14. Tolfa, die Stadt der Pferde
Um mein Ziel heute zu erreichen, (das knapp 500 Meter hohe Tolfa), war Geduld angesagt Zwischendrin waren mir schon Zweifel gekommen, ob es eine gute Entscheidung war, dieses...


Veröffentlicht: 29.04.2025
Für heute steht eine Wanderung nach Marinella auf dem Programm. Einen Fußweg abseits der Via Aurelia, des Bahngleises und der Autobahn zu suchen, das ist meine Aufgabe an diesem Tag. Ich wende mich vertrauensvoll an OpenStreetMap, wie immer, und folge der grünen Linie und der Satelit folgt mir.
Leider nach fünf Kilometern ein verschlossenes Tor, Privatweg. Alternative suchen, prima durch den Wald. Nach zwei Kilometern, verschlossenes Tor, Privatweg. Noch knappe zwei Stunden nach Santa Marinella, sagt mir Openstreet, diesbezüglich hat sich also in der letzten Stunde nichts verändert.
Ich frage Einheimische und erfahre: es führt kein Weg nach Marinella, zumindest nicht für Wanderer und andere Fußgänger. Ein kurzer Versuch die stark befahrene Via Aurelia entlang zu laufen, gebe ich auf, das ist nur was für Wahnsinnige. Gut, dann muss der Bus herhalten. Dieses Mal hätte ich das Ticket online kaufen müssen. Die App? Habe ich nicht. Ich darf trotzdem mitfahren dürfen.
Santa Marinella ist ein feudaler Ort am Meer, mit einem sehr schönen Strand im Wechsel von Sand und großen Gesteinsblöcken. Ingrid Bergmann hat hier während ihrer Ehe mit Roberto Rossellini gelebt, lese ich auf Wikipedia. Spuren des Heiligen Franziskus findet man hier nicht.
Für den Weg zurück nach Civitavecchia wähle ich den Zug. Abfahrt auf Binario 3. Man ist es ja von allen Bahnhöfen Europas gewohnt, dass Binario 1 mit Binario 3 durch eine Unterführung verbunden ist. In Santa Marinella nicht, da wird gerade gebaut. Freundlicherweise hat man an der Baustelle einen Stadtplan aufgehängt, mit einer rot eingezeichneten Linie, wie man zum Gleis 3 kommt: die Straße runter bis zur Ampel, dann links, nach etwa 300 Metern links in den kleinen Weg einbiegen, über die Brücke, wieder links, nach 300 Metern ist dann auch schon der Zugang zu Gleis 3. Zur besseren Orientierung gibt es unterwegs kleine Zettel mit Pfeilen. Wer es nicht glaubt, sieht den Beweis in der Bildern. Ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt, als wir noch Schnitzeljagd spielten.
Als ich endlich mein Ziel erreicht habe, fährt vor meinen Augen auf Gleis 1 der Zug nach Civitavecchia. Ich hatte auf der Anzeige "Partenza" und "Arriva" verwechselt.
Nun bin ich wieder in meinem Hotelzimmer. Kein wirklich erlebnisreicher Tag, aber immerhin bin ich alles in allem etwa 15 Kilometer gelaufen.
