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Argentinien: Puerto Madryn

Eine weitere 18h-Busfahrt führte uns nach Puerto Madryn. Bereits am Busbahnhof in BA trafen wir auf Greg und Axel aus Belgien, die ebenso kopflos im Zeug herumirrten wie wir, angesichts der Tatsache, das der Bus Verspätung hatte, und man dann immer ein wenig Angst bekommt, dass man ihn vor lauter Rumgewusel, dürftigen Informationen und unklaren Ansagen in dem riesigen Busbahnhof verpasst hat. Wir hatten ihn aber zum Glück nicht verpasst, mit einiger Verspätung kam der Bus dann irgendwann. Als wir am nächsten Morgen ankamen, unterhielten wir uns nochmals eine Weile mit den Belgiern und zwei Mädchen aus Spanien über die jeweiligen Pläne, die sie hatten. Tatsächlich unterschieden sich die Pläne nicht besonders, hier kommen nämlich alle Leute hin, um die Peninsula Valdez zu besuchen, eines der schönsten Tierschutzgebiete Südamerikas. Puerto Madryn selber ist nichts besonderes, obwohl sich viele Einheimische am wenig spektakulären Strand tummeln. Ansonsten gibt es viel Touri-Infrastruktur, Hostels, Souvenirshops und Touranbieter.

Später trafen wir die Belgier nochmals, als wir etwas durch den Ort gingen und nach einem Touranbieter Ausschau hielten. Auf dem Gringo-Trail trifft man immer wieder dieselben Leute. Greg und Axel hatten sich inzwischen schon etwas erkundigt und klagten sofort ihr Leid, dass die Touren allesamt wahnsinnig teuer waren. Neben Kosten für Fahrt und Guide kamen überall auch noch Eintritte hinzu und Essen war auch noch nicht inbegriffen. Nachdem wir uns eine Weile gegenseitig bemitleidet hatten, verabschiedeten wir uns wieder und Jörg und ich gingen ins Tourbüro, nur um dort gesagt zu bekommen, was wir ohnehin bereits wussten: Die Touren waren teuer. Sehr teuer. Ursprünglich hatten wir ins Auge gefasst, je eine Tagestour auf die Peninsula Valdez und zur Punta Tombo zu unternehmen, aber angesichts der astronomischen Preise sahen wir uns gezwungen, uns für einen der beiden Ausflüge zu entscheiden. Bis.....ja bis...wir auf die Idee mit dem Mietwagen kamen! Wieso war uns das nicht schon vorher in den Sinn gekommen? Zum Beispiel die letzten gefühlt hunderttausend Mal, als wir Greg und Axel über den Weg gelaufen waren? Wir erkundigten uns sogleich in einem Mietwagenbüro und tatsächlich: zu viert ein Auto zu mieten käme um einiges günstiger. Auch inklusive allen Eintritten würde man für beide Touren zusammen ziemlich genau die Hälfte zahlen, von dem was die geführten Touren kosteten!

Das einzige Problem war, wie sollten wir jetzt Axel und Greg wieder finden? War ja klar, dass man die Leute, denen man sonst ständig über den Weg läuft, genau DANN nicht findet, wenn man sie sucht. Zufällig hatten sie uns sogar gesagt, in welchem Hostel sie wohnen, aber auch dort fanden wir sie nicht. Wir marschierten durch die Touri-Meile und den Strand entlang, aber dort war es erst recht unmöglich, sie zu finden. Wir hatten schon beinahe aufgegeben, als ich die beiden zufällig durch ein Fenster in einem Restaurant sitzen sah, wo sie am Karten spielen waren. Sie waren sofort interessiert an unserem Vorschlag, allerdings wollten sie nicht fahren, unter anderem weil einer von ihnen an Epilepsie litt. Nun, das war ja nun nicht wirklich etwas neues, und in Anbetracht der Tatsache, dass ich einfach unbedingt die verdammten Pinguine und die Delphine sehen wollte, erklärte ich mich bereit, den Fahrer zu spielen. Mittlerweile hatte ich mich ja schon dran gewöhnt. Also gingen wir los und mieteten das Auto. Einen roten VW, auch wieder mit riesen Sprung in der Frontscheibe. Die Familie, der die Agentur gehörte, war wirklich sehr freundlich, sie gaben uns sogar ein Informationsblatt auf Deutsch ab, wo verschiedenste Hinweise zu Verkehrsregeln in Argentinien zusammengefasst waren. So erfuhren wir zum Beispiel auch, dass es grundsätzlich verboten ist, links abzubiegen, es sei denn es gibt an Kreuzungen eine extra Ampel, die das explizit erlaubt. Aha. Das ist wirklich noch eine hilfreiche Information, denn diese Regel hatten wir während unseres Roadtrips rund um Mendoza mit Sicherheit einige Male missachtet. Zum Glück bot unser Hotel kostenlose Parkplätze, so dass wir die Karre auch irgendwo abstellen konnten.


