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Patagonien in Argentinien

Die Stege reichen fast bis zur BruchkanteEs ist richtig faszinierend den Gletscher knacken zu hören!Das Eis bildet bizarre FormenPatagonien in ArgentinienWir werden fachmännisch verschnürtMit den Schuhen stehen wir bombenfest!Ein SinkholePatagonien in ArgentinienInstagram, baby!Cheers!Blick auf El Chaltén mit dem Fitz RoyBlick auf den Lago Argentino, den größten See ArgentiniensKondore ziehen über uns ihre KreisePatagonien in ArgentinienEin Hase versteckt sich im GrasPatagonien in ArgentinienEinige andere Wagemutige trotzden ebenso dem SturmBlick auf den Rio Fitz RoyEin SchopkarakaraJip, wir waren da, auch wenn das Beweisfoto zu wünschen übrig lässt -.-Patagonien in ArgentinienWaffel und eine heiße SchokoladeDas Lamm wird über offenem Feuer gegrilltFrohe Weihnachten!Frühstückspause an der Laguna CapriEin erster wolkenfreier Blick auf den Fitz RoyYay! Was ein wunderschöner Blick!Eine der drei Lagunen um den Fitz RoyPatagonien in ArgentinienPatagonien in ArgentinienAuch der Cerro Torre präsentiert sich heute wolkenlosSonnenuntergang an der Laguna TorrePatagonien in ArgentinienEin weiblicher MagellanspechtPatagonien in ArgentinienAm Wasserfall tummeln sich nicht nur TouristenAuch ein Nachtreiher ist hier anzutreffenStill gestanden!Blick auf den Nahuel Huapi SeePatagonien in ArgentinienPatagonien in Argentinien

Von Puerto Natales geht es für uns weiter nach El Calafate. Eigentlich wollten wir hier gar nicht hin, allerdings muss man, wenn man nach El Chaltén möchte zwangsläufig nach El Calafate. Ein kurzer Blick ins Internet, was man hier so machen kann und schon haben wir uns entschlossen einen Tag länger hier zu bleiben. Von El Calafate aus kann man nämlich den Perito Moreno Gletscher besichtigen und, wenn man das möchte, auch Ice-Hiking auf dem Gletscher machen. Außerdem soll das Speiseeis im argentinischen Teil von Patagonien sehr lecker sein. Na, wenn das nicht mal zwei schlagende Argumente sind!

Wir haben uns dazu entschlossen eine Tour mit Ice-Hiking zu buchen, um möglichst nah an den Gletscher heranzukommen. Morgens werden wir abgeholt und in den Nationalpark "Los Glaciares" gefahren. Dieser Nationalpark ist der größte Argentiniens und umfasst einen enormen Eispanzer, den viertgrößten der Welt, direkt nach der Antarktis, Grönland und Island. Dort haben wir zunächst einmal Zeit, uns den Perito Moreno Gletscher aus allen erdenklichen Positionen anzuschauen. Direkt gegenüber vom Gletscher sind diverse Aussichtsplattformen terrassenförmig angelegt worden und bieten beste Ausblicke auf die Bruchkante des Gletschers. Von dort kann man auch das Kalben des Gletschers beobachten – wenn große Eisblöcke abbrechen und ins Wasser fallen- und dem riesigen Eispanzer beim Vorwärtsschieben zuhören. Und es knackt gewaltig, immerhin bewegt sich der Perito Moreno gut 2m täglich ins Tal hinab!

Die Stege führen nah an die Gletscherkante heran

Das Geltschereis ist dunkelblau und türmt sich zu bizarren Formen auf

Weiter geht es dann auf einem Boot, welches uns zum Ausgangspunkt für das Eistrekking bringt. Nach einer kurzen Mittagspause und einer kleinen Anweisung werden uns dann die Eisschuhe umgeschnallt und es kann losgehen.


Wir werden fachmännisch verschnürt!


Auf dem Gletscher könnenn wir die hellblaue Farbe des Eises aus nächster Nähe betrachten. Immer wieder wandern wir auch an sogenannten Sink holes vorbei, tiefe und dunkle Löcher, welche vom Schmelzwasser in den Gletscher getrieben werden und als Abfluss dienen. Zum Abschluss gibt es noch einen Whisky on the rocks mit 400 Jahre altem Eis – eigentlich schon bitter, wenn das Eis älter ist als der Whisky.


Apropos Eis: Wir können nur bestätigen, dass das Eis in Patagonien hervorragend schmeckt! Fast so gut oder sogar genauso gut wie italienisches Eis! Besonders gut gefällt Markus, dass die Patagonier ein Faible für Schokoladeneis haben. So gibt es in jeder Eisdiele mindestens drei bis vier Sorten unterschiedliches Schokoladeneis. Vom normalen Schokoladeneis über dunkle Schokolade, bis hin zu Schokolade mit Nüssen oder Dulce de Leche (einer Art Karamellcreme) ist alles vertreten.

