Veröffentlicht: 07.11.2025




































Da uns die Tour nach Kampong Phlouk am Tonle-Sap-See vor einigen Tagen so gut gefallen hat, erschien es uns reizvoll, die Weiterreise nach Battambang auf dem Wasserweg anzugehen. Erst nachdem wir das Ticket gebucht haben, fragen wir im Reisebüro nach der Verlängerung unseres Visums. Das Ergebnis ist bekannt, wir müssen am 8. November fürs erste aus Kambodscha ausreisen - siehe den Beitrag vom 5. November. Wir fühlen uns zwiegespalten, wissen nicht, ob wir nicht das, was wir in Kambodscha sehen wollten, gesehen haben. Das Meer und die Inseln reizen uns eigentlich weniger.
Wir entscheiden, die bereits gebuchte Tour in Angriff zu nehmen, auch wenn das heißt: am 6. mit dem Boot nach Battambang, am 7. mit dem Bus zurück nach Siem Reap und am 8. November Flug nach Saigon. Sollte es uns in Battambang gefallen, die Reiseführer versprechen eine freundliche Stadt mit französischem Flair, dann wissen wir, ob bzw. auch wo wir unsere Reise durch Kambodscha fortsetzen werden.
Zu Beginn der gestrigen Fahrt über den See sind nur Touristen an Bord, aber unmittelbar nach dem Ablegen macht das Boot einen ersten Stopp auf dem Wasser, um Fässer aufzuladen. Der Bootsführer macht uns bald darauf aufmerksam, dass die Fahrrinne nun sehr eng werde. Bei einem Blick auf Google Maps wird uns gewahr, dass wir den Flusslauf verlassen haben und - das besagt die Karte - über Land fahren. Die Sträucher, durch die wir uns vermeintlich hindurch bewegen, sind Baumkronen, die aus dem Wasser ragen.
Wir erreichen den offenen See, aber dort, wo wir laut Karte den See verlassen, das ist nicht der Fluss!
Schließlich erreichen wir das Flussbett. Vielfach stoppt das Boot, Menschen steigen zu, Ladung wird aufgenommen und abgeladen. Viele von uns genießen die Fahrt mittlerweile auf dem "Oberdeck" und lassen die Eindrücke wirken.
Die Fahrrinne verengt sich erneut. Ein weiteres Mal haben wir das Flussbett verlassen, ...
... unter uns, entlang den Stromleitungen, verläuft eine Straße, über die wir gemächlich schippern. Der Fluss nimmt an dieser Stelle viele Windungen, wir nehmen quasi die Abkürzung! Erst kurz vor Battambang erreichen wir wieder den Flusslauf. Wir sehen erste Autos rechts und links des Flusses und auch eine von Hand betriebene Fähre. Ausschließlich für maximal Zweiräder?
Nach dieser atemberaubenden Bootsfahrt, ich habe die gesamte Fahrt auf dem Dach des Boots zugebracht, erweist sich Battambang, die zweitgrößte Stadt des Landes, als eine staubige Großstadt. Das französische Flair beschränkt sich auf ein kleines Viertel am Fluss. Nach einem ersten Spaziergang fühlen wir uns eher erleichtert, nicht länger als eine Nacht zu bleiben.
Die heutige Busfahrt zurück nach Siem Reap wird wohl die letzte Etappe in Kambodscha gewesen sein. Wir freuen uns auf Vietnam! Aber wir wissen bereits, dass auch dies eine Reise ins Ungewisse werden wird. Das Zentrum des Landes ist nach dem Taifun, der in den vergangengen Tagen über die Philippinen und Vietnam gerauscht ist, überflutet.
Lassen wir es auf uns zukommen!