Am nächsten Morgen holten wir dann Greg und Axel bei ihrem Hostel ab und fuhren zunächst zur Peninsula Valdez. Nachdem man am Eingang zum Schutzgebiet die horrenden Eintrittsgebühren (Ausländer zahlen mehr als 3x mehr als Einheimische und ausserdem gab es eine zusätzliche für das Auto, wovon uns zuvor niemand etwas gesagt hatte) entrichtet hatte, gelangte man zum Centro de Interpretacion, wo wir uns aber nicht lange aufhielten. Schliesslich wollten wir ja Tiere sehen. Und es dauerte tatsächlich nicht lange, bis wir die ersten Guanakos entlang der Strasse antrafen. Mittlerweile hatte sich die Strasse in eine holprige Schotterpiste verwandelt, auf der wir noch den Rest des Tages herumrumpeln würden. Tatsächlich hatte ich eine Heidenangst, dass eines der vielen Guanakos plötzlich vor das Auto springen könnte, denn die Viecher waren wirklich gut getarnt und teilweise schwer zu erkennen. Zum Glück gab es aber an diesem Tag kein Guanako-Braten zum Abendessen.

Da wir ja nun mal schon mit dem eigenen Auto unterwegs waren, entschieden wir uns gegen den Strom dh. Gegen die übliche Route der Touri-Touren zu fahren und fuhren zuerst nach Punta Cantor. Dort konnte man von einem Aussichtspunkt aus einige Seeelefanten am Strand beobachten. Ausserdem gab es einen Wanderweg zu einer weiteren Aussichtsplattform bei der Caleta Valdez. Hier waren in der Ferne einige herum watschelnde Pinguine auszumachen. Entlang des Weges trafen wir sogar auf einige kleine, zusammengerollte Schlangen, weshalb Jörg etwas nervös wurde, hatte er sich nämlich dafür entschieden, die Trekkingsandalen zu tragen. Zum Glück hatten die Schlängelchen aber kein Interesse an seinen Füssen. Entlang der Wege gab es auch immer wieder Informationstafeln, wo man mehr über die Tiere und deren Lebensgewohnheiten erfahren konnte. Beispielsweise wurden die Wege dargestellt, die die Seeelefanten auf der Suche nach Nahrung zurücklegen, und es trat deutlich zum Vorschein, dass die Weibchen einiges weitere Wege absolvieren, bevor sie sich wieder faul am Strand fläzen.

Auf dem Weg von der Punta Cantor nach Punta Norte kamen wir noch an einigen kleinen Aussichtspunkten vorbei. Bei der Pinguinera konnte man einige Magellan-Pinguine ganz aus der Nähe beobachten.

An der Punta Norte gab es unzählige Seelöwen und Seeelefanten zu sehen und man konnte hier sehr gut ihr Herdenverhalten beobachten. Jeweils 3 Alpha-Männchen lagen mit ihrem Harem zu einer grossen Gruppe zusammen. Die männlichen Tiere waren wirklich riesig und sehr imposant. So einem möchte ich also auch nicht zu Nahe kommen, wenn es einen schlechten Tag hat. Immer wieder versuchten sich jüngere Männchen den Harems zu nähern, aber sie wurden immer wieder von den grösseren Männchen unter lautem Brummen und Röhren vertrieben. So faul die unbeholfen wirkenden Tiere auch scheinen, wenn es darum geht, einen potentiellen Widersacher in die Schranken zu weisen, sind die Viecher wirklich überraschend schnell im durch-den-Sand-robben. Sobald das andere Männchen vertrieben war, machte es sich der Harems-Herr sofort wieder zwischen seinen Damen bequem, und nahm dabei keine Rücksicht auf die Weibchen oder die Jungen. Wie es gerade kam, liess er sich fallen, und was zufällig unter ihm lag, hatte selbst zu sehen, wie es wegkam. Zwischen dem Grunzen und Raunen der Männchen hörte man auch immer wieder das Quieken der putzigen Jungtiere, so dass an dem Strand ein rechter Lärm herrschte.

