miriamandjakob

Im Rekordschneckentempo

Von Bolivien nach Peru

Diesmal ist es kurz und knackig zu lesen.

Von La Paz fahren wir mit einem Minivan weiter nach Copacabana an den Titicacasee, wo übrigens der Vater von Pipi Langstrumpf herkommt ;). Unsere Rucksäcke werden auf einem Kleinbus zackig auf dem Dach verstaut. Auf dem Weg müssen wir umsteigen um auf die andere Seite des Sees zu kommen. Wir nehmen für 50ct ein Motorboot auf die andere Seite, während unser Bus und einige andere Busse auf motorisierte Flosse gefahren werden um überzusetzen. 

Der Titicacasee ist mit 3.800 Höhenmeter über dem Meeresspiegel der höchstgelegene kommerziell schiffbare See der Erde und ist fast so groß wie Korsika. Wir verbringen sehr entspannte Tage in Copacabana, einem kleinen, sehr touristischen bolivianischen Dorf. Die Sonne strahlt und das Wasser leuchtet blau. Jakob springt hinein, das Wasser ist 13°C kalt. Das Vergnügen hält also nicht lange - da war die Adria im Dezember deutlich wärmer. Wir essen Trucha, also Forelle aus dem Titicacasee, die meistens mit Reis, Pommes und Salat serviert wird. Essen zu gehen wird einfacher für uns, dadurch dass wir statt Fleisch auch Fisch essen können. Jakob muss den Fischkopf allerdings erst von Miriams Teller nehmen, bevor auch sie zugreift. Für 12 Euro haben wir ein schönes Zimmer in Copacabana gefunden, das beste für Miriam sind aber die drei flauschigen Baby-Alpaccas, die im Garten des Hostels wohnen und sehr zutraulich sind.  Sie knabbern an Fingern und Jacke und werden vom Hofhund liebevoll abgeschleckt. 




Wir treffen Spanier, denen wir schon mehrere Male in unterschiedlichen Städten und Unterkünften begegnet sind, was für ein Zufall. Wir entspannen beim Cafe trinken und beobachten dabei die Leute und wir gehen ins Internetcafe, damit Jakob sein neues Handy einrichten kann.

Nach entspannten Tagen geht es für uns weiter nach Peru. Wieder einmal wollen wir nicht den Touristenbus benutzen und finden eine gute Alternative. Mit einem Collectivo fahren wir an die 8km entfernte Grenze bei Kanthani und laufen zu Fuß hinüber. An der peruanischen Grenzkontrolle müssen wir uns in eine lange Schlange von Touristen einreihen, wir kommen mit einer Gruppe von Koreanern hinter uns ins Gespräch. Diese drehen einen Dokumentarfilm über Bolivien und Peru für das Fernsehen und Jakob wird interviewt und nach den Gründen für unsere Reise ausgefragt. Mit dem Stempel im Pass geht es für uns 2km zu Fuß weiter ins nächste Dorf, von wo wir einen Kleinbus nach Puno nehmen. Es ist schön zu Fuß in ein neues Land zu laufen und die ersten Eindrücke in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Neben uns leuchtet der Titicacasee, Rinder kämpfen miteinander, auf den Feldern blüht der blaue Alfalfa, welches wir auf der Farm in Argentinien geschnitten hatten und nun wiedererkennen. 

Auf der peruanischen Seite des Titicacasees, in der Stadt Puno bleiben wir nur kurz, sie ist eindeutig weniger touristisch als Copacabana.  Sobald wir aus dem Minivan gestiegen sind werden wir von einem Peruaner auf Deutsch angesprochen. Er ist Tourguide und wir unterhalten uns in seinem gebrochenen Deutsch und unserem gebrochenen Spanisch, am Ende schenkt er uns noch zwei Flaschen Wasser. Was uns auffällt: der durchschnittliche Peruaner ist etwas offener/weniger misstrauisch und schenkt uns Touristen öfters ein Lächeln. Allgemein wird auf den Straßen viel gelacht. Für uns gibt es immer noch wenige vegetarische Gerichte, aber etwas mehr als in Bolivien. Das Aussehen der Peruaner ist relativ ähnlich, jedoch sind sie etwas weniger traditionell angezogen und man sieht mehr Frauen in Jeans. Von Puno geht es mit dem günstigsten Localbus weiter nach Cusco und der Preis hat seinen Grund: für 300km brauchen wir 9 Stunden, immer wieder muss der Busfahrer anhalten, um die Reifen seines alten Busses aufzupumpen. Doch wir kommen heil am Abend in der Stadt an und nachdem wir nochmal 2 Stunden unserer Airbnb-Unterkunft gesucht haben, denn die Adresse war falsch angegeben, fallen wir todmüde ins Bett. Davor müssen wir jedoch noch was essen, weil wir so spät ankommen dürfen wir nicht mehr die Küche in der Unterkunft benutzen, doch wir improvisieren: im Vorhof packen wir unseren Campingkocher aus, trinken ein Bier und kochen Spagetti mit Tomatensoße, die diesmal nicht verkochen.

Cusco wird von vielen Touristen besucht, früher die Hauptstadt des Inka-Reiches und es gibt viele vorkoloniale und koloniale Sehenswürdigkeit, sie liegt mitten in den Anden auf 3400 Höhenmeter und nahe an der sagenumwobenen Inkastätte Machu Picchu. Wir genießen den Flair der Stadt, schlendern durch ihre Gassen und besuchen öfters den großen Local Markt. Die ältere Markfrau stellt uns ein interessantes vegetarisches Gericht zusammen.



Auch kaufen wir auf dem Markt  Trockenfrüchte, Haferflocken und Nüsse für den "Salkantay Trek" ein, der in mehreren Tagen durch die Anden bis nach Machu Picchu führt. Morgen in der Frühe geht es los, wir sind schon sehr gespannt und voraussichtlich die nächste Woche nicht zu erreichen. 




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