Der gestrige Tag (04.02.) war aus kultur-urlaubs-foto-ereignis-technischer Sicht recht übersichtlich. Ich schlenderte zunächst mit Netbook unter dem Arm zu einem Breakfast-Café, was ich Tags zuvor erspäht und für gut befunden hatte, nachdem ich mich früh im Bett liegend noch mehrmals umdrehend und länger Schlaf suchend und danach auch noch im Bett verweilend mit allmöglichen Nachrichten aus
Deutschland und der Welt - egal ob sinnvoll oder weniger - versorgt hatte. Dort ließ ich mir Zeit beim Frühstück - es entwickelte sich eher zum Brunch - und schrieb mein hiesiges Reisetagebuch - neumodisch auch Blog genannt - gegen das eigene Vergessen und räumte noch dies und das aus dem Mailpostfach und auf dem Rechner auf. So verging der komplette Vormittag und auch noch die "Mittagspause". Als der Akku meines Netbooks dann langsam schlapp machte, gings zurück ins Hotel über den Umweg des örtlichen 7/eleven-Händlers. Bei meinem spärlichen Reisegepäck und aufgrund der schweißtreibenden Temperaturen der letzten vergangenen Tage entschloss ich mich dann die Laundry des Hotels mit Waschmaschine und Trockner noch einmal zu nutzen, nachdem ich mich mit entsprechendem Münzvorrat versorgt hatte. Zwischen den Drehungen der Maschinen ließ ich mich am Pool nieder und schwamm ein paar Runden. Eine Tagesaufgabe hatte ich mir noch gesetzt, nämlich in
Thailand noch im Golf von Thailand zu baden und so marschierte ich los und fand auch eine nette Stelle, wo ich mich für ein paar Stunden mit etwas Leselektüre niederließ. Unterbrochen wurde ich dabei nur von einigen fliegenden Händlern, die ihre Waren feilboten; ohne dabei aufdringlich zu sein, einem Brasilianer, der mir von einigen Lebensweisheiten berichtete, die ich nicht unbedingt angefragt hatte, wobei sein etwas merkwürdiger Dialekt, sich als wodkabedingt herausstellte als er immer wieder große Hiebe aus seiner Edelstahlthermosflasche naschte, und einem netten Pärchen aus NRW, das mit dem Nachwuchs den Badeurlaub in Pattaya verbrachte; wobei mir nicht recht klar war, weshalb man für 10-Tage Badespass mit den Kindern nach Pattaya fliegen sollte (das behielt ich allerdings für mich)... Die Tagesaufgabe mit dem Schwimmen im Golf von Thailand habe ich mit Bravour erledigt. Auf dem Rückweg ins Hotel machte ich noch einen Stopp im Hardrock Café. Zudem kam ich auf dem Weg auch noch auf der Soi 6 vorbei, wo auf wenigen Metern Unmengen von Bars sind und die leicht bekleideten Damen und Ladyboys versuchen, Dich in diese zu ziehen; ja zu ziehen... Portemonnaie und Handy hielt ich beim Vorbeischreiten gut fest. Und weiter gings in mein Hotelviertel zur abendlichen Speise...
Heute gings dann schon früh los ans Weiterreisen nach Siem Reap in Kambodscha. Mein Grab-Taxi zur Mini-Bus-/Vanhaltestelle war schon gut 40 Minuten eher da, wo ich aber noch nicht gefrühstückt hatte und es sollte ein langer Reisetag werden, so musste er noch etwas auf mich warten. Mit kurzen Stau kam ich trotzdem fast 40 Minuten vor Abfahrt an der Bushaltestelle an. Nun sollte eine 9-stündige Fahrt starten. Pünktlich wurde der Van beladen. Es ging schon gut gefüllt mit Gästen los. Aber nach und nach kamen immer mehr Leute hinzu. Der schmale Kofferraum, wo sich auch mein Reiserucksack befand, wurde rumgeklappt, um weitere notdürftige Plätze zu schaffen. Dabei wanderte mein Rucksack (als größtes Gepäck im Fahrzeug) mehrmals hin und her, um einen neuen Platz zu finden - immer unter meinem wachsamen Blick. Irgendwann war der Gang komplett zugestellt mit gestapeltem Gepäck und auf einem Sondersitzplatz auf einem Hocker nahm auch die letzte Weggefährtin entgegen der Fahrtrichtung noch ihren Platz ein... Ich fragte mich kurz, was gewesen wäre, wenn ich die preiswertere und nicht diese "Komfortvariante" gebucht hätte... Nach ca. 5,5 Stunden Fahrt erreichten wir, der Mini-Bus hatte sich jetzt schon gut geleert, den Grenzübergang Poipet. Nach der Grenze sollte die Fahrt in einem anderen Bus weitergehen; das wusste ich schon. Ich brauchte aber noch das "Visa on Arrival" für Kambodscha. Eine Mitarbeiterin der Mini-Bus-Firma drückte einem Typen vor Ort 200 Baht (ca. 7 Eur) in die Hand, der fotografierte mich. Ich dachte, der begleitet mich jetzt zum nächsten Bus. Ich erklärte ihm, dass ich aber noch das Visa brauche und dafür noch regionales Geld abheben müsse, wobei ich mit regional amerikanische Dollar meinte. Er sagte, dies sei alles kein Problem. Er führte mich ein paar Meter und plötzlich sagte er, dass ich hier jetzt weitergehen solle. Nagut, dachte ich, dann muss ich jetzt halt meine Ausreiseformalien aus Thailand abklären. So war es auch. Ein paar Meter weiter, ich wollte mich jetzt um das Visa und die Einreise kümmern, kam ein älterer zahnloser Herr, der kein Wort Englisch sprach und zeigte mir irgendwie mit Händen und Füßen, dass ich ihm folgen solle. So tat ich dies. Kurze Zeit später drehte das zahnlose Opilein ab, zeigte noch schnell auf eine Treppe, wo es zur Einreise nach
