen.


Die zentrale Andengegend Peru's bietet eine andere Szenerie, als die Küste, daß man manchmal gar nicht glauben mag im selben Land zu sein. Die Menschen hier sind irgendwie langsamer, offener und wirken auf mich irgendwie vertrauter. Nun, vielleicht liegt's auch am Trinkgeld für Babyalpaka halten. 

Das Alpaka erkennt man am Wuschel auf dem Kopf, im Gegensatz zum Lama und zum Tourist mit Wollmütze.

Romantisches Sightseeing auf dem Kirchenturm über dem Hauptplatz Cuscos

Aussicht vom Glockenturm der kleinen noch aus Holz und Stein erbauten wunderschönen Romanischen Kirche San Christobal. 

Auf dem Plaza de Armas in Cusco, rechts die Kathedrale, ein Meisterwerk der Kirchenbaukunst. Ein Blick in das gewaltige Gebäude lohnt allemal. 

Beim Einmarsch der Spanier wurden die alten Häuser und Paläste der ehemaligen Inkahauptstadt einfach überbaut, was dazu führt, daß sowohl alte Inkamauern und neuere spanische Mauern übereinanderstehen.

Wetterumschwung in den Anden. Faszinierend bedrohlich.


Romanische Kirche San Blas

Die zwei Mauern Cuscos. Unten Inka, oben Spanier.

Und zum Schluß noch was zum Denken...

Das mathematische Gleichnis hinter diesem Bild: 

Frau in der Mitte bekommt 3 Soles ,da sie mir das Vieh in die Hand gedrückt hat und sich neben mich stellt und darauf achtet daß ich nicht gebißen oder bespuckt werde. 

Frau links bekommt 2 Soles weil sie mir das andere schön geschmückte Alpaka vorne hinstellt. 

Frau rechts bekommt einen Soles aus Solidarität, da sie im Überschalltempo um die Ecke schnellte und sich mit Ziege ins Bild quetscht. 
=
6 Soles und ein super Bild, oder?






















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