Am nächsten Tag geht es für uns weiter nach El Chaltén, dem Wander- und Klettermekka von Argentinien. Hier stehen mit dem Cerro Torre und dem Fitz Roy zwei Berge, die unter Kletterern bzw. alpinen Bergsteigern zu den am schwierigsten erklimmbaren Gipfeln der Welt zählen. Dort übernachten wir in einem sehr netten Hostel, welches von einer sehr freundlichen Familie geführt wird. Wir werden immer von unseren Gastgebern angesprochen und haben versucht, mit unseren paar Brocken Spanisch zu antworten. Jorge, der Vater, konnte nicht verstehen, dass Markus kein riesiger Fußballfan ist, wo Deutschland doch schon vier Mal Weltmeister war! Den Nachmittag am ersten Tag nutzen wir, um zum Kondor-Aussichtspunkt zu gehen. Leider haben wir oben kein Glück und sehen keine Kondore. Allerdings bietet sich ein schöner Panoramablick auf den Lago Argentino, Argentiniens größten See. Beim Abstieg vom Mirador lassen sich dann doch noch drei Kondore blicken und ziehen ein paar Kreise über uns.

Blick auf El Chaltén mit dem Fitz Roy im Hintergrund

Im Hintergrund verläuft der Lago Argentino- wir kommen uns sehr klein vor!

Zwei Andenkondore ziehen ihre Kreise über unseren Köpfen


Die nächsten zwei Tage wollen wir damit verbringen zum Fuße des Cerro Torre (Laguna Torre) und des Fitz Roys (Laguna de los tres) zu wandern. Allerdings ereilt uns ein ähnliches Schicksal wie an den Torres im Torres del Paine: Beide Male waren die Berge in Wolken eingehüllt. An der Laguna Torre peitschte zudem der Wind so heftig, dass wir nur ein einziges Foto gemacht haben, eh die Kameralinse nass und wir erfroren sind. Daher treten wir sehr schnell den Rückzug an!

Lediglich das Schild weist darauf hin, was man hier bei schönem Wetter sehen könnte

Sturm an der Laguna Torre

Der Fitz Roy in den Wolken


Dennoch sind beide Wanderwege sehr schön und zwischendurch haben wir ein paar sehr schöne Ausblicke und sehen ein paar der dort lebenden Tiere.

Blick auf den Rio Fitz Roy mit seinen vielen Armen

Dieser Schopfkarakara stibizt Müllreste aus einer Tüte eines Campingplatzes, welche er vorher fachmännisch zerlegt hatte

Ein Hase versteckt sich im hohen Gras

Wir sind über Weihnachten in El Chaltén. Am 24. bleiben wir im Hostel und telefonieren mit unseren Lieben daheim. Nachmittags machen wir nur einen kleinen Spaziergang mit einem kurzen Boxenstopp im Waffelhaus – es ist ja schließlich Weihnachten. Für abends haben wir einen Tisch in einem Steakhaus reserviert - wo sonst sollte man in Argentinien einen besseren Weihnachtsschmaus zu sich nehmen? Unsere Hostelbesitzer grillen ein ganzes Lamm über dem offenen Feuer, das Cordero ist hier eine Spezialität, und laden uns ein, später ein Stück zu probieren. Wir nehmen die Einladung gerne an, sind dann aber auch nicht traurig, als alle schon in ihren Zimmern sind, als wir nach dem Essen wieder kommen. Wie sagen die Franzosen so schön: Rien ne vas plus! Das trifft sehr gut auf unsere Bäuche zu und so fallen wir nur noch müde ins Bett, schließlich haben wir uns für den nächsten Tag einen Gewaltmarsch vorgenommen!

Waffeln mit heißer Schokolade - wir starten gut ins Weihnachtsfest

Das Cordero unserer Gastgeber

Bestes argentinisches Steak - ein perfekter Abend mit vielem Dank an die edlen Spender daheim! <3

Am 25. stehen wir früh auf. Das Wetter soll heute sehr gut werden und deshalb haben wir beschlossen die Laguna de los Tres und die Laguna Torre an einem Tag zu besichtigen, um sowohl den Fitz Roy als auch den Cerro Torre noch einmal von nahem und ohne Wolken betrachten zu können. Am Abend werden wir ca. 34km hinter uns gebracht haben, aber es sollte sich lohnen! Morgens bei Aufbruch der Tour sind wir noch skeptisch: Wolken verdecken den Fitz Roy. Wir denken uns: „Gestern morgen war das auch so und gegen 10 Uhr ist es dann aufgeklart“. So hoffen wir, dass sich dieser Tag ähnlich entwickeln wird und stapfen los. Bei unserer Frühstückspause knapp zwei Stunden später haben sich die Wolken schon etwas gelichtet, aber geben noch nicht den erhofften Blick auf den Fitz Roy frei. Wir haben aber noch gut zwei Stunden vor uns und gehen weiter. Nach ca. einer halben Stunde klart der Himmel auf und alle Wolken verziehen sich. Bestes Wetter also, um unseren Plan für heute durchzuziehen!

