# Tag 51 Port(o) - bitte nachschenken
Die 2. Nacht ohne Stellplatz war innerlich entspannter, allerdings muss man festhalten, dass wir in einer Großstadt unweit einer vielbefahrenen Straße standen. Das sind wir...

Veröffentlicht: 22.04.2022


























Die Entscheidung über den weiteren Reiseverlauf weicht ein wenig von der ursprünglichen Planung ab. Statt an der Küste zu bleiben und über Galizien in Spanien die Küstenrunde weiter zu fahren, werden wir ab Porto in das Duoro Tal fahren und diese Landschaft erkunden. Die Fahrt entlang des Flusses beschreiben viele als ein absolutes Highlight einer Portugal Reise. Wir sind gespannt.
Die Wetteraussichten sind leider alles andere als ideal, daher fällt es auch nicht schwer, die Küste zu verlassen. Strandwetter ist nicht zu erwarten. Statt dessen Rotwein und Portwein-Wetter.
Bevor wir losfahren, wage ich noch eine zweite Dusche auf dem Campingplatz. Wer weiß, wann wir dazu wieder Gelegenheit haben werden. Und jetzt mache ich doch eine Aufnahme von der Duschkabine:
Aber das Wasser ist schön heiß ...
Nach ausgiebigem Frühstück und einigen Überlegungen, wohin wir überhaupt fahren wollen, legen wir gegen 11.30 Uhr ab und fahren zur Nordseite des Duoro`s auf die N 108 - die führt überwiegend am Fluss entlang, manchmal aber auch nicht.
Jedenfalls kann die Beifahrerin die Landschaft genießen und immer wieder verzückt die Kamera hochreißen, während der Fahrer schwitzt und auf der engen Straße jede Kurve und jeden Gegenverkehr aufmerksam betrachten muss.
Nach einigen Kilometern durch die bewaldeten Hänge fragen wir uns, wo denn nun die Weinberge eigentlich sind, die im Internet überall zu sehen sind.
Die Straße führt immer wieder bergauf und bergab, durch verwunschene Dörfer und menschenleere Gegenden. Aber Weingüter können wir nicht entdecken.
Die Lösung zeigt sich beim 100 km entfernten Tagesziel - Peso da Regua, das Tor zum Weingebiet. Erst hier beginnt der Duoro mit seinen Weinhängen und hinter jeder Kurve steht ein Weingut. Das erinnert sehr stark an die Mosel, die ja eine ähnliche Landschaft besitzt.
Ein „echter“ Portwein- kommt immer aus Portugal.
Die Reben kommen aus drei Gebieten:
In Peso da Regua gibt es einen Wohnmobil Stellplatz direkt am Fluss unter den Brücken, die hier den Duoro überqueren. Der Platz ist für 30 Mobile ausgelegt, jeder Platz hat einen Stromanschluss und kostet: ACHTUNG - 3,- € pro Nacht mit Strom, zu zahlen an der Theke im benachbarten Vereinsheim des Schwimmbades.
Als wir gegen 14.30 Uhr ankommen, ist der Platz schon gut gefüllt, am Abend ist dann jeder Platz besetzt und außerhalb am Flussufer stehen auch noch 12 Womo`s.
Der Ort selber ist eine Enttäuschung. Wir gehen zu Fuß in alle Richtungen und haben nirgendwo das Gefühl, eine schöne Stelle zu entdecken. Die ist ausschließlich mit dem Flussufer verbunden, an dem man sitzen und die Flussschiffe betrachten kann.
An einem der wenigen Neubauten mit Restaurant und Weinverkostung kehren wir ein und lassen uns mit einer Weinprobe den Nachmittag versüßen. Dort sitzen auch schon zwei Ehepaare, die hier eine Studienreise durch das Duoro Tal betreiben. Und sie studieren ganz kräftig ....
Im Gespräch erfahren wir, dass sie selbst Winzer sind und von der Mosel kommen. Mit Bremen verbinden sie sofort den Ratskeller und den dortigen Kellermeister, der ja aus ihrer Ecke stammt.
Auf dem Weg zum Womo finden wir noch einen echt alten Supermarkt, der auch regionale Weine im Sortiment hat. Dann machen wir eben unsere eigene Weinprobe heute Abend ....
Was sind die prägenden Eindrücke der ersten Berührung mit dem Duoro Tal - sehr imposante Landschaft und steile Hänge (wäre hier gern Rennrad gefahren...), Aussichten auf den Flusslauf gibt es hinter jeder Kurve, der Fahrer eines Wohnmobils muss sich anstrengen, nach 100 km reicht es auch.
Flussquerungen gibt es in diesem Teil nur sehr wenig, daher muss man sehr genau planen, wohin man will.
Der nächste Abschnitt des Duoro`s nach Pinhao am nächsten Tag ist dann endlich das, was wir erwartet haben. Wir queren den Fluss und fahren auf der südlichen Seite die N 222 entlang. Die klebt immer direkt am Fluss und gibt schöne Ausblicke auf die Weinberge des Nordufers frei. Die liegen natürlich immer in der Sonne (die ja von Süden scheint). Immer wieder stehen auch Hinweise in den Hängen, wessen Portwein hier gerade gedeiht.
Auch die großen Weingüter weisen auf ihre Besuchsmöglichkeiten und Verkostungen hin. Dem halten wir Stand, wollen wir doch nur bis Pinhao fahren, was nur 25 km entfernt liegt. Dieser Ort wird als Wiege des Gebietes bezeichnet.
Eine Anlegestelle für die Flussschiffahrt gibt es natürlich auch und die Touristendichte nimmt naturgemäß erheblich zu, wenn ein Schiff hier liegt. Erst wenn die Dampfer wieder weg sind, kehrt Ruhe ein in das kleine Städtchen - fast wie auf Helgoland.
Der Ort ist sehr schön angelegt, verfügt über eine gepflasterte Promenade entlang des Flusses und ist die Heimat von mindesten 6 oder 7 Weinkellereien.
Als wir bei der zweiten Weinverkostung ankamen, begann das, was den ganzen Tag schon kommen sollte - der Regen.
Bisher hatte uns der ja verschont, aber jetzt am Nachmittag kam`s dann richtig vom Himmel. Da half auch kein 2. oder 3. Glas. Irgendwann mussten wir los, und Gott sei Dank stand das Wohnmobil nur 200 m entfernt. Das reichte aber, um von oben bis unten nass zu werden.
Nun sitzen wir im Trockenen mit bester Aussicht auf den Fluss, an einer wirklich super Stelle mit Aussicht und ohne Beschränkung - aber die Aussicht wird von den Wassermassen getrübt, die über die Windschutzscheibe laufen.
Dafür lassen wir uns heute Abend belohnen und werden Essen gehen.
