vogel-fliegt-aus
vogel-fliegt-aus
vakantio.de/vogel-fliegt-aus
Zuletzt in Thailand

Vang Vieng – Paradies der Backpacker

Veröffentlicht: 11.05.2026

Bus
Phonsavan → improvisierter, ungepflasterter Busbahnhof in Vang Vieng
Laos
Unterkunft
Nana Backpacker Hostel
Hostel · Vang Vieng
Essen
Jadee Bar
$ · Abendessen
Essen
Viva Pub
$ · Snack
Attraktion
Nam Song
Vang Vieng, Laos
Attraktion
Lagune
Vang Vieng, Laos
Attraktion
Nachtmarkt von Vang Vieng
Vang Vieng, Laos

Am 18. März 2025 fahre ich, immer noch in Begleitung der beiden Spanier Enrique und Álvaro, in einem Minibus von Phonsavan in der tiefsten laotischen Provinz hinunter nach Vang Vieng. Die Fahrt ist noch unbequemer als jene ein paar Tage zuvor von Luang Prabang nach Phonsavan: Im Van mit seinen 15 Sitzplätzen nehmen 17 Passagiere Platz, unter ihnen zwei Kinder. Unterwegs hat der Fahrer die glorreiche Idee, drei zusätzliche Passagiere aufzuladen. Vermutlich verdient er sich damit noch etwas hinzu. Jetzt kauern im schmalen Mittelgang drei weitere Personen.

Die Strasse ist bis kurz vor Vang Vieng ebenso beschädigt wie jene aus Luang Prabang. Auf halber Strecke hält uns ein Stau wegen eines Lastenzugs, der in der Strasse eingesunken ist, zusätzlich auf.

Gegen Abend kommen wir endlich in Vang Vieng an; der Minibus bremst abrupt in einem improvisierten, ungepflasterten Busbahnhof. Staub wirbelt auf und legt sich auf die Rucksäcke und Koffer auf dem Autodach. Doch wenn man die Blicke über die Wellblechdächer der Läden, Wohnhäuser und Hostels erhebt, schweift er über die mächtigen Karstfelsen, die aus der Ebene ragen. Fast senkrecht steigen die Hügel auf, bewachsen mit Gestrüpp. Der Kontrast zwischen der schäbigen Strassenzeile im Vordergrund und der Landschaft, in die der Ort gebettet ist, könnte kaum grösser sein.

Vang Vieng, einst ein verschlafenes Bauerndorf in einer dramatischen Fluss- und Berglandschaft, gilt seit zwei, drei Jahrzehnten als Paradies für Rucksacktouristen. Im November 2024 geriet der Ort weltweit in die Schlagzeilen, als zwei Australierinnen, zwei Däninnen, ein Amerikaner und eine Engländerin, die im «Nana Backpacker Hostel» abgestiegen waren, nach dem Konsum gepanschten Alkohols starben, der ihnen vom Hotelbesitzer kredenzt worden war.

Outdoor-Aktivitäten

Der Vorfall hat die Popularität des Ortes nicht geschmälert. Die Bars und Nachtklubs sind voll, die Pool-Tische besetzt, und über allem hängt dicker Marihuana-Geruch. Tour-Büros bieten Heissluftballonfahrten an, Kajaktouren, Canyoning in den umliegenden Bergen und andere Outdoor-Aktivitäten.

Besonders beliebt ist das Tubing, bei dem man sich in einem aufgeblasenen Lkw-Schlauch den Nam Song hinuntertreiben lässt, sich unterwegs an der einen oder anderen Bar einen Drink genehmigt und sich am Ende nach Vang Vieng zurückfahren lässt. Früher trieben täglich Hunderte auf Lkw-Schläuchen den Fluss hinunter. Der Alkohol floss, Bässe wummerten, Gitarren wimmerten; es war eine einzige fliessende Party-Szene, wobei der eine oder andere Unfall nicht ausblieb.

Die Behörden haben deshalb viele der improvisierten Fluss-Bars abreissen lassen. Heute sitzen Familien in den Booten, tragen Schwimmwesten und paddeln flussabwärts. Gelegentlich zerschneidet der Motor eines Longtail-Bootes die Geräuschkulisse. Das Wasser ist klar, man sieht den steinigen Grund und Wasserpflanzen, die sich in der Strömung wiegen.

Image-Wandel geplant

Überhaupt will sich Vang Vieng neu erfinden: weg vom Image der Billigdestination für Party-Touristen, hin zu gehobenerem Tourismus auch für Familien. Neben den Backpacker-Hostels stehen nun Boutique-Hotels mit Betonfassaden und Glasbalkonen. Reisegruppen aus Nachbarländern, vor allem China und Thailand, kommen vermehrt. Am Flussufer stehen Restaurants halb am, halb im Wasser. Familien lassen es sich hier gutgehen. Eine ausgesprochen hässliche, dafür umso grössere Baustelle für einen Hotelkomplex direkt am Fluss, die wie eine mächtige Faust aufs Auge wirkt, zeugt von dieser Neuausrichtung.

