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Unser Reiseblog für Freunde, Familie oder auch einfach Interessierte an unseren Eindrücken. Thailand, Laos, Vietnam, Marokko und bald hoffentlich noch viel mehr ... - Franzi + Jonas
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Ein kleines Russland mitten in Vietnam

Blick durch die Pflanzen auf dem Stand, wo Franzi auf einer Liege liegtDer Strand von Mui Ne, ein einzelner Jetski liegt im Sand, Bäume hängen über den StrandDie Insel vor Nha Trang im Nebel, Auf der Insel ist ein FreizeitparkNha Trang ohne StromFranzi auf einer kleinen Mauer vor dem MeerDer Strand von Nha Trang im MorgengrauenEin Korbboot mit Vietnam Flagge fährt am Stand in Mui Ne vorbeiPool in der Gartenanlage

[von Jonas] Eine weitere (und voraussichtlich vorerst die letzte) Nachtfahrt in einem Sleeper später standen wir um 4:45 Uhr morgens zwischen den Hochhäusern Nha Trangs. Mehr als eine Stunde zu früh und noch im Halbschlaf. Dank Google Maps wussten wir schnell, wo wir uns genau befanden und machten uns auf den Weg zu unserem Hotel. Als wir los gingen war noch kaum Verkehr auf den Straßen, aber als die Uhr auf 5 Uhr umschlug konnte man beobachten, wie die Stadt gemächlich aufwachte. Durch die fehlende Straßenbeleuchtung war es gar nicht so einfach, den richtigen Weg auszumachen und dabei darauf zu achten, nicht in irgendetwas rein zutreten. Am Hotel angekommen mussten wir feststellen, dass dieses leider noch nicht aufgewacht war. Selbst die Security schnarchte auf einer Liege neben der Eingangstüre. Wir entschieden uns also zum Strand zu gehen um etwas Zeit tot zu schlagen. Zusätzlich hatten wir gehofft, die Sonne überm Meer aufgehen zu sehen. Das hat aber leider nicht funktioniert, da es anfangs noch sehr bewölkt und nebelig war. Trotzdem genossen wir den Anblick des offenen Meeres und sahen dabei zu wie auch der Strand nach und nach aufwachte. Andere Touristen machten Fotos am noch fast leeren Strand und ab und zu kam ein Läufer vorbei.

Der Strand von Nha Trang im Morgengrauen
Der Strand von Nha Trang im Morgengrauen

Die Insel vor Nha Trang im Nebel, Auf der Insel ist ein Freizeitpark
Die Insel vor Nha Trang im Nebel; auf der Insel ist ein Freizeitpark

Doch langsam bekamen wir Hunger, also gingen wir zurück zum Hotel, was mittlerweile geöffnet hatte, und klärten ab, dass wir gegen einen kleinen Aufpreis auch schon an diesem Tag das Frühstücksbuffet nutzen durften und taten dies auch direkt. Doch einchecken konnten wir noch nicht, da unser Zimmer leider noch belegt war. Etwas gestärkt ging es also zurück zum Strand, wo mittlerweile auch die Cafés geöffnet hatten. Wir setzten uns in eines, welches zu einem Surfclub zu gehören schien und tranken zwei Smoothies (200.000 Dong = 7,11€) und genossen erneut die Meeresluft.

Dann war es so weit und wir konnten endlich einchecken. Auf dem Weg war die Stadt dann endgültig aufgewacht und das alltägliche Chaos auf den vietnamesischen Straßen hatte sich wieder etabliert. Spätestens auf diesem Weg zum Hotel merkten wir dann auch, dass man diese Stadt auch gut als „Hotelstadt“ bezeichnen könnte. Ein Hotel reihte sich an das nächste, eins höher als das andere. Dazu kamen an jeder Ecke riesige Baustellen, an denen vermutlich weitere Hotels in Hochhausformen hoch gezogen werden. Außerdem realisierten wir hier, was wir auch ab und zu im Internet gelesen hatten: Die Stadt wurde dominiert von russischen Touristen. Alles war in kyrillischen Buchstaben beschriftet und selbst wir wurden auf offener Straße auf russisch angequatscht. Doch an unserem Hotel angekommen vielen wir erst einmal in einen tiefen Mittagsschlaf.

Als wir wieder aufwachten war es schon Nachmittag und um an diesem Tag überhaupt noch was gemacht zu haben gingen wir erneut zur einzigen Artaktion der Stadt: Dem Strand. Wir suchten uns ein einigermaßen ruhiges aber sonniges Plätzchen, was gar nicht selbstverständlich war. Die vielen hohen Hotels der Stadt waren so nah und hoch am Strand gebaut, dass sie Nachmittags die Sonne an vielen Stellen des Strandes verdeckten. Auch am Strand ging es weiter mit russischen Einflüssen. Nicht nur, dass man eigentlich nur russisch um sich herum hörte, kamen auch immer wieder Frauen und Männer vorbei, die einem mit aufdringlichem russisch Flyer für die verschiedensten Beachpartys ins Gesicht hielten. Dazu liefen ein paar einheimische Frauen den Stand rauf und runter und warben ebenfalls auf russisch lautstark für ihre Produkte, die sie mit sich herum schleppten. Diese reichten von billigen Sonnenbrillen bis zu frisch gekochtem Mais.

Es war sehr windig und dadurch sehr wellig und so tobte ich ein wenig im Wasser bevor wir uns wieder auf den Weg zum Hotel machten, da es schon Zeit für das Abendessen wurde. Wir zogen also los mit dem Ziel irgendwo gutes aber günstiges Essen zu finden. Dabei fiel uns auf, dass auch alle Restaurants ihre Karten viersprachig gestalteten. Zu dem standardmäßig vorhandenem Englisch und Vietnamesisch kam hier noch Chinesisch und natürlich Russisch.

