Der Vogelmarkt in Sidoarjo und Weihnachten im März
Wir wurden letztens gefragt, ob wir hier schon Anschluss gefunden haben und ab und zu auch mal was mit Einheimischen machen. Ehrlich gesagt hatte ich darüber bisher noch nicht...


Veröffentlicht: 02.04.2018



































Diesmal geht es hauptsächlich ums Essen: Unsere tägliche Kost, ein Luxusessen im Spanischen Restaurant, eine organic farm gleich um die Ecke und blätterfressende Affen hinterm Haus. Außerdem hatten wir Überraschungsbesuch aus Deutschland und ich habe mich erfolgreich bei den Seehunden eingeschlichen.
Wie ich ja schon erwähnt hatte, gibt es hier 5 Restaurants im Park, zusätzlich gibt es aber noch das Restaurant im zum Park gehörenden Baobab-Hotel. Außerdem gibt es unten in der Bananenstraße noch 3 sogenannte Warung, also kleine einheimische Garküchen mit einer übersichtlichen Auswahl an Gerichten. Das Essen hier ist fast immer lecker, aber eben auch Geschmackssache. Die meisten Gerichte sind ziemlich scharf oder werden mit kleinen rohen Chillis serviert. Nicht mein Fall, aber Roy wagt sich da ab und zu mal ran.
Auf jeden Fall essen wir hier gerne und auch gerne viel :) Ich denke unser Körper befindet sich noch im europäischen Modus, das heißt: viel essen, damit man in der kalten Jahreszeit genug Reserven bzw. Polster hat. Nur gibt es hier keine kalte Jahreszeit. Und solange wir nicht zunehmen, ist alles okay. Eine Bikinifigur brauche ich hier eh nicht, da ich mich in einem muslimischen Land niemals im Bikini zeigen würde. Man wird so schon ständig angestarrt und um ein Foto gebeten, nur weil man ein "bulé", also ein Weißer ist. Keine Ahnung wie die Leute dann auf eine Weiße im Bikini reagieren würden.
Carola und Stephan haben uns mittlerweile den Namen "die Raupen" gegeben, weil wir wohl mampfen wie die Raupen. Aber wie gesagt: solange wir nicht aussehen wie dicke Raupen ist alles okay.
Im Grunde haben wir voll den Luxus: Jeden Tag aufs Neue die Frage: "In welchem Restaurant essen wir heute"?
Die 5 Restaurants, plus Macaw Café und Safari Bakery
Aber da wir schon alle Speisekarten auswendig kennen und unsere persönlichen Lieblingsgerichte haben, fällt uns die Entscheidung selten schwer.
Im Deso sind wir am häufigsten. Das Essen ist immer lecker, es gibt eine gute Auswahl und es ist selten voll, sodass man seine Ruhe hat.
Im Captain Krocs sind wir ebenso häufig wie im Deso, denn da gibt es die meisten Lieblingsgerichte und es ist immer, wirklich immer leer. Obwohl es dort echt lecker und nicht teuer ist. Aber das Krocs ist auf dem Gelände des Badespaßparadieses und deshalb etwas versteckt.
Eines von Roys Lieblingsgerichten: Flying Noodles.
So ca. ein Mal die Woche gehen wir ins Safari Fried Chicken zum Burgeressen. Neben Burger gibt es eigentlich nur noch den panierten Hühnerklumpen, auf den wir ab und zu auch mal Appetit haben.
Der recht trockene Hühnerklumpen mit purem Reis geht am Häufigsten über die Theke. Ich glaube manchmal, wir sind die Einzigen die den Burger essen.
Maximal einmal die Woche gehen wir ins Tiger Cave Restaurant, das teuerste Resto im Park (das Baobab mal ausgeschlossen, das gehört ja zum Hotel und ist noch teurer)
Von außen sieht es aus wie eine Tempelanlage und auch das Tigergehege hinter den Scheiben ist wie ein alter Tempel gestaltet.
Im Park gibt es dann noch zwei Koreanische Imbisse, die nicht zu Taman Safari gehören und bei denen wir dann bezahlen müssen. Aber scheinbar bekommen wir Rabatt, denn wir bezahlen selten so viel wie ausgeschrieben. Oder wir bekommen die doppelte Menge für den normalen Preis. Am liebsten essen wir dort die Pfannkuchen mit einer Zimt-/Erdnusssoße gefüllt (um Kontroversen zu vermeiden: in manchen Regionen nennt man es eher Eierkuchen und in englisch ist es ein Pancake, aber Berliner wäre an dieser Stelle unpassend). Wie auch immer man es nennen will, es ist lecker! Und dann gibt es noch ganz passables Softeis. Allerdings mit verrückten toppings wie Zuckerwatte oder Popcorn.
