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19.2. Chaiten

Uns steht nochmals ein langer Fahrtabschnitt bevor, bis wir in Chaiten ankommen werden. Knapp 400 km tuckern wir über die Carretera Austral. Heute ist das Wetter ausnahmsweise einmal durchzogen. Es regnet immer mal wieder und unser ganzer Respekt geht an die zahlreichen Fahrradfahrer auf der Strecke. Wir haben spannende Gesprächsthemen, lesen und so vergeht die Zeit angenehm schnell. In La Junta habe ich ein Zuckertief, das mit Kuchen und Kaffee gestopft wird. Danach geht die Fahrt weiter. In Chaiten angekommen klappern wir alle Cabañasbesitzer ab um eine Unterkunft für die nächsten 3 Nächte zu finden. Irgendwann haben wir Glück und finden ein Zimmer bei einer alten, gebrechlichen Frau zuhause. Uns ist etwas mulmig zumute, aber für eine Nacht muss es reichen. Wir düsen eh gleich wieder los und essen am Hafen vorne zu Abend. Wir spazieren noch etwas am Pier entlang, geniessen die Farben am Himmel und den frischen Meereswind um die Nase und freuen uns, dass es Schritt für Schritt weiter geht. Das Vertrauen in uns und unsere Umgebung kommt zurück und Anspannungen lösen sich.

Zu einem regelrechten Froschkonzert (der Garten hinter unserem Haus scheint beliebt zu sein bei den Amphibien) schlafen wir später zufrieden ein.

20.2. Einigermassen ausgeschlafen räumen wir das Wenige was wir mitgenommen haben, zusammen und verlassen das Hutzelhäuschen. Ein Kaffee und Frühstück wäre schön! Wir spazieren durch den Ort bis wir ans Restaurant El Quijote gelangen. Hier ist es gemütlich, urig und die argentinische Kellnerin sympathisch und nett. Sie haben auch Zimmer und tatsächlich etwas frei – so buchen wir ohne die Räumlichkeiten in Augenschein zu nehmen und zahlen direkt für die nächsten 2 Nächte. Nun sind wir absolut stressfrei: wir müssen nur noch ganz wenige Dinge erledigen und haben dazu jede Menge Zeit, schön. Roman beginnt unseren Blog nach zu tragen und ich fange an das Auto auszuräumen. Unser Zimmerle ist klein und besteht aus dem Wesentlichen: ein Bett, ein Nachttischchen, ein Bild and der vergilbten Tapete. Badezimmer auf dem Gang. Aber eigentlich ist alles egal und Hauptsache wir haben genug Platz um unsere Rucksäcke in Ruhe zu packen.

Danach bringen wir noch die Wäsche zum Waschen, klären die letzten Unklarheiten mit der Fährgesellschaft und lassen uns die Sonne auf den Kopf scheinen. Nachmittags schnappen wir uns unsere letzten Lebensmittel und bereiten auf einer Bank vorne am Pier unser Mittagessen zu. Fusilli mit Linsen, Tomatensauce, Zwiebel und etwas Speck – lecker! Jetzt gilt es nur noch den Kühlschrank im Jeep zu säubern und die Küchenutensilien zu waschen.

Abends als wir gerade zum Essen aufbrechen wollen, lernen wir Itamar, einen jungen Israeli, kennen. Er ist auch auf der Suche nach einem Restaurant und schliesst sich uns an.

Es wird ein sehr gemütlicher Abend mit spannenden Gesprächsthemen: Itamar gibt uns eine „Geschichtsstunde“ aus 1. Hand und schildert uns seine Sicht auf den Israel-Palästina-Konflikt. Eine nach wie vor verfahrene und für die Menschen im Gazastreifen und in der Westbank untragbare Situation… Auch erläutert er uns die Militärausbildung Israels. Selbst war er 5 Jahre beim Militär und ist nun am Reisen bevor er sich beruflich festlegt. So handhaben es viele junge Isrealis.

Nach diesem Abend mit Itamar sind wir definitiv neugieriger auf dieses Land und seine vielschichtige und bunte Kultur geworden!

21.2. Obwohl das Haus Wände aus Papier zu haben scheint, schlafen wir gut und auch ich erwache endlich einmal nicht um 6:00 Uhr früh (senile Bettflucht?). Wir wollen zum Postoffice um nachzufragen was ein Paket in die Schweiz kosten würde, ganz nach dem Motto „Ballast abwerfen“. Natürlich finden wir die Poststelle erst einmal nicht, denn sie ist nicht dort, wo Google Maps meint dass sie sei. Kurz auf dem Tourismusbüro nachgefragt, geht es an die richtige Stelle. Ein kleines Gartenhäuschen mit winzigem Schild - ja, da sind wir wohl vorhin dran vorbeigewandert ;)

Uns wird erklärt, dass seit der Pandemie Chile keine Päckchen international verschickt!?! Wir sind überrascht und oder auch nicht über diese Handhabung.

So geht’s halt weiter mit Auto betanken, Wäsche holen, falten und ganz gemütlich unsere Rucksäcke packen. Ich gönne mir noch ein richtig ausgiebiges Telefonat mit einem lieben Menschen und Roman schreibt weiter Tagebuch.

Am Nachmittag gibt es eine Pause im Restaurant El Volcan mit Fisch und Salat – hmm, lecker! Jetzt forschen wir noch möglichen Reisezielen und Unternehmungen in New Orleans, Louisiana im Allgemeinen und Florida nach und so neigt sich ein weiterer Tag dem Ende zu. 

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