12. Rieti unterirdisch
Rieti sei der Nabel Italiens und damit genau die geografische Mitte, sagen die Rietiner, und päsentieren am Piazza San Rufo stolz ein Rondell und eine Tafel in 18 Sprachen. Nun...


Veröffentlicht: 27.04.2025




Mit schwerem sehr Herzen habe ich heute meine Pilgerwanderung beendet. Das hat zwei Gründe: ich kam vorgestern unterwegs im Wald, eineinhalb Kilometer vor der nächsten Besiedelung in ein sehr schweres Gewitter mit gleichzeitigem Blitz und Donner. Einer solchen Situation darf ich mich nicht mehr aussetzen, dachte ich.
Am selben Abend erstarrte der Bildschirm meines Handys und es ging nichts mehr. Erst nach drei Stunden konnte ich das Handy wieder in Gang setzen. Leider hat sich so etwas schon vor Tagen angedeutet.
Für die nächsten drei Tage sind Gewitter angesagt und die nächsten beiden Touren führen einsam über die Berge. Mit Blitz aber möglicherweise ohne GPS, ... da hat mich der Mut verlassen.
So habe ich nun meinen Plan geändert und nach einer Alternative gesucht, wo man offline "überleben" kann: Wo kann ich mich aus eigener Kraft orientieren? Wo kann ich günstig wohnen und muss nicht täglich eine neue Bleibe suchen? (Das ist in der Gegend um Rom seit dem Tod des Papstes besonders schwierig.) Und wo habe ich eine gute Infrastruktur?
Die Wahl ist auf Civitavecchia gefallen, eine Stadt im Westen Roms. Es ist ein Ort, wo man nicht unbedingt hin muss, habe ich nach meiner Ankunft gesehen ... auf den ersten Blick.
Dich in dritter Reihe gibt's doch Ziele, die spannend sein könnten. Morgen mache ich eine Wanderung nach Tofa. Der Ort liegt im Naturschtzgebiet Monte della Tolfa, einem der einsamsten Gebiete des Latiums. Ich lasse mich überraschen.
Was mir heute während der Zugfahrt noch so durch den Kopf ging: Wie konnte ich mich nur 63 Jahre lang ohne internetfähiges Telefon über Wasser halten?
Ach ja, und falls ihr mal nichts mehr von mir lest, dann bin ich vielleicht nur "off".