Kambodscha ging. Ein etwas jüngerer Kollege stand am oberen Ende der Treppe, schaute auf sein Handy und rief "Michael, Michael" (in englischer Form). Alles klar, jetzt verstand ich den Sinn des Fotos am Anfang des Prozederes (eine Datenschutzeinverständniserklärung dafür ist hier nicht nötig, sehr schön ;-) ). Er verstand mich (sprachlich) wieder, ich erläuterte ihm mein Begehren und auch dass ich noch Dollar abheben müsse für mein Visa. Ich hatte mich vorher diesbzgl. schlau gemacht und überall waren auch Geldautomaten; auch das hatte ich vorher recherchiert. Wenn ich noch thailändische Bath oder Euro hätte, sei das kein Problem. So hatte ich das zwar nicht vorher zum Ablauf gelesen, aber gut, ich verstand, da wollte sich jemand etwas dazuverdienen. Ich fragte, was ich denn an Bath dabei haben müsste. 1300 Bath meinte er, also ca. 40 EUR, das Visa kostet 30 US-$, ich dachte, etwas mehr als 10 € ist okay, wenn ich mich um nix kümmern muss und alles schnell geht. Ich zeigte ihm meinen Pass, er begann ein Visa-Formular auszufüllen. Das geht so schneller, meinte er. Als ich noch ein paar Fragen an ihn hatte, erklang auf einmal Musik. Das hatte für mich keine wirkliche Bedeutung, also redete ich weiter. Er sagte nur "pst" und als ich mich umblickte, standen alle uniformierten Grenzbeamten im Raum und auch alle Zivilisten stramm und lauschten ruhig der Musik. Hmm, keine Ahnung, was das war, aber ich hielt lieber auch erstmal meine Klappe. Der Typ füllte das Formular aus, ein Grenzbeamter trat an ihn ran. Der Typ sagte, ich solle mich schon einmal in die Warteschlange zur Einreise und Passkontrolle stellen. Hmm, okay. Ich stellte mich an, behielt ihn aber im Blick. Er übergab meinen Pass und sein ausgefülltes Formular dem Beamten an der Visa-Stelle. Einiges von meinen Bath wanderte in die Hosentasche des uniformierten Grenzbeamten. Hinter einer Plexiglasscheibe ging dann ein wildes Gestempel los. Alles dauerte aber und so war ich in meiner Warteschlange schon an der Grenzkontrolle und ließ bereits einige andere Wartende vor. Dann kam er zu mir gerannt, drückte mir meinen Pass in die Hand und verschwand. Ich schaute in meinen Pass rein und hatte mein Visa; der Typ hatte meinen Visa-Antrag ausgefüllt und auch gleich für mich unterschrieben; nur mit meinem Vornamen... Ich hatte mich noch gewundert, da ich extra aus Deutschland Passbilder mitgebracht habe, so wie es die Visa-Vorschriften laut meiner Auskunft eigentlich vorsahen. Aber egal, ich gab meine Fingerabdrücke bei der Grenzkontrolle artig ab, der Kontrolleur stempelte fleißig in meinem Pass noch etwas rum und zack war ich drin in Kambodscha. Für 30 Tage habe ich Visa, arbeiten dürfe ich aber nicht. Damit habe ich kein Problem und hatte ich auch nicht vor ;-)... Nach der Passkontrolle nahm mich der Typ wieder in Empfang und führte mich zum Bus. Er fragte mich noch nach einem Trinkgeld, da das übergebene bisherige Geld ja für die Visa-Gebühren gewesen sei. Ich sagte ihm, dass ich schon wüsste, dass das Visa nur 30 $ koste und er sein Trinkgeld schon bekommen habe. Da wurde er auf einmal etwas still... Wieder eine witzige Geschichte an der Grenze. Das erinnerte mich irgendwie an die Einreise in Syrien 2009. Da waren es aber noch ein paar behördliche Stellen und surreale Situationen mehr ... Jetzt sitze ich also in meinem Bus in Kambodscha, habe Zeit diese Zeilen zu schreiben und bin in zwei Stunden hoffentlich kurz vorm Einchecken in mein Hotel, soweit der Bus mich richtig absetzt und mein dortiges gebuchtes TukTuk bereit steht für die letzten Meter zum Hotel...
PS: Das Tuk-Tuk stand tatsächlich bereit und mein Fahrer, Mr. Mong, hielt schon ein Schild mit meinem Namen hoch als der Bus mit uns in Siem Reap eintraf. Noch 5 Minuten mit dem TukTuk und ich hatte meinen Willkommensdrink mit ein paar Knabbereien in der Hand und dann wurde ich in meine Gemächer für die nächsten Tage geführt ... Nach der Dusche werde ich wohl gleich mal das hauseigene Restaurant in Augenschein nehmen...