Wir mussten feststellen, dass die Stadt etwas teurer war als wir gewohnt waren. Letztendlich entschieden wir uns aber für ein kleines Lokal, dessen Karte uns am meisten ansprach. Also setzten wir uns rein. Doch kurz bevor wir unsere Bestellung aufgeben wollten gab es einen erschreckenden Knall, die Musik verstummte und das Licht erlosch. Doch nicht nur in unserem kleinen Lokal. Ein Blick auf die Straße zeigte, dass die ganze Stadt plötzlich ohne Strom war. Allmählich gingen die Lichter an den großen Hotels wieder an, da diese anscheinend über Notstromaggregate verfügten. Doch unser Restaurant blieb dunkel und die Servicekräfte stellten die Bedienung ein. Als sich nach einer gewissen Wartezeit nichts tat entschieden wir uns etwas anderes zu suchen, da wir langsam echt Hunger bekommen hatten. Doch viele andere Lokalitäten hatten auch keinen Strom, sodass wir uns an einem Sandwich-Stand jeweils ein Sandwich mit Hühnchen holten und uns damit auf den Weg ins Hotelzimmer machten. Als wir unser Hotel erblickten sahen wir, dass es auch zu den Hotels gehörte, die keinen Strom hatten und so mussten wir alle 7 Stockwerke zu Fuß erklimmen um in unserem stockfinsteren Zimmer anzukommen. Hier aßen wir die Sandwiches und tranken ein Bier, dass wir zuvor im Supermarkt gekauft hatten (12.000 Dong = 0,43€ pro Flasche).

Nha Trang ohne Strom
Nha Trang ohne Strom

Als wir uns dann nach einer Zeit der Langeweile bettfertig machen wollten, ging der Strom und damit das Licht in der gesamten Stadt plötzlich wieder an. Von draußen war lauter Applaus, aber auch Gelächter zu hören, da das ganze über 2 Stunden gedauert hatte.

Am nächsten Tag ist kaum etwas passiert. Er war als Strandtag geplant und genau das haben wir auch umgesetzt. Dafür mieteten wir uns 2 Liegen am Strand (100.000 Dong = 3,57€) für den gesamten Tag. Und dann war Urlaub, klassischer Strandurlaub!
Nachmittags organisierten wir dann auf dem Rückweg noch unsere Weiterreise nach Mui Ne für den Folgetag, sowie die Fahrt nach Ho-Chi-Minh-Stadt einen weiteren Tag später (insgesamt 436.000 Dong = 15,56€).

Leider fuhr morgens nur ein Bus nach Mui Ne, und zwar um 7:20. Da wir eine halbe Stunde früher einchecken mussten hieß es also mal wieder früh aufstehen und nach einem kurzen Frühstück machten wir uns auch schon auf den Weg zum Busunternehmen, wo der Bus dann auch pünktlich abfuhr. Es war mal wieder ein Sleeper, sodass wir auf der 4 stündigen Fahrt beide noch etwas Schlaf bekamen. Kurz vor Mui Ne fuhren wir dann an einer der Attraktionen der Stadt vorbei: An den roten Sanddünen. Etwas weiter nördlich und abseits der Straße gibt es diese auch in weiß. Sie sind deutlich größer und die Hauptattraktion der Stadt. Sie erinnern einen angeblich an eine große Wüste, jedoch mitten in Vietnam am Meer. Aber da wir nur knapp 24 Stunden in Mui Ne hatten war uns das alles zu knapp und wir entschieden uns den Tag einfach am Pool und am Strand unseres Resorts zu verbringen. Wir hatten eine Bungalowhälfte in einer kleinen Gartenanlage direkt am Meer. Der Unterschied zu Nha Trang war gigantisch. Nach Hochhäusern ohne Ende war Mui Ne eine Ansammlung kleiner, ruhiger Anlagen. 

Der Strand von Mui Ne, ein einzelner Jetski liegt im Sand, Bäume hängen über den Strand
Der Strand von Mui Ne, ein einzelner Jetski liegt im Sand, Bäume hängen über den Strand

Pool in der Gartenanlage
Pool in der Gartenanlage

Blick durch die Pflanzen auf dem Stand, wo Franzi auf einer Liege liegt
Blick durch die Pflanzen auf dem Stand, wo Franzi auf einer Liege liegt

Ein Korbboot mit Vietnam Flagge fährt am Stand in Mui Ne vorbei
Ein Korbboot mit Vietnam Flagge fährt am Stand in Mui Ne vorbei

Im Internet fanden wir dann heraus, dass es hier auch einen sehr guten Döner geben soll und da wir schon ewig keinen mehr hatten und recht hungrig waren, machten wir uns auf den Weg dahin. Es war nicht weit und am Restaurant angekommen merkten wir, dass es anscheinend ebenfalls eines der Attraktionen der Stadt war. Es war zwar nicht besonders groß, doch brechend voll. Der Kebab (60.000 Dong = 2,14€ pro Kebab) war wirklich lecker und mal wieder was anderes.

Den Rest des Tages verbrachten wir dann in unserem Resort am Pool und Strand und machten einfach nur Urlaub, bevor unser Bus am Nachmittag des nächsten Tages nach Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt) aufbrach. Dieser war endlich mal wieder ein normaler Bus, mit normalen Sitzplätzen und auch dieser fuhr pünktlich ab.

Unsere ersten Eindrücke der größten Stadt Vietnams findet ihr dann im nächsten Blog, also bleibt dran!

Bis dahin

Franzi und Jonas

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