Oh, und die geringelten, bebackenen Kartoffeln sind auch lecker (3.v.r.)
Keine Sorge Mama, bei dir ist und bleibt das Eis am aller aller aller leckersten! :)
Letztens war John (der Sohn von Toni, dem großen Chef) mit seiner Familie für ein paar Tage im Baobab, eigentlich lebt er in Jakarta, aber ab und zu ist er, genau wie sein sein Vater, hier im Park zu Besuch. John ist der Leiter der Kasi Foundation, ein Hauptsponsor unserer Vogelarche. Er wollte schon länger mal mit uns Essen gehen und nachdem wir schonmal vor einer ganzen Weile mit ihm im Baobab gegessen hatten, wollte er diesmal unbedingt zum Spanier nach Surabaya. Das bedeutete: ein eigener Fahrer,anderhalb Stunde Fahrt und die schicksten Klamotten, die ich im Schrank finden konnte. Allerdings wusste ich nicht, dass uns so ein nobler Schuppen erwartet. Im Eingang wurden wir vom Manager des Restaurants begrüßt (natürlich ein Spanier) und von ihm persönlich mit dem Fahrstuhl nach oben in den VIP- Bereich geleitet. Ein abgegrenzter Bereich und 5 Kellner nur für uns. "Uns" heißt John und seine Frau, Carola und Stephan, Roy und ich und noch ein Freund von John, ein Italiener der schon ordentlich rumgekommen war.
Uns wurde sogar eine Serviette auf den Schoß gelegt :D Wir kamen uns ziemlich deplatziert vor, aber John und seine Frau sind recht locker und so haben wir einfach versucht es zu genießen.
Dann bekamen wir ein 8-Gänge Menü! Ich glaube ich habe noch nie so edel und teuer gegessen wie an diesem Tag. Als erstes gab es leckeres Brot (im Jutesack in dem unten frischer Rosmarin und Knoblauch lagen) mit verschiedenen Dips, danach einen Salat auf Quinoa, als nächstes eine Art Cracker mit Auberginenmousse.
Ein Stück kam wohl laut Speisekarte 1 Euro!
Nach dem eher kleinen Snack kamen 2 Platten mit spanischem Käse, Schinken und Brot. Wir haben ordentlich zugeschlagen, denn Käse gibt es hier kaum und erst recht nicht so Guten. Carola war an dem Punkt schon satt, aber wir haben mit Vergnügen "weitergemampft" ;) Im Anschluss gab es gebackenen Fisch mit Kaviartopping und Blüten als Deko. Erst danach kam der Hauptgang: die Paella. 2 riesige Pfannen voll mit Reis und Meeresfrüchten (siehe Gruppefoto). Johns Frau hat den Rest einpacken lassen und so hatten wir am nächsten Tag Paella zum Abendbrot. Und da eine Nachspeise scheinbar nicht reicht, gab es gleich Zwei.
Zum einen gab es diesen glasierten Apfel, der kein Apfel war, sondern eine mit einer Creme gefüllte Zuckerkugel auf einem Keksbett serviert. Zum Glück war der zum Teilen bestimmt, denn ein Ganzer hätte bei einem gesunden Menschen einen Zuckerschock ausgelöst. Ich fand ihn aber ganz lecker. Zum anderen gab es dann noch eine Schokokugel gefüllt mit Eiscreme.
Für Roy gab es dann auch mal wieder das sonst so seltene Bier und für alle am Tisch wurde Wein aufgetafelt. Die günstigste Flasche für 40 Euro! Obwohl Wein hier immer recht teuer ist, da er importiert werden muss.
Im Auto auf der Rückfahrt waren wir dann alle müde und satt und zu Hause angekommen ging es auch sofort ins Bett, da es schon ordentlich spät war (so ein 8 Gänge-Menü dauert eben auch seine Zeit).
Vor ein paar Wochen, an einem unserer freien Tage, dachten wir uns wir könnten mal ein bisschen die Umgebung erkunden. Roy hatte kurz zuvor einen Supermarkt in einer Seitenstraße ganz in der Nähe entdeckt und da sich sonst der Nächste 8 km entfernt in Palang befindet, wollten wir uns das mal genauer anschauen. Da wir den Einkauf nicht mit uns rumschleppen wollten, entschieden wir erstmal in eine nahegelegene Hotelanlage zu fahren, die ich irgendwann mal im Internet entdeckt hatte. Vielleicht kommt uns ja doch mal jemand besuchen und da wollen wir unsere Gäste natürlich gut und günstig untergebracht wissen :)
Also auf zum Kaliandra Resort. Dort angekommen waren wir erstmal echt beeindruckt. Wunderschöne alte Kolonialbauten inmitten von üppigem Grün und am Fuße des Berges Arjuna gelegen.
