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Mit etwas Verzögerung bin ich nun auch mal dazu gekommen den Blog zu Kambodscha hochzuladen. Taiwan folgt dann hoffentlich auch in den nächsten Tagen.

Kambodscha (März 2020)

Anreise und erster Tag

Schon der Start unserer Reise war begleitet von den Auswirkungen der aktuellen Situation beszüglich des Coronaviruses. Gerade als wir im Flieger von Singapur Airlines saßen kam die Durchsage, dass in Singapur ein Einreisestopp für Deutsche verhängt wurde. Das sollte uns aber erstmal noch nicht betreffen. Da dieser Einreisestopp nur für Personen gilt, die in den letzten 14 Tagen in Deutschland waren, haben wir gedacht wir bleiben einfach 15 Tage in Kambodscha und dann können wir ja bestimmt wieder in Singapur einreisen. Soweit so gut.

Nach dem wirklichen entspannten Flug (die Maschine war nicht mal zur Hälfte gefüllt) bekamen wir dann in Singapur die nächste schlechte Nachricht. Unser Rückflug wurde ersatzlos gestrichen. Wir mussten uns also selber um eine alternative Rückreise kümmern. In dem Moment war uns aber erstmal wichtig überhaupt in Kambodscha einreisen zu können. Das hat dann nach dem nächsten Flug auch relativ problemlos geklappt. Scheinbar war man sich nur nicht ganz so klar, ob wir nun noch einen Gesundheitscheck machen müssen oder nicht. Wir wurden von der Immigration erst zu einem Gesundheitscenter geschickt. Die wollten uns aber nicht haben, so dass wir doch ganz normal einreisen konnten.

Angekommen in der Hitze von Phnom Penh ging es dann direkt mit einem Grab Taxi zur Unterkunft um mal ein paar Stunden Schlaf nachzuholen.

Nach ein paar Stunden Erholung haben wir uns dann entschlossen uns den Wat Phnom anzusehen. Das ist ein kleiner Hügel mit einem Tempel drauf mitten in der Stadt. Danach sind wir noch auf dem Central Market eine bisschen bummeln gegangen und haben uns natürlich wieder mit Markenuhren ausgestattet😉. Die angepriesene Good Quality war es dann leider doch nicht, da Kathrins Uhr schon nach kurzer Zeit abgefärbt hatte und bei meiner Uhr der Verschluss nicht richtig zuging. Naja, damit konnte man ja rechnen.

Zum Schluss des Tages schlenderten wir noch ein bisschen über den Nachtmarkt und ließen uns inmitten der ganzen Essenstände auf einem der ausgelegten Teppiche nieder und ließen uns die gebratenen Nudeln und die gegrillten Spieße schmecken.

Geschichte Kambodschas

Der zweite Tag in Phnom Penh stand dann ganz im Zeichen der zugegeben traurigen Geschichte von Kambodscha. Von 1975 bis 1979 stand das Land unter der totalitären Herrschaft der roten Khmer unter ihrem Anführer Pol Pot. Dieser wollte aus Kambodscha einen Agrarstadt machen und ließ alle Bewohner der Städte auf das Land bringen und unter unmenschlichen Bedingungen dort arbeiten. Alle gebildeten Menschen (es reichte schon eine Brille zu tragen oder weiche Hände zu haben) wurden verhaftet, gefoltert und umgebracht. 3 Millionen Menschen ließen in dieser Zeit ihr Leben.

Das erste Relikt aus dieser Zeit, das wir besuchten, waren die Killing Fields. Hierhin wurden die Menschen aus den Gefängnissen massenweise transportiert und hingerichtet. Die Menschen wurden erschlagen und dann in großen Gruben vergraben. Weitere Details spare ich mir an dieser Stelle. Es war wirklich schrecklich, was man dort erfahren hat aber auch wichtig um die Geschichte Kambodschas zu verstehen.


Anschließend sind wir zum S-21 Foltergefängnis gefahren. Dort wurden die Menschen auf undenkbare Weise gefoltert und so zu Lügen gezwungen, um sie so aufgrund des Staatsverrats hinzurichten. Auch hier hat man viele unglaublich traurige Geschichten erfahren.

Bei beiden Einrichtungen kann man einen deutschsprachigen Audioguide nutzen, was sehr hilfreich ist um wirklich alle Details dieser grausamen Taten zu verstehen.

Als Abschluss des Tages haben wir dann noch eine kleine Sunset Cruise gemacht und uns den Sonnenuntergang über Phnom Penh von einem Schiff aus angesehen. Das war eine ganz coole Möglichkeit den Tag ausklingen zu lassen.

