Penny-Family on Tour
Als Familie unterwegs, ein bißchen mehr als vier Monate, immer der Nase nach, oder dahin wo es einen Weg gibt.

19. - 27. November 2020: Belgrad (Serbien)

Mit frischen Reifen rollen wir die Berge hinunter und schlängeln uns durch Wälder, an Feldern und kleineren Orten vorbei nach Belgrad. Wir haben eine nette Wohnung im Zentrum und auch wenn wir jetzt wieder unter den herbstlichen Nebelwolkenschleiern sind, fühlt sich November in der Großstadt doch lebendiger an als auf dem Berg.

Wir schlendern an eindrucksvollen alten Gebäuden vorbei zur Festung, die direkt an der Stelle gebaut ist, wo der Fluss Sava in die Donau mündet. Am Ufer der Sava reihen sich Bars, Restaurants und Clubs, die uns eine Ahnung vom Ausgehvergnügen geben, für das Belgrad bekannt ist. Jetzt im Novemer sind diese geschlossen und wir wollen gern noch einmal zu einer wärmeren Jahreszeit (ohne Corona) wiederkommen. In der Stadt selbst sind diverse Cafés geöffnet, in denen wir uns aufwärmen können. Allerdings hatten wir nicht auf dem Schirm, dass das Rauchverbot, das es in allen EU-Staaten seit einigen Jahren gibt, außerhalb der EU in Serbien nicht gilt. Wir kennen verrauchte Lokale noch von früher, als wir selbst diese vermeintliche Freiheit beim Café oder Wein genossen. Als nichtrauchende Familie ist es aber kein wirkliches Vergnügen leckere Milchshakes und Palatschinken im dichten Zigarettenrauch zu essen - die Kinder sind komplett empört, ziehen ihre Schals über die Nase und weigern sich in weitere Rauchercafés zu gehen.

An der frischen und zunehmend kälter werdenen Luft atmen wir tief durch und erkunden eher von außen die prachtvollen Gebäude und schön beleuchteten Straßen. Einer unserer Ausflüge führt uns zum Museum für jugoslawische Geschichte. Dazu gehört auch das Blumenhaus, in dem sich das Grab Titos zwischen Palmen, Fotos und Erinnerungen seiner Zeit befindet. Wir lesen viel Neues und sind beeindruckt von der Vielzahl der Delegationen, die aus 127 Staaten mitten im Kalten Krieg an seiner Beerdigung teilnahmen. Ebenso spannend ist die Sammlung der vielen Staffelstäbe, die jedes Jahr am 25. Mai an Tito übergeben wurden. Anlässlich seines Geburtstages fanden an diesem "Tag der Jugend" Staffelläufe durch ganz Jugoslawien statt, an denen sich Hunderttausende Jugendliche beteiligten. Als erfahrene Teilnehmende des Teamstaffellaufs in Berlin können wir uns das damit einhergehende Vergnügen sehr gut vorstellen.

Ein besonderes Highlight für die Sportler unter uns ist die Insel Ada Ciganlija, die auf 6 km langgestreckt mitten in der Sava liegt und komplett dem Vergnügen und der körperlichen Ertüchtigung  vorbehalten ist: An den Ufern reihen sich neben einem langen Strand auch hier Cafés und Restaurants, im Inneren der Insel wechseln sich Fußball-, Tennis- und andere Sportplätze mit Kletterparks, Minigolf, Lauf- und Skatestrecken in weitläufigen Parks ab. Die Jungs sind begeistert, probieren gleich ein neues Gummitennisspiel aus, kickern und freuen sich über Bewegung, die Spaß macht, da die Stadtspaziergänge für Kinderbeine nicht so richtig freudvoll sind. Mit der nahegelegenen Schwimmhalle gibt es hier aber ausreichend Möglichkeiten, dass wir Spaziergänge und Bewegungsspaß abwechseln können und alle auf ihre Kosten kommen.

Die Tage sind kurz, der November ist kalt und so sind wir auch jeden Tag froh, wenn wir nach einigen Stunden unterwegs am späten Nachmittag gemütlich auf der Couch sitzen, uns in Bücher vertiefen, Filme schauen oder Finger- und Armstricken lernen.

Bevor wir uns aber ganz auf die kalte Weihnachtszeit einlassen, möchten wir zum Ende unserer Reise noch einmal ans Meer und fahren nach einer Woche mit einem Zwischenstopp in Zagreb zur letzten Station nach Rijeka ans Mittelmeer.


#belgrad#sava#adaciganlija#blumenhaus
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