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26.-29.7. Palenque

Palenque verzaubert vom ersten Moment an: wir steigen aus, beziehen unsere Cabaña zuoberst am Urwaldrand, ziehen uns rasch um und springen danach in den kühlen Hotelpool. Kaum im Wasser hören wir um uns herum unbekannte Geräusche, die ich nicht zu beschreiben weiss. Kurz darauf erkennen wir in den hohen Bäumen um den Pool eine Brüllaffenfamilie. Es sind mindestens 7 Tiere die sich ihren Weg durchs Geäst hangeln. Das Oberhaupt geht voraus und verübt einen gewagten Sprung auf ein niedriges Bambusgehölz! Alle Affenfamilienmitglieder folgen seinem Beispiel – auch die richtig Kleinen kennen nichts und springen alle Viere von sich gestreckt todesmutig in die Tiefe! Eindrücklich. Das ist noch ein Willkommensgeschenk – wir haben noch nie freilebende Affen im Dschungel gesehen und sind erst 15 Minuten hier und dann so etwas. Danach trinken wir unsere erste Chelada: Bier mit purem Limettensaft (Glasrand ist in Salz getunkt – Wow)

Des Nachts erwachen wir ungefähr 2 bis 3 Mal, weil die Brüllaffen ihrem Namen wieder alle Ehre erweisen und konzertieren. Durch das Antwortspiel zwischen den Familien bekommen wir eine wage Vorstellung der Weite des Waldes. Ansonsten schlafen wir tief und fest.

Neben den Brüllaffen hat es noch viel anderes Getier wie wir bald merken: Kolibris, allerlei Spinnentiere (eine lief Roman übers Gesicht in der Nacht uiii) und mittags erschrecken wir eine Ratonero die in der Sonne schlief. Ratonero ist eine Schlange aus der Konstriktorfamilie und unser Exemplar war ca. 1 Meter 70 lang, ke Seich, he, und sehr schön anzusehen. Sie floh den Bach hinauf, schwamm unter Wasser, wir waren recht geflasht.

Heute geht es zu den Ruinen von Palenque im Urwald natürlich nicht ohne sich durch die zig Verkaufsstände von Essen und Souvenirs zu kämpfen. Sogar ein Wasch- und Bewachungsdienst fürs Auto wird uns angeboten! Die Ruinen liegen am Hang und sind teilweise vom Urwald bedeckt. Der Rundweg dauert am Ende eine knappe halbe Stunde, wir haben uns eigentlich einen Tag Zeit reserviert…Es sind nur ca. 5% der Stadt ausgegraben und wegen Covid noch weniger zu besichtigen. Die Stadt gefällt, ist aber doch nicht so eindrücklich wie erwartet. Zum ersten Mal machen wir Bekanntschaft mit einer Chicharra, eine Zikadenart die ohne Scherz wie eine Kreissäge tönt. Sie ist auch fast so laut und begleitet uns in diversen zukünftigen Nächten im Dschungel. Danach wandern wir ein Stündchen auf einem Sendero durch den Urwald und können noch das eine oder andere Tier entdecken. Amelia macht eine schmerzhafte Bekanntschaft mit einer (winzigen) Feuerameise die ihr in den Finger beisst. Der Schmerz ist riesig und tut auch noch am nächsten Tag ab und zu weh. Den Stich sieht man noch eine Woche später. Kleine Tiere, grosse Wirkung! Später lassen wir den angebrochenen Tag mit rumliegen und Lesen ausklingen. Auch in unserer Unterkunft scheinen sich die Ameisen wohl zu fühlen: immer mehr verlaufen sich bei uns in der Dusche bis der Boden von toten Tieren übersäht ist. Sogar eine Gespensterschrecke liegt auf dem Boden verwirrenderweise zerquetscht, obwohl wir nicht im Raum waren. Trotz Putzaktion sind die Sechsbeiner auch am nächsten Morgen wieder in Massen bei uns zu Gast.

Wie gestern gibt es heute zur Abendunterhaltung Livemusik, diesmal von einer Französin die in verschiedenen Sprachen mit Gitarre ihre Lieder zum Besten gibt. Wir bestellen wieder einmal viel zu viel Essen und haben am Ende eine ganze Pizza für Morgen Mittag übrig.

Am nächsten Tag erwache ich mit einem Skorpion neben meinem Kopf. Als Erstbegegnung ziemlich aufregend! Ich fange und entlasse ihn in die Freiheit. Nach dem kleinen Schock unternehmen wir einen Ausflug zu den Agua Azul Wasserfällen die sich in etlichen Kaskaden entlang dem Flusslauf ergiessen. Die Anfahrt dauert 1.5 Stunden und ist recht kurvenreich. Wir kaufen uns unterwegs irgendeinen Sack runder gelber Früchte, die aber überhaupt nicht unserem Geschmack entsprechen. Schnell sind sie bei der Ankunft an den mexikanischen Mann gebracht.

Die Fälle scheinen ein grosser Touristenmagnet zu sein, da entlang dem Ufer zig Restaurants und Shops ihre Waren feil bieten. Erst im oberen Bereich ist man mit dem Fluss alleine. Trotzdem entscheiden wir uns gegen ein Bad, da die Anzahl der Bademöglichkeiten im Gegensatz zu den Touristen eher spärlich gesäht ist.

Wie aufdringlich Strassenverkäufer sein können, erfahren wir unter anderem bei der Rückfahrt, wo eine Kinderhorde einen Reisebus am Weiterfahren hindert und wir später durch ein über die Strasse gespanntes Seil aufgefordert werden doch wenigstens etwas zu kaufen. Nach einer knappen Stunde machen wir Zwischenhalt beim Misol-ha Wasserfall der entgegen der Empfehlungen absolut sehenswert ist! Als einzige Baden wir im Becken unterhalb des Falls und folgen erst später den anderen Touristen die auf dem Weg hinter dem Wasserfall hindurch andere Perspektiven geniessen.

Ein letzter Abend in unserer tollen Unterkunft lässt uns vom bevorstehenden Trip nach Calakmul träumen. 

Mexiko

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