Punta Norte ist bekannt dafür, dass man hier mit etwas Glück Orcas beobachten kann. Orcas haben die aussergewöhnliche Fähigkeit des „absichtlichen Strandens“ als Jagdmethode entwickelt. Bei Flut lassen sie sich auf den Strand spülen, um die dort liegenden Seelöwen zu fangen und zu verspeisen. Diese Jagdmethode beherrschen allerdings auch nur die geschicktesten und stärksten Tiere einer Orca-Gruppe, die dann die Beute mit den anderen aus der Gruppe teilen. Sehr sozial diese Tiere. Jedenfalls kann man dieses Schauspiel hier beobachten. Es gibt sogar eine Tafel am Strand, wo verzeichnet ist, wann zum letzten Mal Orcas gesichtet worden waren. Gemäss dieser Tafel war das letzte Mal am Tag zuvor gewesen. Natürlich hatte ich mir sehr gewünscht, einen „Free-Willi“ zu sehen und war zunächst einmal etwas traurig, dass wir nicht soviel Glück hatten. Erst später überlegte ich mir, was das überhaupt bedeutet hätte. Unter Umständen hätte ich mit anschauen müssen, wie ein Willi ein armes kleines Seelöwen-Junges jagt und umbringt und hätte mir dessen verzweifeltes, ängstliches Schreien anhören müssen. Nein danke. Nun war ich plötzlich doch nicht mehr so traurig, dass wir keinen Orca gesehen hatten.

Dafür sahen wir noch etwas anderes, auch ein Tier, welches ich mir schon lange gewünscht hatte: ein Gürteltier. Es war zwar kein grosses, wie man sie im Pantanal hätte sehen können, aber das kleine Patagonien-Gürteltier war wirklich auch sehr putzig. Tatsächlich war das Tierchen ziemlich zahm, offensichtlich auch angelockt durch den örtlichen Kiosk und die damit einhergehenden Essensreste. Jedenfalls haute das Gürteltier auch dann nicht ab, wenn man ihm schon ziemlich nahe kam, um Fotos zu machen. Es schien sich das gewohnt zu sein. Allerdings ärgerte ich mich über einen kleinen Jungen, der dem Tierchen nachstellte, um es unbedingt zu berühren. Genaugenommen ärgerte ich mich weniger über das Kind, als vielmehr über seinen Vater, der seinen Nachwuchs nicht nur nicht daran hinderte, sondern sich sogar noch darüber amüsierte. Furchtbar solche Leute. Aber zum Glück war das kleine Kerlchen ganz schön flink, und suchte nun doch schnell das Weite.

Auf dem Rückweg machten wir noch kurz Halt in Puerto Pyramides, wo wir ein wenig am Strand spazierten und auf die Felsen kletterten, da inzwischen die Ebbe eingesetzt hatte. Ausserdem gönnten wir uns noch ein Bier. Das heisst die anderen gönnten sich ein Bier, denn obwohl ich ja inzwischen endlich den Neulenker-Ausweis los bin, gilt in Argentinien Null-Toleranz bei Alkohol, so dass es für mich wieder einmal nur einen (wenigstens frischgepressten) Orangensaft gab.

Als wir in Puerto Madryn ankamen, war es schon reichlich spät geworden, und am nächsten Tag mussten wir ja wieder früh raus. Ich war mehr als froh, als wir die Halbinsel verliessen und endlich wieder die asphaltierte Strasse erreichten. Endlich war Schluss mit dem ewigen, anstrengenden Geholper.


Tags darauf holten wir die beiden Belgier noch ein wenig früher ab, da wir pünktlich bei der Bahia Union in Rawson ausserhalb von Trelew sein mussten, um die Delphinbeobachtungstour nicht zu verpassen. Diese Tour hatten wir schon tags zuvor telefonisch vorreservieren müssen.