Frühstückspause an der Laguna Capri


Als wir dann oben am Fuße des Berges ankommen, sind kaum noch Wolken am Fitz Roy. Ein echter Glücksfall, denn der Fitz Roy heißt in der Sprache der Telhuelche-Indianer "El Chaltén", was so viel bedeutet wie "der Rauchende". Dabei ist der Fitz Roy gar kein Vulkan. Der Name bezieht sich vielmehr auf die Wolken, die beinah das ganze Jahr über um den Gipfel wabern.

Heute lohnt das Beweisfoto^^

Die erste Etappe ist geschafft, nun geht es beschwingt weiter zur Laguna Torre! Der Verbindungsweg zwischen beiden Wanderrouten führt uns noch an zwei Lagunen vorbei, der Laguna Madre und Hija (Mutter und Tochter). Leider haben wir keine Zeit, an den Ufern der beiden klaren und blau und grün schimmernden Lagunen zu verweilen.


Rund 4h später werden wir wieder mit einer wolkenfreien Aussicht auf unser Ziel, diesmal den Cerro Torre, belohnt.

Auch hier keine Wolke zu sehen - wunderschön!

Glücklich machen wir uns auf den Rückweg – schließlich haben wir unser gestecktes Tagesziel erreicht und Glück mit dem Wetter gehabt. Die letzten drei Kilometer ziehen sich trotz ein wenig Rotwein und Schokolade (es ist ja schließlich Weihnachten) doch noch ein wenig hin! Um 22:30 Uhr erreichen wir zufrieden und geschafft unser Hostel. Es gibt noch – zum Glück vorgekochtes – Chili con carne und dann geht es ab ins Bett! An unserem letzten Tag in El Chaltén steht es uns nach einer gemütlicheren, Beine schonenderen Aktivität und so machen wir einen 45-minütigen Spaziergang zu einem Wasserfall in der Nähe.

Am Wasserfall tummeln sich nicht nur Touristen...

Dieser kleine Nachtreiher ist auf der Jagdt


Am Abend geht es nach Bariloche, einer kleinen Stadt im Rio Negro Gebiet im nördlichen Teil des argentinischen Patagoniens. Eigentlich wollten wir hier auch nicht hin, aber es ist die günstigste und schnellste Möglichkeit wieder zurück nach Chile bzw. Puerto Varas, unserem nächstem Ziel, zu kommen. Die 24-stündige Busfahrt vergeht deutlich schneller als erwartet und so kommen wir einen Tag später abends um 22 Uhr in Bariloche an. Hier wollen wir eine Wanderung und einen kleinen Tagesausflug zu einem Aussichtspunkt mit Panoramablick machen. Allerdings macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, da es am zweiten Tag heftig regnet und so die Wanderung ins Wasser fällt. Den Ausflug zum Aussichtspunkt machen wir am ersten Tag.

Blick auf den Nahuel Huapi, einen der größte Seen Argentiniens

Das schlechte Wetter hält uns allerdings nicht davon ab, trotzdem ein Eis essen zu gehen. Hier gibt es nämlich ein verdammt leckeres Apfelstrudel Eis. Apfelstrudel? Ganz recht! Den gibt es auch als Gebäck an jeder Ecke, ebenso wie „Kuchen“ und Bier. Bariloche ist nämlich sehr Deutsch geprägt, da hier in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts viele Deutsche hin ausgewandert sind. Sogar die Bombaderos heißen hier noch "Feuerwehr".

Da es unser letzter Abend in Argentinien ist, haben wir beschlossen noch einmal ein zünftiges Steak essen zu gehen. Und was für eins! Über die Größe können wir uns nicht beklagen. Locker 400gr. Perfekt auf den Punkt gegartes (medium-rare) Ribeye-Steak liegen vor Markus auf dem Tisch. Herrlich! Ich habe mir ein Skirt bestellt, welches ebenfalls fantastisch aussieht und ebenso auch schmeckt! Dazu gibt es noch einen argentinischen Rotwein, der das Argentinien-Erlebnis perfekt abrundet!



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