Wildlife Sanctuary

An Tag 3 stand dann unser Highlight auf dem Programm. Ein Besuch im Phnom Tamao Wildlife Rescue Center. Dort werden auf einem riesigen Gelände Tiere aus Gefangenschaft befreit, aufgepeppelt und wenn möglich wieder ausgewildert. Die Auswilderungsquote beträgt ca. 80%, was wirklich erstaunlich ist. Wir haben dort einige Tiere und ihre Geschichten kennengelernt. Angefangen mit dem Elefanten Lucky, Tigern, Ottern, Binturongs, einem Leoparden und Gibbons. Zum Schluss der Tour waren wir noch in der Babystation, wo gerade Babyaffen und winzige Küken eingetroffen waren und dort aufgezogen wurden. Aber das Beste sollte dann noch folgen. Wir durften zu den kleinen Makaken in den Käfig und diese füttern. Das war ein Riesenspaß und ein absolutes Highlight, vor allem für Kathrin😉.

Abends waren wir dann aber auch richtig fertig und haben nur noch eine Kleinigkeit ins unserer Unterkunft gegessen und sind dann todmüde ins Bett gefallen.

Lok Lak

Krankenhaus und Fahrt nach Kep

Der nächste Tag startete denkbar schlecht. Wir hatten uns beide irgendwo den Magen verdorben und uns deshalb dazu entschieden kurz ins Krankenhaus zu fahren und uns Medikamente zu holen. Aus kurz wurde dann leider nichts. Uns war von Anfang an schon nicht ganz so wohl dabei als Deutsche in der aktuellen Situation ins Krankenhaus zu fahren. Wir haben uns auch wirklich etwas unwohl gefühlt. Aus kurz wurde dann leider auch nichts, da wir uns einer total übertriebenen Untersuchung, inklusive einer einstündigen Infusion aufgrund meiner trockenen Lippen, unterziehen musstenn. Jeder Behandlungsschritt wurde auch schön einzeln abgerechnet, so dass wir am Ende eine Rechnung von ungefähr 500 USD hatten. Für ein paar Magenprobleme und entsprechende Medikamente ganz schön happig. Da wir leider am Ende ca. 4 Stunden dort verbracht haben, konnten wir leider den Royal Palace und die Silberpagode nicht mehr besichtigen, was der eigentliche Plan für den Vormittag war.

So ging es direkt zur Busstation wo uns dann 4 Stunden Fahrt nach Kep bevorstanden.

Kep

In Kep hatten wir uns eine super coole Unterkunft gebucht. Eine von einem Amerikaner geführte Bungalowanlage am Rande des Dschungels. Die Bungalows waren an den Seiten teilweise offen, so dass man alle Tiergeräusch von außen mitbekam. Eine wirklich coole Sache. Durch die offenen Seiten hatten wir natürlich auch einige tierische Besucher, unter anderem einen Tokeh unterm Dach und eine kleine Schlange im Badezimmer. Zudem hatte die Unterkunft ein richtig gutes Restaurant, wo wir uns in den nächsten Tagen durch die lokalen und westlichen Gerichte geschlemmt haben😉.

Amok

Der erste Tag startete dann aber wieder nicht so toll. Durch die Entwicklungen in der Coronakrise waren alle Deutschen angehalten schnellstmöglich nach Hause zu kommen, auch aufgrund der immer schlechter werdenden Flugmöglichkeiten. Nachdem wir dann beim Frühstück mit einer Gruppe anderer Deutscher zusammengesessen haben und sich alle um schnellstmögliche Rückflüge gekümmert haben, haben wir uns dann auch dazu entschlossen unsere Reise vorzeitig abzubrechen, was im Nachhinein wahrscheinlich die richtige Entscheidung war, da wir sonst vermutlich nicht mehr zurückgekommen wären. Das war zwar wirklich ärgerlich, aber nachdem wir den Rückflug gebucht hatten wurde es auch wieder entspannter und wir hatten ja noch drei Tage vor uns.

Den Rest des Tages haben wir dann nur noch am Strand verbracht, um wenigstens einmal richtiges Urlaubsfeeling zu haben.

Bokkor Nationalpark und Kampot

Für den nächsten Tag haben wir uns dann einen Roller gemietet, um in den ca. 60km entfernten Bokkor-Nationalpark zu fahren. Hoch auf einem Berg gibt es dort zum Beispiel einige verlassene Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert wie eine Kirche oder ein altes Casino und auch verschiedene Tempel. Wie wir aber feststellen mussten ist aus dem alten verlassenen Casino innerhalb der letzten zwei Jahre ein 5 Sterne Hotel geworden, dem aber scheinbar die Gäste fehlen. Es sah zumindest so aus, als wenn niemand da gewesen wäre. Die alten Gebäude waren wirklich interessant anzusehen. Leider besteht der Großteil des Nationalparks mittlerweile aus vielen riesigen Baustellen, vorwiegend handelte es sich dabei um große Wohnparks. Es scheint jedoch zweifelhaft, wer diese beziehen soll, da man dort weit abgelegen von allem ist und es sich die Kambodschaner mit Sicherheit nicht leisten können dort eine Wohnung zu kaufen. Dennoch war es ein schöner Trip. Wie unser Gastgeber uns vorher schon sagte, ist die Fahrt an sich interessanter als der Park. Dem war dann auch so.