Während der Fahrt unterhielten wir uns mit den Belgiern darüber, dass Deutsche, Franzosen und US-Amerikanern sich normalerweise sofort zu Gruppen zusammenrotten, wenn sie auf der Reise auf andere Landsmänner treffen. Für Schweizer ist das sehr unüblich, im Gegenteil. Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Schweizer sofort aufhören miteinander zu sprechen, sobald sie hören, dass andere Schweizer in der Nähe sind, oder sogar das Weite suchen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber tatsächlich erlebten wir dieses Phänomen sehr häufig. Wir lachten im Auto noch darüber, und die Belgier wollten uns nicht so recht glauben. Der Zufall wollte es, dass wir bei der Registrierung für die Delphintour im Tourbüro tatsächlich auf 2 andere Schweizer trafen. Aus Lausanne seien sie, antworteten sie auf unsere Nachfrage knapp. Und das wars dann auch schon mit der ganzen Konversation. Obwohl wir Greg und Axel als Belgier vorgestellt hatten, und sie sich mit ihnen wunderbar auf französisch hätten unterhalten können, kamen sie während des ganzen restlichen Vormittags nicht einmal mehr in unsere Nähe. Nein, sie sassen lieber zu zweit auf einer Bank fernab, als sich zu uns zu gesellen, während wir darauf warteten, bis die Tour losging. Und das obwohl Jörg sogar nochmals auf sie zuging, und sie über ihre Reise fragte, es kamen nur derart knappe Antworten, dass es ihm dann auch zu blöd wurde. Wir sind schon echt ein komisches Völkchen, wir Schweizer. Aber nun denn, wir waren ja schliesslich auch nicht hier, um die Merkwürdigkeiten des Schweizer Volkes zu ergründen, sondern um Delphine zu sehen.

Auch hier waren sämtliche Europäer mal wieder überpünktlich, während die Latinos alle zu spät kamen, so dass das Boot sogar nochmal extra umkehren musste, kaum waren wir losgefahren, um nochmal eine argentinische Familie aufzugabeln, die zu spät dran war.

Auf dem Weg aufs offene Meer kamen wir an einer Shrimps-Fabrik vorbei, wo ich mir kurz die Nase zuhalten musste, um nicht ohnmächtig aus dem Boot zu fallen. Auch eine Seelöwen-Kolonie trafen wir an, die sich ihr Domizil direkt neben der Shrimps-Fabrik ausgesucht hatte, wahrscheinlich weil man hier von Abfällen profitieren kann.

Als wir die Küstenregion verlassen hatten, dauerte es dann auch tatsächlich nicht lange, bis wir die ersten Delphine sichteten. Es handelt sich hier um Commerson-Delphine, die kleinste Delphin-Art der Welt. Die neugierigen Tiere werden offenbar durch den Lärm und die Bewegung des Bootsmotors angezogen. Kaum stellte der Kapitän den Motor aus, hauten die Delphine ab und liessen sich nicht mehr blicken. Es machte wirklich Spass, die verspielten Delphine zu beobachten, immer wieder umkreisten sie unser Boot, schwammen unten durch und vorführten sogar einige hohe Sprünge, als wollten sie uns absichtlich eine gute Show bieten. Wirklich cool. Der Ausflug und der damit verbundene Umweg hatten sich also echt gelohnt.


Anschliessend an die Delphintour fuhren wir dann weiter zur Area Natural Protegido Punta Tombo, welche den grössten Pinguin-Brutplatz auf dem südamerikanischen Festland beherrbergt. Über eine halbe Million Magellan-Pinguine leben hier. Aber auch andere Vögel sind hier anzutreffen, wie beispielsweise Kormorane.

Nachdem man die Eintrittstickets gekauft hat, kann man zuerst einmal das Informationszentrum besuchen, wo die verschiedenen Pinguin-Arten der Welt und auch andere Meeresbewohner vorgestellt werden.

Anschliessend geht es los durch das Schutzgebiet auf markierten und eingezäunten Wanderwegen. Bereits nach kurzer Zeit trifft man die ersten Pinguin-Paare in ihren Nestern an. Magellan-Pinguine graben sich Erdlöcher, um die Eier abzulegen. Während der Paarungssaison erreichen die Männchen die Brutplätze zuerst und suchen dann das Nest, welches sie schon im letzten Jahr genutzt haben. Nachdem sie sich im Gerangel mit den anderen Männchen ihr Nest erobert haben, warten sie auf die Ankunft der Weibchen, ebenfalls mit dem Ziel, sich mit derselben Partnerin wie schon in der letzten Saison zusammenzutun. Die Brutzeit ist also hart für die Männchen, zuerst müssen sie um das Nest kämpfen, dann um das Weibchen, und dabei gehen sie sogar so weit, dass sie sich wenn nötig gegenseitig umbringen! Giftige kleine Biester. Aber zuckersüss.

