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Penang – eine Insel als Grossstadt

Veröffentlicht: 29.04.2026

Flug
BKK → PEN
Thai Airways · Economy
Fahrt
George Town → Penang Hill
George Town, Malaysia
Attraktion
Penang Hill
George Town, Malaysia
Sehenswert
George Town
George Town, Malaysia
Unterkunft
iStay
Hotel · George Town
Essen
Kassim Nasi Kandar
$ · Mittagessen

Nach mehreren Wochen in Hua Hin flog ich aa 22 Januar 2025 nach Penang. Ein reiseerfahrener Kollege hatte mich gewarnt: «Ich war vor zwanzig Jahren auf Penang; es ist ziemlich dicht besiedelt.» 

Das hat sich inzwischen geändert: Die Insel Penang im gleichnamigen Bundesstaat im Nordwesten Malaysias ist, mit knapp 300 Quadratkilometern, nur drei Viertel so gross wie der Stadtstaat Bremen (oder für Schweizer: gleich gross wie der Kanton Schaffhausen), hat aber 800.000 Eihnwohner, das heisst mehr als Bremen und fast zehnmal so viele wie Schaffhausen. Die Insel, mit anderen Worten, ist inzwischen extrem dicht besiedelt.

Ich reiste am späteren Abend von Bangkok mit Thai Airways an. Schimpf und Schande über mich! Die ökologische Sünde war meiner Faulheit zuzuschreiben. Ich hätte auch Überlandbusse nehmen können oder den Zug. Die Strecke von Bangkok durch den Süden Thailands und die malaysische Halbinsel über Kuala Lumpur bis hinunter nach Singapur wird von Reisezügen der Staatsbahnen ebenso befahren wie vom privaten Eastern & Oriental Express. Dieser hätte allerdings für eine dreitägige Fahrt, während der man im Luxus schwelgt, mein Reisebudget für einen ganzen Monat verpufft.

Wäre ich nicht geflogen, hätte ich ein Spektakel verpasst: Vor dem nächtlichen Anflug auf den Flughafen im Süden der Insel Penang breitet sich eine hell erleuchtete Grossstadt unter uns aus. Wir landen praktisch zwischen Hochhäusern wie einst in Hongkong, bevor der dortige Flughafen Ende der 1990er-Jahre von der Innenstadt auf die Insel Chek Lap Kok verlegt wurde.

Am nächsten Tag, am 24. Januar 2025, fahre ich mit der Standseilbahn, gebaut von der Schweizer Firma Garaventa, durch dichten Regenwald auf den höchsten Punkt der Insel, den 833 Meter hohen Penang Hill. Unter mir breitet sich eine einzige, zusammenhängende Überbauung der gesamten Süd-, Ost- und Nordküste aus; das bewaldete Inselinnere und die Westküste sind noch verschont.

240-jährige britische Siedlung

Dass in George Town, der Hauptstadt von Penang, gemeinsam mit der Stadt Malakka, die gut 500 km südlich liegt, seit 2008 das Unesco-Verzeichnis des Weltkulturerbes waltet, begründet die UNO-Unterorganisation für Erziehung, Kultur und Wissenschaft so: «Mit seinen Wohn- und Geschäftshäusern repräsentiert George Town die britische Ära vom Ende des 18. Jahrhunderts. Die beiden Städte bilden ein einzigartiges architektonisches und kulturelles Stadtbild, das in ganz Ost- und Südostasien seinesgleichen sucht.»

George Town wurde 1786 als erste britische Siedlung in Südostasien gegründet, und zwar von der privaten Britischen Ostindien-Kompanie als Stützpunkt auf den Handelsrouten zwischen Asien und Britannien. Benannt wurde sie zu Ehren des britischen Langzeit-Königs George III, der von 1760 bis 1820 regierte.

Als Europäer begehen wir oft den Fehler, den Beginn der Geschichte einer fernen Region mit dem Beginn ihrer Kolonialisierung gleichzusetzen. Doch Penang war 1786, als die Briten kamen, keineswegs Niemandsland. Es gehörte zum Sultanat Kedah, das seit fast 900 Jahren und bis heute von der Stadt Alor Setar aus von derselben muslimischen Familie regiert wird und dank Landwirtschaft und der strategischen Lage zwischen China und Indien ziemlich wohlhabend war.

König auf Zeit

Als ehemaliger politischer Journalist kann ich mir einen politischen Exkurs nicht verkneifen: Das Königreich Malaysia besteht aus 13 Bundesstaaten, von denen neun von Sultanen, also muslimischen Herrschern, geführt werden und vier von Gouverneuren.

