Licht und Schatten
Da bin ich mal wieder! Es gibt einige Neuigkeiten, die ich hier nun mal tippen werde. Christian und ich sind von Marrakesch in Richtung Osten zu den Wasserfällen von Ouzoud...

Veröffentlicht: 13.03.2024
Wir haben uns von Mohammadia dann in Richtung Asilah begeben, was für mich teilweise sehr schwer war.
Aber der Reihe nach! In Mohammadia war Ibrahim vom Campingplatz immer darum bemüht, dass irgendwie die Bremse von Palumbi doch noch repariert werden kann, er hat telefoniert, gefragt, es kamen Mechaniker, es kamen auch Mechaniker, die auf den Schrottplätzen in Casablanca nach den passenden Teilen gesucht haben, leider jedoch dieses Mal ohne Erfolg. Das war für Christian niederschmetternd, denn nun musste er sich auf meine Fahrkünste in einer Krise verlassen, er konnte nicht entspannen und war dauernd am Griff dran.
Für alle, die noch nie eine Panne mit einer Bremse am Anhänger hatten, sei einfach angemerkt, dass der Anhänger so nur einseitig bremst und immer in die Auflaufbremse ruckelt, es knallt und die ungefähr 1500 kg hinter dem Auto schieben dann ein wenig nach vorne, es könnte theoretisch auch passieren, dass der Hänger seitlich ausbricht. Ich hatte schon so einen Schaden an einem anderen Fahrzeug, doch da bin ich einfach gefahren und habe so wenig wie möglich gebremst, es hatte damals bei dem Tandemachser gut funktioniert, also habe ich mir keine großen Gedanken gemacht. Christian hatte jedoch dauernd Kopfkino….
Abgesehen davon ist es mir schon schwer gefallen, Marokko nun zu verlassen. Einige Dinge waren eben nicht wie erwartet, es ist niemand um das Auto gekrochen und wollte es aufbrechen, wir hatten zwar schon im Rifgebirge Leute, die uns etwas zum Rauchen verkaufen wollten, aber sonst sind wir da verschont geblieben. Wir haben auch nur dann einen Teppich erstanden, als wir es wirklich wollten, der wurde uns nicht irgendwie aufgezwungen. Die Leute waren sehr nett, selbst wenn ich alleine unterwegs war, war das zu 99% nicht anders. Die Ausnahme waren ein paar Jungs, aber die hatten wohl nur Angst vor den schwarzen Hunden. Auch hier haben sich viele Berichte nicht bewahrheitet, denn die meisten Marokkaner haben Respekt, aber sie sind nie unfreundlich, wenn jemand mit Hund unterwegs ist.
Ich denke, dass wir das wahre Marokko in der Einsamkeit gefunden haben, die Märkte, wo meistens nur Einheimische einkaufen, die kleinen Essbuden, wo man erst probieren darf und dann eben was abnimmt, wenn es schmeckt. Ich fand die Märkte toll, wenn ich die Oliven oder Kekse erst probieren darf, wenn die Marktleute dir selbst bessere Äpfel oder Tomaten geben….. Ich fand es magisch hier, da ändert auch der Unfall nichts daran, oder dass die AXA Marokko eben jeden Kontakt zu unserem Anwalt einfach abgebrochen hat.
Die Fahrt von Asilah zur Fähre war noch ein wenig Anspannung für mich, denn wir hatten gehört, dass einige Afrikaner auch mal versuchen einen Wohnwagen aufzubrechen, damit sie nach Europa fahren können. Dabei lassen sie außer Acht, dass jedes Fahrzeug geröngt wird, aber das wissen sie vielleicht nur nicht. Tatsächlich kam an der Mautstelle eine Gruppe von 3 jungen Männern, die eben ihr Glück versuchen wollten, aber als Christian ausgestiegen ist, waren sie schnell weg. Der Mann im Häuschen hat dann die Schranke extra lange aufgemacht, dann waren wir auch bald am Hafen.
Der Tag hat sehr früh begonnen, weil wir die Fähre um 10 Uhr erwischen wollten. Wir haben es pünktlich geschafft, was nicht pünktlich war nach den ganzen Kontrollen war die Fähre. Die kam mit 2,5 Stunden Verspätung, dann wurde in den Bauch des Schiffes geschlichtet, was für uns den untersten Teil der Fähre bedeutet hat. Ich musste rückwärts an der Bordwand einparken, nachdem ich eine Rampe hinunter fahren durfte, wenn man 3 Einweise hat, ist das ziemlich lustig! Uns war klar, dass wir nicht zuerst vom Schiff kommen, sondern zuletzt sein werden. Dann wurde weiter geladen und wir sind mit 4,5 h Verspätung losgefahren. Wir waren immer wieder mit den Schwarzen draußen, aber die 4 Stunden in der Fähre waren für die beiden Hunde nicht leicht. Im Hafen von Algeciras hat es für uns dann noch extra lange gedauert, denn ein Wohnmobil mit Anhänger hat die Rampe nicht so ganz richtig eingeschätzt, der Fahrer hat nicht genug Gas gegeben, dann mussten wir noch einmal eine Stunde warten, bis das Problem auch gelöst war….
Wir sind dann nach La Paloma hinter Tarifa gefahren, Christian hat die ganze Fahrt über gelitten, denn es war eine Art Passstraße, im Hafen gab es lauter Buckel für die Fussgänger und und und, trotzdem gab es keine Zwischenfälle und nun können wir hier in Spanien warten, bis die Ersatzteile hoffentlich bald ankommen.Hier am Strand liegt die Ruine eines Bootes, das bestimmt einige der Glücksuchenden aus Afrika hoffentlich ohne Zwischenfälle an Land gebracht hat. Ich kann verstehen, dass sie ein besseres Leben suchen, denn in Afrika ist gerade für junge Menschen alles nicht besonders einfach, viele finden keinen Job, auch eine Ausbildung oder ein Studium heißen nicht viel. Es ist wie in vielen europäischen Ländern auch, wo junge Menschen frustriert sind, in ihrem erlernten Beruf nichts bekommen und eben teilweise noch bei den Eltern wohnen, weil sie sich nichts leisten können. Der Traum von einem besseren Leben ist ja nicht nur der "American Dream". Für uns ist in Marokko alles im Vergleich billig, ein Brot kostet sehr wenig, Gemüse und Obst ebenso, doch die Preise sind so niedrig, weil sonst keiner etwas essen könnte.
Ich weiß nicht, was für eine Bildung oder Ausbildung diese Glücksritter haben, doch ich wünschte, wir Europäer wären ein wenig aufgeschlossener bei der Einreise und Eingliederung dieser Menschen. Nicht alle sind die von Friedrich Merz so gescholtenen Paschas, die meisten wollen nur einen Job und oft schicken sie das Ersparte dann in die Heimat zu ihren Familien. Afrikaner und andere Flüchtlinge machen die Jobs, die Europäer wohl eher nicht so gerne übernehmen, doch das sehen viele nicht…. Neulich kam ein Beitrag im Fernsehen über junge Männer und Frauen aus Marokko, die Deutsch lernen, weil sie als Altenpfleger und Krankenschwestern in Deutschland gut verdienen können…
Ich gestehe, dass ich noch nicht so ganz auf Spanien eingestellt bin, die Sprache plus Dialekt sind lustig! Ich sollte meine Apps wieder verwenden, auch wenn ich viel verstehe, sprechen ist zu viel verlangt……