Nachdem man bei den ersten Nestern entlang des Weges noch ganz verzückt ist, staunt man dann nicht schlecht, als es mehr und mehr Löcher werden und hunderte Pinguine, die überall entlang des Weges zu sehen sind. Gehend, stehend, liegend in den Löchern. Überall wimmelt es von den Tierchen. Grosse Ansammlungen trifft man auch an den Schattenplätzen unterhalb der Holzbrücken an. Wenn man die Aussichtplattform mit Sicht auf den Strand erreicht, bleibt einem dann erstmal der Atem weg, wenn man die tausenden Pinguine sieht, die sich dort tummeln. Absolut unglaublich.

Spannend ist, wie sich die Magellan-Pinguine an die täglichen menschlichen Besucher gewöhnt haben, und wie sie genau wissen, dass sie ausserhalb des eingezäunten Wanderweges nichts zu befürchten haben. Wenn sie den Weg kreuzen müssen, beeilen sie sich, sausen schnurstracks über den Weg, nur um dort direkt auf der anderen Seite der Drahtabsperrung stehen zu bleiben und einen aus grossen Augen anzuschauen. Dabei ist man nur einige Zentimeter von Ihnen entfernt! Aber sie wissen genau, dass die Menschen dort nicht hinkommen. Jedenfalls die Erwachsenen, denn ab und zu gab es durchaus ein Jungtier, welches sich diese Verhaltensweise offenbar noch nicht angeeignet hatte, und etwas verloren mitten auf dem Gehweg sass. Aber natürlich hatten auch diese flaumigen Tierchen nichts von den Besuchern zu befürchten. Es ist dort wirklich als wäre man in einem Zoo, nur in umgekehrter Art und Weise. Die Menschen sind auf dem eingezäunten Wanderweg sozusagen im Käfig, während die Pingus in Freiheit um einen herum zischen. Wirklich cool.

Ich hätte noch ewig dort bleiben können, und die herzallerliebsten Pinguine zu beobachten und noch weitere tausend Fotos zu schiessen. Aber da es eine lange Fahrt war zurück nach Puerto Madryn, und wir das Auto noch am selben Abend zurück geben mussten, hiess es irgendwann Abschied nehmen und die Rückreise anzutreten.


Obwohl auf der Karte alles so nahe beieinander aussieht, sind die unglaublichen Distanzen im 5.-grössten Land der Erde nicht zu unterschätzen. Während der beiden Tage hatten wir nämlich schon wieder mehr als 900km zurückgelegt! Also ich. Entsprechend müde war ich dann auch, als wir das Auto bei der Mietwagenagentur abstellten. Zum Glück gab es nichts zu beanstanden, so dass die ganze Angelegenheit mit der Rückgabe schnell abgehandelt war.

Aber es galt auch noch keine Müdigkeit vorzuschützen, denn unsere Belgischen Freunde hatten uns als Dankeschön fürs Fahren für den Abend zu einem Grillabend in ihrem Hostel eingeladen. Sie hatten extra mit dem Hostelbesitzer gesprochen, da sich Nicht-Gäste normalerweise nicht im Hostel aufhalten durften. Der Grillabend wurde von mehreren Reisenden im Hostel veranstaltet, so dass wir am Schluss eine illustre multikulturelle Runde waren. Neben uns und den Belgiern waren noch ein paar Argentinos, eine Französin, eine Deutsche mit Kolumbianischen Wurzeln sowie ein weiterer Franzose dabei, der von Beruf Koch war. Was äusserst praktisch war, denn als Grillmeister taugte der Kerl (Thomas) echt was. Das Fleisch und die Garnituren waren wirklich sehr lecker, dazu gab es Wein, Bier und Chips. Wir verbrachten einen spassigen Abend und ruck zuck war es halb zwei Uhr morgens, als wir aufbrachen und uns auf den Rückweg zu unserem Hotel machten, da wir am nächsten Morgen den Bus nach Bariloche erwischen mussten.

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