ehemaliges Casino

Nachdem wir fast den ganzen Tag unterwegs war haben wir dann am Nachmittag noch einen Zwischenstopp auf halber Strecke in Kampot gemacht. In einer coolen Bar direkt am Fluss mit jedoch einigen speziellen Gästen haben wir uns dann einen schönen Burger gegönnt, bevor wir uns anschließend auf den Rückweg gemacht haben.Kep Nationalpark

An unserem letzten Tag in Kep haben wir morgens eine kleine Wanderung gemacht. Von unserer Unterkunft aus waren wir innerhalb von 10 Minuten im Kep Nationalpark. In diesem führt ein Rundweg von ca. 6 km einmal rund um den Berg inmitten des Nationalparks. Zudem gibt es einige kleine und enge Wege, die auch quer durch den Park den Berg hinaufführen. Direkt als wir auf dem Rundweg waren, befanden wir uns auch schon inmitten einer großen Gruppe von Affen. Zudem waren auf dem Weg auch einige Echsen zu sehen. Weiter oben im Park soll es auch hin und wieder Schlangen und einige andere Tiere zu sehen geben. Als wir einen der schmalen Pfade den Berg hinaufgeklettert sind, haben wir aber leider keine weiteren Tiere gesehen. Dennoch war es eine schöne Wanderung. Nach ungefähr 4 Stunden bei starker Hitze hat es dann aber auch gereicht. Eigentlich wollten wir danach noch den bekannten Krabbenmarkt in Kep besuchen, jedoch waren wir scheinbar zu spät dran, da so gut wie alle Stände schon geschlossen waren. Wie unser Tuktuk Fahrer erzählte, wirkte sich mittlerweile aber auch die Corona-Krise auf den Tourismus in Kambodscha aus. Viele Restaurant waren deswegen schon geschlossen und die Tuktuk Fahrer hatten kaum mehr Kunden.

Nach einer kurzen Stärkung in unserer Unterkunft haben wir dann den restlichen Tag wieder am Strand verbracht.

Phnom Penh und Abreise

Dann stand leider auch schon unser letzter Tag in Kambodscha an. Morgens hieß es früh aufstehen, da wir um halb 8 den Bus nach Phnom Penh nehmen musste, von wo abends unser Flug nach Hause ging. Ziel des Tages war es eigentlich den Royal Palace und die Silberpagode zu besichtigen, da wir dies ein paar Tage vorher aufgrund unseres Krankenhausbesuchs nicht machen konnten. Leider waren die Auswirkungen der Corona-Krise nun auch in Kambodscha angekommen, so dass alle Sehenswürdigkeiten geschlossen waren. Wir mussten jedoch noch den ganzen Nachmittag in Phnom Penh verbringen. Glücklicherweise sprach uns ein Tuktuk Fahrer an, der situationsbedingt alles versuchte um überhaupt noch einen Kunden zu bekommen, und bot uns eine Tour an. Da wir ja die Zeit rumkriegen mussten nahmen wir das Angebot an. Zuerst brachte er uns zu einer Seidenfarm, wo uns die Herstellung von Seidenschals erklärt wurde. Wir hatten dies zwar schon in Vietnam gesehen, es war aber dennoch ganz schön diesen kleinen Familienbetrieb zu sehen. Zudem war es eine gute Möglichkeit noch ein paar Mitbringsel zu shoppen😉. Der zweite Stopp war der Golden Tempel, ein komplett vergoldeter Tempel in dessen Innerem Zeichnungen an den Wänden das Leben Buddhas von seiner Geburt bis zu seinem Tod zeigten.

Nachdem wir so den Nachmittag ganz gut rumgekriegt haben, brachte uns der Fahrer noch zu einem Restaurant mit einer Rooftopbar. Von dort genossen wir noch ein paar Leckereien und hatten dazu einen schönen Blick auf den Mekong.

Dann stand leider auch schon der Rückweg an. Abends um 11 Uhr ging es von Phnom Penh mit einem kurzen Stopp in Bangkok nach Dubai. Und von dort nach 8 Stunden Aufenthalt zurück nach Düsseldorf.

Es war zwar super schade, dass wir unsere Reise nach nicht mal der Hälfte der Zeit abbrechen mussten, aber wenn man die weitere Entwicklung gesehen hat, war es wohl die richtige Entscheidung. Dafür steht für uns fest, dass wir auf jeden Fall nochmal nach Kambodscha fliegen werden um alles, was wir jetzt nicht gesehen haben, nachzuholen. Vor allem natürlich Angkor Wat und die Insel Ko Rong Sanloem.

#kambodscha#phnompenh#kep
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