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Kampot – Stadt im Pfefferland

Veröffentlicht: 11.05.2026

Sehenswert
Kampot
Kampot, Cambodia
Fahrt
Vang Vieng → … → Phnom Penh
Laos → Cambodia
Unterkunft
Sun and Moon Urban Hotel
1 Nacht · Hotel · Phnom Penh
Bus
Phnom Penh → Kampot
Cambodia
Sehenswert
Etanou-Brücke
Kampot, Cambodia
Essen
Seafood and Pepper
$ · Abendessen
Sehenswert
Kep
Kep, Cambodia
Tour
La Plantation
Tour
Sehenswert
La Plantation
Kampot, Cambodia
Unterkunft
Park Inn Boutique Hotel
Hotel · Kampot

Es gibt Orte, von denen ich mich sofort angezogen fühle. Dazu gehört Kampot, eine Provinzhauptstadt im Südwesten des Königreichs Kambodscha mit etwa 50.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Preaek Tuek Chhu, an dem es mitten in der Stadt sogar einen Sandstrand gibt. Und sie besticht mit ziemlich gut erhaltenen Strassenzügen aus der Zeit der französischen Kolonisierung zwischen 1863 und 1953.

Ich bin Ende März von Vang  Vieng mit einem Minibus nach Vientiane gefahren, der Hauptstadt von Laos, habe dort nur eine Nacht verbracht und bin am nächsten Morgen nach Phnom Penh geflogen, der Stadt, die mich Monate zuvor wegen ihrer erschütternden Geschichte so beeindruckt hatte. Diesmal gab ich mich dem Pool-Billard hin, frequentierte die Bars und nutzte das Schwimmbecken auf dem Dach des «Sun and Moon Urban Hotel». Mit anderen Worten: Ich huldigte tagelang dem Nichtstun.

Am 29. März 2025 schliesslich brach ich im Bus nach Kampot auf, rund 150 km südwestlich von Phnom Penh. In Laos hatte mir Alan, ein pensionierter Australier, der mit seiner kambodschanischen Frau in Kampot lebt, die Stadt schmackhaft gemacht. Für ihn gebe es keinen besseren Ort auf der Welt, sagte er. Das musste ich unbedingt selber sehen!

Kampots Stadtteile beidseitig des Flusses werden unter anderem von der historischen Etanou-Brücke miteinander verbunden. Der «Vieux pont français» ist nur für Fussgänger, Scooter, Fahrräder und Tuk Tuks benutzbar. Nachts wird die Brücke, wie die ganze Uferpromenade, festlich (andere würden sagen: kitschig) beleuchtet. Das blaue Licht, in das sie getaucht wird, erzeugt eine surreale Wirkung.

Kampot liegt nicht auf den Trampelpfaden des Massentourismus. Trotzdem gibt es genug Besucher, zudem auch niedergelassene Ausländer, dass eine lebendige Gastro- und Barszene in der Innenstadt florieren kann. Mich im Restaurant «Seafood and Pepper» in einem prächtig renovierten Altstadthaus an Austern und anderem Meeresgetier laben. Dann durch die nächtlichen Strassen stromern. Hier einen Dink nehmen, dort mich von einem Barmädchen im Pool-Billard besiegen lassen – das lässt ein unnachahmliches Feriengefühl aufkommen, mehr noch, als wenn ich mich an einer palmenbestandenen Beach rösten liesse. 

Die Beach gäbe es trotzdem, etwa 25 Kilometer südlich, in Kep am Golf von Thailand. Was sofort auffällt: Die Menschen baden hier in Kleidern, nicht in Badehosen und Bikinis. Und statt Liegestühlen werden Hängematten vermietet.

In Kep gibt es auch einen grossen Markt mit Essensständen, die exzellentes, gegrilltes oder geschmortes Meeresgetier anbieten. Er ist mit grünen Plastikblachen abgedeckt, unter denen es, bei Aussentemperaturen von weit über 30 Grad, mörderisch heiss wird, so dass der Schweiss in Bächen an einem hinunterrinnt.

Auf der Pfefferfarm

Die Region ist vor allem bekannt für den Kampot-Pfeffer. Eine Fahrt im Tuk Tuk nach La Plantation, der grössten Pfefferfarm der Region, drängt sich auf. Guy Porré und Nathalie Chaboche, ein französisches Paar, gründeten die Plantage vor zwölf Jahren. Zuvor hatten sie in London in der IT-Branche gearbeitet.

La Plantation ist eine auffällig gepflegte Anlage, in der nicht nur Pfeffer mit strikte biologischen Methoden kultiviert wird, sondern auch Bäume, Sträucher, Blumenbeete und Kräutergärten gepflanzt worden sind. La Plantation ist ein Vorzeigeunternehmen: Die Arbeitszeit der 300 Angestellten ist geregelt; die Löhne sind, im kambodschanischen Kontext, gut. Der kostbare Kampot-Pfeffer wird in die halbe Welt exportiert, doch man muss beim Kauf genau hinschauen: Das Gewürz wird, wie andere teure Markenprodukte, oft gefälscht.

Unter anderem wird auf La Plantation eine Kombination von Pfeffer und Meersalz abgefüllt. Auch dieses wird um Kampot in grossem Stil gewonnen: Meerwasser wird auf abgezirkelte Felder gepumpt und trocknet dort aus. Die verbleibende Salzkruste wird gewaschen und von anderen Mineralien wie Gips und Kalk getrennt, dann getrocknet und gesiebt. Auf den Salzfarmen geschieht der ganze Prozess noch in Handarbeit.

Natürlich ist auch Kampot keine reine Idylle. So wurde direkt am Flussufer ein ganzes Strassengeviert abgerissen; wie ein offenes Geschwür steht nun ein halbfertiger Betonkoloss da. Verglichen mit dem 75 km westlich gelegenen Sihanoukville ist Kampot aber immer noch ein intakter Ort, an dem ich mich gern aufhalte. Auch wenn ich in einem Haus abgestiegen bin, dessen Name «Park Inn Boutique Hotel» verspricht, was es nicht halten kann. Das «Park Inn» ist eine Mischung von einfachem Hotel mit Doppelzimmern und Hostel mit grösseren Schlafräumen. 

Aber für 20 Euro die Nacht darf man natürlich keinen Fünfsterne-Luxus erwarten, und ich will mein Budget nicht mit teuren Unterkünften strapazieren. Mein grösster Luxus ist ohnehin unbezahlbar: Dass ich über unbegrenzte Zeit verfüge und frei wählen kann, welche Orte ich besuchen möchte.


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer · 30°C
EntspannendKulturellKulinarisch
  • Kampot mit französisch geprägten Strassenzügen und Flussufer
  • Seafood and Pepper in der Altstadt
  • La Plantation, die grösste Pfefferfarm der Region
  • Etanou-Brücke bei Nacht
  • Ausflug nach Kep und zum Markt mit Meeresgetier
StadtEssenKulturRoadtripTransit
  • Park Inn Boutique Hotel20 €
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Reiseberichte Kambodscha
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