Der Eingangsbereich der Hotelanlage. Dahinter befindet sich die Rezeption, das Restaurant und kleinere Gebäude mit Einzel- und Doppelzimmern für ca. 15 Euro die Nacht.
Scheinbar ist grad Nebensaison oderso, denn wir haben keinen einzigen Hotelgast gesehen.
Alles haben wir dann nicht erkundet, da die Anlage riesig ist und ich nochmal zu der organic farm wollte, die sich ebenfalls auf dem Gelände befindet.
Leider hatte die Packstation, in der das geerntete wohl verpackt wird, an dem Tag geschlossen und so konnten wir nicht herausfinden, ob man die ganzen gesunden Sachen auch dort kaufen kann. In dem kleinen Souveniershop am Eingang konnten sie uns dazu auch nicht weiterhelfen und so kauften wir dort wenigstens Ökokaffee, Maracujasirup, Rosmarin (der geklaute reicht ja schließlich nicht ewig) und anderen Kram.
Demnächst möchte ich da gerne nochmal hin, in der Hoffnung dort eine "Grünzeugquelle" gefunden zu haben, denn außer Tomate und Gurke bekommt man hier kaum vernünftiges Gemüse.
Übrigens gehört zum Hotel auch ein Wellnesstempel, ein Kletterwald, eine Paintball-Anlage und ein Fussballplatz. Außerdem kann man Jeep- und Fahrradtouren und Pferdeausflüge machen, den Berg besteigen, traditionell kochen lernen und vieles mehr. Ich finde das klingt nach einem perfekten Ziel für die JZEA, denn für jeden ist etwas dabei...und einen Zeltplatz gibt es auch, für unter 10 Euro die Nacht :D
Aber auch jeder andere ist herzlich willkommen uns besuchen zu kommen! Wer dann etwas gehobener nächtigen möchte, kann sich ab 50 Euro die Nacht im Baobab einmieten. Am Wochenende ist das Hotel immer ausgebucht, trotz dass es dann mindestens 70 Euro die Nacht kostet. Es ist erstaunlich wieviele Einheimische sich soetwas leisten können, bei einem indonesischen Durchschnittseinkommen von nichtmal 300 Euro im Monat.
Unser letzter Besuch hatte Glück, das nebenan zur Zeit eine Couch frei ist, da Carola und Stephan gerade für 6 Wochen in Deutschland sind. Das heißt für uns, dass wir im Moment unsere eigenen Chefs sind und die Vogelarche alleine managen. Aber zurück zum Besuch. Jochen aus dem Zoo Leipzig war gerade in der Nähe und fragte, ob er bei uns vorbeikommen könnte. Und da wir uns ja immer über Besuch freuen (!!!), kam er spontan für 2 Tage vorbei.
Liebe Grüße an Jochen an dieser Stelle!
Ich erzählte Jochen von den Affen, die sich ab und zu hinter unserem Haus in den Bäumen tummeln. Und keine 10 Minuten nachdem Jochen weg war, tauchte die Gruppe Schwarzer Haubenlanguren wieder auf. Languren sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Blättern. Und davon gibt es hinter unserem Haus zum Glück reichlich. Die Schwarzen Haubenlanguren sind zwar hier in Ostjava heimisch, allerdings wurden diese Tiere vor einigen Jahren von Toni hier im Park ausgewildert. Aber immerhin scheint es ihnen sehr gut zu gehen, denn die Gruppe hatte 2 Jungtiere dabei :)
Es hat mehrere Anläufe und Besuche der Affen gebraucht um einigermaßen gute Bilder hinzubekommen:
Die Tiere beobachten uns ganz genau aus der Ferne, aber sind trotzdem recht entspannt.
Und ein etwas älteres Jungtier.
Da das jetzt schon ganzschön viel geworden ist (ich sammel einfach zu lange), gibt es hier nur die Bilder von den Seehunden. Beim nächsten Mal gibt es vielleicht einen genaueren Bericht, wie es dazu kam und was ich eigentlich da genau mache. Auf jeden Fall: Ich ❤ Seehunde!
Mr. Kasan mit Taq.
Ms. Tina mit Taq :)
Beim nächsten Mal gibt es auch wieder ein Update zum Baugeschehen und zu den Tieren. Versprochen Jochen ;)
Bis zu nächsten Mal! Und: Mampfen ist super! :D