Doch wirklich gelungen ist sie noch nicht; die Backpacker sind noch immer die auffälligsten Gäste. Zwei Frauen betreten die Jadee Bar an einer Strasse parallel zum Flussufer, an der viele Bars, Restaurants, Hostels und Hotels stehen. «Eine Cola, ein Bier, zwei Joints» bestellt die eine, deren schauderhaftes Englisch sie sofort als Französin outet. «Augenblick bitte», antwortet der Barmann, ebenfalls ein Franzose, der selber gerade am Stummel einer Selbstgedrehten saugt. «Wir müssen sie erst rollen.»

Theoretisch werden in Laos schon für den Besitz geringer Mengen Drogen mehrjährige Haftstrafen angedroht. Sogar das Rauchen eines Joints kann zu einer substanziellen Busse führen. Doch in Vang Vieng scheinen die Behörden beide Augen zuzudrücken. In den Bars wird nicht nur Haschisch verkauft und konsumiert; man kann auch Getränke ordern, in die halluzinogene Pilze verarbeitet worden sind.

Wechseln wir ins Viva Pub an der Hauptstrasse von Vang Vieng, eine beliebte Diskothek für all jene, denen die mitternächtliche Schliessung der Bars zu früh kommt. Im Viva Pub werden der Partygemeinde über den Tresen hinweg schwarze Ballone mit Lachgas gereicht, Preis 100.000 Kip oder knapp fünf Euro pro Ladung. Gekifft wird selbstverständlich auch hier, und auch hier wird die berauschende Pilzmischung genossen.

«Offensichtlich gibt es eine Vereinbarung zwischen den Behörden und den Barbetreibern», sagt Álvaro, mein spanischer Reisebegleiter, der im zivilen Leben als Anwalt in Madrid gearbeitet hat und jetzt als Blogger unterwegs ist. Aber der rechtsfreie Raum, offenbar geschaffen, um die meist sehr jungen Touristen nicht abzuschrecken, gelte nur für die Bar selber, sagt der Spanier: «Ich habe drei Italienerinnen getroffen, die das Marihuana nach draussen mitnahmen. Sie wurden von der Polizei erwischt und mussten je 250 Dollar Busse bezahlen.»

Auf Schotterpisten durch das Tal

Wer etwas unterhalb des Ortszentrums eine Brücke überquert, deren Holzplanken unter den Rädern des geliehenen Motorrads verdächtig knarren, lässt den Asphalt hinter sich. Schotterpisten durchziehen das Tal. Fortbewegungsmittel sind Mountainbikes, Motorroller oder geländegängige Buggys, deren Motorengeheul die ländliche Idylle zudröhnt.

Schlaglöcher versetzen den Passagieren harte Stösse; nach wenigen Kilometern sind sie zudem von einer Staubschicht überzogen, die auf der Haut juckt und in der Nase kitzelt. Zwischen den Karstkegeln liegen Reisfelder. In der Trockenzeit ist der Boden rissig; Rinder suchen nach Grashalmen und blockieren immer wieder die Piste. Auch mitten im Dorf kann man auf Rinderherden treffen; die bäuerliche Vergangenheit des Ferienortes Vang Vieng liegt noch nicht lange zurück.

Wieder unten am Fuss des Berges locken die Wasserbecken der Lagune zum Baden. Leute schwingen sich wie Tarzan an Seilen in das Becken oder springen von den Bäumen. Strassenküchen verköstigen die Hungernden; gebratenes Huhn, frittierte Fische werden angeboten, Reis und Nudeln, Früchte und Smoothies.

Am späten Nachmittag werden in der Stadt die Strassenlaternen eingeschaltet. Zahlreiche Heissluftballone steigen auf, um den Ort, den Fluss und die Landschaft im Licht der untergehenden Sonne zu präsentieren. Der Nachtmarkt baut seine Stände auf. Verkäuferinnen falten Pfannkuchen oder zerstossen im Mörser Chili und Erdnüsse, mischen sie mit Fischsauce, Zwiebeln und geraspelter unreifer Papaya zum Papayasalat, der in ganz Südostasien zu den Grundnahrungsmitteln gehört.

Auf den Terrassen der Restaurants am Nam Song sitzen Menschen beim Abendbier und blicken auf das Wasser. Am anderen Ufer entzünden Mitarbeiter der Hotels Lagerfeuer. In den Bars fliesst das Beerlao, und an den Pool-Tischen beginnen die Duelle.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Trockenzeit
Begleitung
Mit Freunden (2)
AbenteuerlichAbseits der PfadeSparsam
  • Minibusfahrt von Phonsavan nach Vang Vieng
  • Karstlandschaft am Nam Song
  • Backpacker-Bars und Nachtleben
  • Tubing und andere Outdoor-Aktivitäten
  • Nachtmarkt und Lagune
MotorradMountainbikeSchwimmweste
TransitNaturNachtlebenEssenAbenteuerStadt
  • Lachgas pro Ladung100.000 LAK
  • Busse pro Person250 $
vogel-fliegt-ausFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten

Laos
Reiseberichte Laos
#vangvieng#laos#outdoor#backpacker#rucksacktouristen#flussufer#tubing#canyoning#kajaking