52 weeks
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20.5. Heute morgen geht es zurück nach Tahiti und der letzte Teil unserer Polynesienreise bricht an. Mita schenkt uns zum Abschied nochmals einen Blumenkranz. Traditionell wäre es eine Muschelkette, da wir nun die Insel übers Wasser verlassen. Sie fährt mit zum Flughafen, es gilt neue Gäste Willkommen zu heissen. Am Pier schultert sie mit einer Leichtigkeit als wärs eine Handtasche meinen Tramperrucksack und trägt ihn bis zur Gepäckaufgabe – ich bin ihr dankbar dieser Superwoman.

In Tahiti angekommen warten wir auf Melanie. Sie ist die Tochter einer Bekannten meines Vaters und er hat uns ihren Kontakt vermittelt. Sie hat angeboten uns abzuholen und wir freuen uns auf den Austausch. Während wir warten versuchen wir nochmals einen Scooter oder ein Mietauto für die Tage hier zu organisieren. Leider klappte dies bis anhin nicht etwas in unserem Budget zu finden.

Melanie fährt einen riesigen Landrover mit Sitzaufbau – das Auto wirkt wie eine Kutsche aus der Pionierzeit. Wir setzen uns hinten zu ihrem Sohn Taimoana und seinem Schulfreund. Vorne sind noch Mihivei und der 3 Wochen alte Temeio dabei. Los geht’s! Einkaufen, gemeinsames Mittagessen, Taimoana zum Basketball fahren – wir sind mitten im quirligen Alltag einer Vollblutmamma gelandet. Gleichzeitig ist es beeindruckend mit welcher Seelenruhe Melanie alles managt, uns aktiv bei der Mietautosuche hilft und die Jungmannschaft bei Laune behält.

Sie fährt uns zu unserer Unterkunft auf dem Pic Vert, hoch oben über Papeete. Wir werden mit Autostopp und Fussmärschen die nächsten Tage bewältigen müssen… ça y est, wir werden uns arrangieren.

Marc der Mitbesitzer dieser Villa nimmt uns in Empfang und zeigt uns das Anwesen. Die Veranda ist atemberaubend mit einer unvergleichlichen Aussicht auf Moorea. Marc scheint eine „schillernde“ Person von Papeete zu sein – er erzählt uns, dass er Koch ist und ein Restaurant und eine Bar erfolgreich geführt hat. Seine Küche die wir mitbenützen dürfen sieht denn auch aus wie eine professionelle Restaurantküche – wir freuen uns schon aufs Kochen hier! Sein Freund der auch Marc heisst und gerade dabei ist, sein - und das Leben seiner Familie - in Tahiti aufzugleisen ist auch vor Ort die kommenden Tage.

Beide wirken sehr nett und wir stossen auf die Schönheit der Insel an. Abends kochen wir für uns und laden Marc zum Mitessen ein.

21.5. Wir beschliessen den Markt von Papeete zu besuchen und nehmen den steilen Berg vom Pic Vert runter unter die Füsse. Wir haben einmal mehr unsägliches Glück und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort: das erste Auto nimmt uns gleich mit! Arnaud und Hélène sind vor über 20 Jahren nach Tahiti ausgewandert. Beim Gespräch mit ihnen können sie es kaum fassen, dass wir kein Auto haben für die kommenden Tage und lassen kurzerhand ihre Kontakte spielen. Ein Anruf und eine Stunde später können wir unser Mietauto entgegennehmen!? Arnaud bezahlt sogar die Kaution des Wagens und sie werden uns auch bei der Rückgabe helfen und das Auto für uns vom Flughafen zurückfahren. Wir sind absolut geplättet von so viel Hilfe, einfach unglaublich!

Da es schon nach Mittag ist, sparen wir uns die Inselfahrt für morgen auf und besuchen ein Museum. Die Kunstaustellung ist schön, aber der Hauptteil der Gebäude ist im Umbau und geschlossen, schade. Auf der Rückfahrt klappern wir nochmals alle Tauchcenter ab für einen speziellen Nachttauchgang den wir machen möchten. Beim letzten Tauchcenter erfahren wir dann, dass das ein High End Produkt ist, welches bei weitem ausserhalb unserer finanziellen Möglichkeiten liegt…wird also nix.

Marc und Marc sitzen auf der Terrasse und zelebrieren den Fakt, das Besitzer-Marc sturmfreie Bude hat. Seine Frau kommt erst morgen wieder zurück. Dies erlaubt den Beiden übermässigen Alkoholkonsum, was sich wiederum in der exzentrischen Laune von Marc spiegelt… er wird unflätig und verletzend in seinen Aussagen, vor allem gegenüber Roman. Wir finden das nicht mehr lustig und versuchen ihm aus dem Weg zu gehen wo wir können.

22.5. Gleich nach dem Frühstück machen wir uns zu unserer Inselrundfahrt auf. Wir fahren bis auf die Presque-Île und bis nach Teahupoo – dem Ort für die Surfolympiade 2024. Von weitem beobachten wir die riesige weltberühmte Welle, wie sie sich dreht und schraubt, explodiert und wieder beruhigt. Ein eindrückliches Schauspiel. Die Rückfahrt entlang der Ostküste der Insel gefällt uns sehr: diese Seite ist viel ruhiger und unberührter, schön.

23.5. Wir sind pünktlich beim Tattoostudio und freuen uns auf unsere Session! Schlussendlich warten wir rund eine Stunde bis wir drankommen. Unsere beiden Tattookünstler zeichnen direkt auf die Haut und wir können zumindest am Anfang bei den Formen mitbestimmen bevor sie dann zirka eine Stunde lang die Motive ausgestlalten. Danach geht es ans tätowieren das zwischen einer und zwei Stunden dauerte. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden! Auch der Preis ist ok. Wir kaufen Stoff und Ananas bevor wir in einer Bäckerei etwas Essen gehen. Der Mokkakuchen ist hervorragend!

Nach einem kurzen Chillout in der Unterkunft machen wir uns schon auf den Weg zu Melanies Familie. Sie leben in den Suburbs von Papeete und haben ein Mehrgenerationengrundstück mit drei Häusern. Das Leben findet vor Allem in der hölzernen Freiluftküche statt und erinnert an Robinson Crusoe. Es gibt poisson cru au laut de coco, Tapioka und Uru. Die fünf Kinder sind alle sehr nett und sprechen auch ein bisschen Berndeutsch. Auch der Grossvater sitzt am Tisch und hütet den Kleinsten.

Bevor wir nach Hause gehen essen wir Schweizer Schokolade und singen einige Songs. Evtl sehen wir Mohana, die älteste Tochter diesen Sommer in der Schweiz, da sie ein Austauschjahr am Gymnasium Burgdorf macht.

24.5. Den letzten vollen Tag in Polynesien füllen wir mit Packen, Antigentest machen, Lesen und Kochen. 

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