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Kühle Cameron Highlands

Veröffentlicht: 01.05.2026

Bus
Ipoh → Cameron Highlands
Malaysia
Attraktion
Gunung Brinchang
Cameron Highlands, Malaysia
Attraktion
Teeplantage und Besucherzentrum in den Cameron Highlands
Cameron Highlands, Malaysia
Unterkunft
Father’s Guesthouse
Hostel · Tanah Rata


Jede vermeintliche Glorifizierung des Kolonialismus weckt in Europa heftige Emotionen. Malaysia hingegen hat Kolonialismus selber erlebt: 1511 kamen die Portugiesen, später die Niederländer und ab Ende des 18. Jahrhunderts bis in die 1950er-Jahre die Briten, die 1942 bis 1945 von den Japanern vorübergehend verdrängt wurden. Trotzdem hat Malaysia ein weniger gestörtes Verhältnis zur Kolonialgeschichte als wir.

So haben einige Städte wie George Town oder Butterworth und viele Strassen ihre britischen Namen behalten. Das gilt auch für ein beliebtes Reiseziel der Malaysier, in welches mit am 29. Januar 2025 mit einem Überlandbus die etwa 100 km von Ipoh hinaufgefahren bin. Es trägt den Namen des britischen Geologen, Kriegsreporters und Bankers William Cameron (1833-1886), der die Gegend erforschte.

Die kurvenreiche Fahrt in die Berge sollte zwei Stunden dauern, doch sie dauerte doppelt so lang, denn kurz vor Ankunft in den Highlands und ihren Ferienorten und Resorts gerieten wir in einen Stau. Stellte sich heraus, dass Zezntausende Malaysier die chinesischen Feiertage nutzten, um von den schwül-heissen Städten hinauf in die kühleren Berge zu fahren.

Mehr als 70 Prozent der Cameron Highlands sind von Urwald überwachsen, auch der höchste Berg der Region, der 2030 Meter hohe Gunung Brinchang. Auf einem Lehrpfad am Gipfel erkunden wir die Flora und erhaschen dazwischen Blicke in die Täler. Diese sind teilweise in einen hellgrünen Raster gelegt: Der Schotte John Archibald Russell liess hier ab 1929 Malaysias erste Teeplantage anpflanzen. Heute leitet Caroline Russell, Archibalds Enkelin, die Firma. In einem Besucherzentrum lernen wir alles über Anbau und Geschichte des Tees. Zudem lassen wir die Blicke über die harmonische Synthese von Natur und Kultur schweifen, wie sie der Teeanbau schafft.

Vaters Gästehaus

In Cameron Highlands habe ich mich in «Father’s Guesthouse» einquartiert, einer angenehmen und preisgünstigen Unterkunft wenige Fussminuten vom Zentrum des Hauptortes Tanah Rata entfernt. An der Rezeption prangt ein Bild des französischen Paters Nicolas Barré (1621-1686), und mir geht ein Licht auf: «Vaters Gästehaus» ist eine katholische Institution.

Barré förderte die Bildung armer Kinder, vor allem Mädchen. 1662 gründete er das Institut «Schwestern vom Kind Jesus», das heute in 18 Ländern Bildung anbietet, in Malaysia unter anderem in Cameron Highlands. Also geht es im Gästehaus sehr katholisch zu und her, frage ich eine Rezeptionistin. «Ganz und gar nicht», lacht sie. «Ich selbst glaube an nichts. Meine Kollegin ist Muslimin. Und an unserer Schule werden Mädchen und Buben gemeinsam unterrichtet» – im konservativen Malaysia nicht selbstverständlich.


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
KulturellEntspannend
  • Überlandbus von Ipoh in die Cameron Highlands
  • Lehrpfad am Gunung Brinchang
  • Teeplantagen und Besucherzentrum
  • Übernachtung im Father’s Guesthouse in Tanah Rata
NaturTransitKultur
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Malaysia
Reiseberichte Malaysia
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