Die Malaiische Föderation wurde 1957 unabhängig, nachdem die Halbinsel 450 Jahre lang von europäischen Mächten dominiert worden war, den Portugiesen, den Holländern und zuletzt den Briten. 1963 schlossen sich Sarawak und Sabah auf der Insel Borneo sowie Singapur der Föderation an, die den Namen Malaysia annahm. Singapur spaltete sich aber 1965 nach ethnischen und politischen Konflikten wieder ab und wurde zum selbständigen Stadtstaat.

Der König von Malaysia, offizieller Titel Yang di-Pertuan Agong, wird alle fünf Jahre nach einem Rotationsprinzip aus den Reihen der neun regierenden Sultane gewählt. Der 17. König von Malaysia ist seit Anfang 2024 Ibrahim Iskandar, der gleichzeitig Sultan des Bundesstaates Johor an der Grenze zu Singapur ist. Der Yang di-Pertuan Agong residiert im Königspalast von Kuala Lumpur; wenn er anwesend ist, flattert über der zentralen Kuppel seine gelbe Flagge.

Räucherstäbchen und Stinkfrüchte

Zurück nach Penang: Während der Rest der überbauten Insel eine uferlose Betonwüste ist, kann man im Stadtzentrum von George Town und in der Altstadt noch ganze Strassenzüge im kolonialen oder altmodisch-chinesischen Stil bewundern. In einer solchen Strasse habe ich mein einfaches, aber bequemes Hotel namens «iStay» gefunden.

In George Town herrscht Multikulti; viele Läden und Firmen sind auf Malay, Sanskrit, Mandarin und Arabisch beschriftet. Ob ich mich in einem chinesischen, indischen oder muslimischen Quartier bewege, ist an den Kleidern der Leute ablesbar, an den Kopftüchern der Musliminnen oder den langen, farbenfrohen Gewändern der Inderinnen. Auch Gerüche unterscheiden sich: Curry und Räucherstäbchen bei den Indern, Knoblauch und gebratenes Fleisch bei den Chinesen. 

Nur die Vorliebe für Durian teilen alle, und in Hotelzimmern kleben Verbotsschilder für Rauchen, Haustiere und Durian. Die Frucht, an Strassenständen und in Läden zu stolzen Preisen bis 15, 16 Franken pro Kilo angeboten, wird nicht ohne Grund «Stinkfrucht» genannt. Ihr Geruch ist faulig, das Fruchtfleisch hingegen delikat mit einem sündigen Nebengeschmack.

Völkergemisch

Ein ähnliches Völkgergemisch wie in George Town und Quartiere wie «Little India» oder «Chinatown» findet man übrigens in vielen malaysischen Städten: in der Mega-Metropole Kuala Lumpur sowieso, aber zum Beispiel auch in Ipoh, der Hauptstadt des Sultanates Perak zwischen Penang und Kuala Lumpur.

Der Besitzer des Hotels in Ipoh ist ethnischer Chinese, die Rezeptionistin eine malaiische Muslimin. Ronnie, der Guide in Penang, ist Sikh; seine Vorfahren stammten aus dem Punjab. In Kuala Lumpur fährt mich eine Inderin zum Busbahnhof, die ursprünglich katholisch war, wegen eines Mannes aber zum Hinduismus konvertierte.

In Ipoh besuche ich eine altmodische Bar, deren 85-jähriger Besitzer ein Singhalese ist, dessen Eltern aus Sri Lanka einwanderten, und der mit einer Tamilin verheiratet ist. Singhalesen sind Buddhisten, viele Tamilen Hindus. «In vielen Gegenden Sri Lankas würde unsere Verbindung als problematisch gelten», sagt der alte Mann lachend. Nicht in Malaysia. Hier herrscht, ausser bei radikalen Muslimen, eine erstaunliche religiöse und ethnische Toleranz.

Ipoh, einst ein Dorf, wuchs ab 1880 rapide, als in seiner Umgebung riesige Zinn-Vorkommen entdeckt wurden. Zehntausende Chinesen kamen als Arbeiter in die Stadt, die sie bis heute prägen: Sie stellen 44 Prozent der rund 800.000 Einwohner, Bhumiputera (also die meist muslimischen Malaien) nur 38 und Inder 14 Prozent.

Ich habe das Vergnügen, während des chinesischen Neujahres Ende Januar 2025, das über Tage hinweg gefeiert wird, in Ipoh zu sein. Halbe Nächte lang gemahnt die Geräuschkulisse an Krieg: Dumpfe Detonationen von Feuerwerk wechseln ab mit schweren Explosionen und minutenlangen Salven von Knallkörpern.

Auf einen Blick

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Wetter
Regenzeit
KulturellKulinarisch
  • Ankunft in Penang mit Thai Airways
  • Fahrt mit der Standseilbahn auf den Penang Hill
  • Blick über George Town und die Küste
  • Übernachtung im Hotel iStay in George Town
StadtKulturGeschichteArchitekturNaturEssenTransit
  • Durian15 CHF
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