Streetfood und Weihnachtskitsch
Auch in einem atheistischen Land wie Vietnam sind dem vorweihnachtlichen Kitsch keine Grenzen gesetzt,.


Veröffentlicht: 27.04.2026
Von Hué fuhr ich im Bus nach Hoi An. «Hoi An gilt als eine der zauberhaftesten Städte Vietnams», hatte ich in einem Reiseführer gelesen. Und es stimmte. Wenn ich nicht schon die Weiterreise nach Nha Trang organisiert hätte, wäre ich ohne weiteres eine, zwei Wochen geblieben. Das Hotel La Charm am Rand der Altstadt lag zwar mit 45 Euro pro Nacht über meinem üblichen Budget. Doch es erwies sich als äusserst gediegene Adresse mit grossen, luxuriösen Zimmern, einem phantastischen Pool und vor allem auch auffallend freundlichem und professionellem Personal.
Am Abend reihen sich am Fluss Song Thu Bon hell erleuchtete Restaurants und Bars aneinander. In einem Lokal geniesse ich Algensuppe, Schweinebauch und Morning Glory.
Wer es noch lockerer mag, deckt sich an einem der zahllosen Essstände mit Leckereien wie gebratenen Fröschen oder geschmortem Oktopus und an einer mobilen Bar mit Drinks ein und setzt sich ans Flussufer. Auf dem Wasser schaukeln Touristenboote, dekoriert mit Laternen in allen Farben.
Tausende von Laternen erleuchten auch die Szenerie links und rechts des Flusses, und Tausende von glücklichen Menschen flanieren auf der Fluss-Promenade und in der putzigen Altstadt. Deren Wahrzeichen ist die gedeckte japanische Brücke aus dem 16. Jahrhundert, ein dekorativer Hintergrund für Selfies.
Mit dem Zug, diesmal tagsüber, reiste ich in fast zwölf Stunden weiter nach Nha Trang. Die Grossstadt mit weitläufigem Strand ist der Lieblings-Badeort der Vietnamesen und Wohnort von Tausenden russischen Expats, die Putins Krieg entflohen sind. Vor allem aber ist Nha Trang extrem prewisgünstig: Im achte Stock (mit Aufzug!) des Horels Yen Indochine habe ich ein Zimmer samt Aircon und Meersicht bekommen, das ganze zehn Euro pro Nacht kostet.
Um es kurz zu machen: Geblieben ist mir die Weihnachtsdekoration am Strand; ansonsten wüsste ich zahllose Badeorte, in denen ich gerade lieber wäre als hier. Deshalb fliege ich am 9. Dezember 2024 weiter, quer übers Land, auf die Insel Phu Quoc.
