Plötzlich Millionär
Die ersten Schritte in Hanoi

Veröffentlicht: 26.04.2026
In tausend Jahren ist die Hauptstadt Vietnams von einer kleinen Festung zum Zehn-Millionen-Moloch angewachsen. Hanoi ist unglaublich lebendig, kann sehr aufregend und ermüdend sein. Immerhin verströmt die Altstadt mit ihren engen Strassen und Gässchen und vielen Gebäuden aus der Zeit der französischen Kolonialisierung einen unwiderstehlichen Charme.
Beim idyllischen Hoan-Kiem-See am Rand der Altstadt wurde Hanoi, die «Stadt zwischen den Flüssen» (so die Übersetzung), vor mehr als tausend Jahren gegründet. Die Altstadt ist schrill. Jedes Restaurant, jedes Reisebüro, jeder Supermarkt, jedes Souvenirgeschäft, jeder Massagesalon (nein, kein schmieriges Lächeln bitte! Hier heisst «Massage» wirklich das, und nur das) wirft sich dem potentiellen Kunden mit grellen Neonreklamen entgegen. Und an jeder Ecke wird Gegrilltes, Geschmortes, Gebackenes und Frittiertes angepriesen.
Hanoi liegt nicht nur an zwei Flüssen; in der Stadt gibt es auch 18 Seen, wobei der Hoam-Kiem-See der romantischste ist. Hier tummelt sich das Jungvolk, Liebespaare halten Händchen, Familienväter kaufen ihren Kindern Eiscrème, und es herrscht, verglichen mit dem chaotischen Gewusel anderswo in der Stadt, eine relative Ruhe. Auf einer künstlichen Insel im See steht die Ngoc Son-Pagode. Man erreicht sie über eine auffällige rote Brücke. Die Brücke, sagt mir eine Passantin, symbolisiert den Übergang zwischen der irdischen und der geistigen Welt.
Der grösste See von Hanoi ist der Westsee. An seinem Ufer liegt Tran Quoc, die älteste Pagode der Stadt. Sie wird von unserem Guide als spirituelles Zentrum Vietnams angepriesen. Gärten, steinerne Brücken und viele reich verzierte Türme bilden ein attraktives Ensemble, was neben betenden Gläubigen auch Heerscharen von Touristen anlockt.
