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1001 Kirche - nein, diesmal nicht!

Mexico, Mexiiiiiiiico!

Mexiko kenne ich schon seit meiner Kindheit gut. Dort gibt es einen strahlend blauen Himmel mit einer großen goldenen Sonne, die singt. Und außerdem haben die Menschen unglaublich gute Laune, wie Luis Mariano, der ganz unnachahmlich die Vorzüge Mexikos besang. In Frankreich und Belgien wurde der spanische Baske mit dem harten Akzent, wenn er (wie meist) französisch sang, und dem wunderbaren Lachen in der Stimme ein absoluter Superstar, hauptsächlich mit Operetten, die auf dem Fernweh der 1950-er Jahre fußten. Wer neugierig ist: Hier sing er seinen wohl erfolgreichsten Hit ausnahmsweise in seiner Muttersprache. In Kolumbien gibt es übrigens einen Haufen Sänger, die bis heute Mariano und seine Musik nachahmen.

In Mexiko tragen alle Männer Sombreros. Das weiß ich von Stefan Coneyes Wandmasken, die ich seit vielen Jahren sammle. Auch sie stammen aus den 1950-er Jahren, und auch sie verklären bzw. verkitschen die "exotischen" Länder, die für die Menschen damals als Urlaubsziele noch in unerreichbarer Ferne lagen. Mexikaner und Mexikanerin sind jene beiden Motive von Coneyes Köpfen, die man am häufigsten und am billigsten findet. Bei uns zu Hause hängen sie in der Küche über dem Kühlschrank.

Mexiko also. Nein, dort fahren wir keinesfalls hin, das war von Anfang an völlig klar. Doch nicht in ein Land, in dem man (wie ich auch seit langem weiß, wenn auch nicht von Coneye und Mariano) ausgeraubt oder kurzzeitig entführt wird, wenn man ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen in ein Taxi steigt; in dem man sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die Straße wagen kann; in dem überall blutige Drogenbandenkriege herrschen (mit heftigem Geballere auf den Straßen); in dem man im Hotelzimmer immer die Koffer versperren muss usw.

Tatsächlich ist es so, dass in Mexiko keineswegs immer die Sonne scheint. Heute zB hat es mehr oder minder den ganzen Tag geregnet, wenn auch bei relativ milden 21 Grad. Freundlich sind die Menschen hier durchaus, aber nicht eigentlich fröhlich. Sombreroträger ist mir noch kein einziger untergekommen. Und dass wir jetzt hier sind, ist wieder einmal (wie schon in Guatemala und Honduras) die Schuld der Maya. Wir haben zwar beschlossen, Mexiko City, die Hauptstadt der gepanzerten Privat-PKWs, auszulassen, aber da wir schon einmal da sind, haben wir neben dem architektonischen Vermächtnis der antiken Maya gleich auch die Pyramiden und Tempel anderer indigener Völker ins Programm genommen - und werden in keinem anderen Land so lange geblieben sein wie hier in Mexiko: fünf ganze Wochen.

Begonnen haben wir mit einem Streifen von Maya-Fundstätten, die im Süden der Halbinsel Yucatán liegen, alle nicht sehr weit von Guatemala. Hier findet man den so genannten Rio-Bec-Stil (ca. 600-900 n. Chr.), dessen auffallendste Besonderheit  Eingangstore in der Form von weit aufgerissenen Monstermäulern sind. Auch sonst sind die Gebäude der (kleineren und mittleren) Städte mit Reliefplatten geschmückt, die stark stilisierte Tierköpfe darstellen: Schlangen, Katzen, Jaguare, Krokodile. Diese Verzierungen aus Stuck sind in der Regel nicht sonderlich fein gearbeitet. Manchmal erinnern sie ein bisschen an die Geisterbahnen im Prater ;-) - und machen genauso wie diese einfach Spaß.

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