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Flucht an den Atlantik...

Veröffentlicht: 11.07.2023

Da Mittelspanien ein Brutkasten mit Temperaturen tagsüber um die 38° und nachts auch weit über 20° ist, beschließen wir, in Richtung Norden weiter zu fahren.  Nach einem Übernachtungsstop an einem tollen Fluss , bei dem auf Tafeln vor giftigen Hornvipern gewarnt wird, suchen wir schnell das weite und landen in Almazan. Das kleine Städtchen überrascht uns mit einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer, vielen tollen Kirchen,  kostenlosen Stellplätzen mit Wasserstation und einem riesigen Stadtpark der seinesgleichen sucht. Hindurch fließt der Fluss Duero, der eigentlich zweigeteilt ist, sich aber in Almazan zu einem verbindet.  Durch kräftige Gewitter vor einigen Tagen, ist es leider eine braune schlammige Plörre. Das hält unsere Wauzis aber nicht vom Baden ab.

 Es ist Markttag und viele Händler preisen Obst, Gemüse,  Kräuter, Nüsse und vor allem Kleidung an. Hier in Kastilien sucht man Bekleidungsläden vergebens. Diese werden auf dem Markt gekauft.  Von Unterhosen über Schuhe, Jacken, Kleider findet man alles was man das Jahr über braucht. Auch ich werde fündig und bin nun stolzer Besitzer neuer leichter Pumphosen.

Wir verlassen Kastilia La Mancha und kommen nach Aragonien. Das autonome Gebiet Aragon grenzt in den Pyrenäen an Frankreich und beherbergt 1, 3 Millionen Einwohner. Die Landschaft ändert sich. Mischwälder häufen sich.

Wir fahren hoch auf 1500 m und landen im verlassenen Dorf  Aldealcardo. Schon lange wohnt hier niemand mehr, da vor Jahren die Wasserquelle  versiegt ist. Die Häuser sind verfallen und die Kirche steht kurz vor dem Einsturz.  Wir streunern durchs Dorf und staunen, wie schnell sich die Natur das Gebiet zurück erobert. In den Ruinen wachsen Bäume und das Bergdorf ist umgeben von tausenden bunten Blumen. Das einzige Geräusch sind die Vögel und das Rauschen der Bäume im Wind.  Die Aussicht ist grandios und wir schlafen wie die Babys in dieser stillen Nacht. Von den Wölfen die es hier geben soll, bekommen wir keinen zu Gesicht.  

Auf toller Straße geht es weiter durch die grandiose Berglandschaft. Wir sind im Gebiet La Roija gelandet. Adler und Geier kreisen über uns. Wir passieren einsame abgelegene Bergdörfer. Die Häuser sind alle aus Naturstein gebaut und die Menschen schauen uns staunend hinterher. Seit vielen Wochen haben wir keine deutschen Touristen getroffen.  Diese Ecke Spaniens ist anscheinend für viele nicht so interessant.  Wir finden es klasse hier und landen irgendwann in der Stadt Arnedo.  Mit 14500 Einwohnern ist es eine geradezu große Stadt für uns.  Auch hier dürfen wir kostenlos am Stadtrand direkt am Fluss parken. Die Menschen sind freundlich und immer wieder bleiben Spaziergänger stehen zum Plausch mit Händen und Füßen und um ein Foto von uns zu schießen. 

Leider steigt das Thermometer wieder auf 38° und ausser kurzen Gängen zum Fluss passiert erstmal nicht viel. Auch die Wauzis leiden unter der Hitze und Amy bekommt den ganzen Tag den Ventilator vor das Gesicht gestellt und Lucy darf auf der Kühlmatte liegen. Wir machen einen Spaziergang morgens um 7 Uhr und laufen quer durch sie Stadt zur Burg hinauf die dort auf dem roten Felsen trohnt. Ein Blick über die Dächer der Stadt sind die Belohnung fürs frühe aufstehen. Doch nach einigen Tagen, das Thermometer zeigt täglich 39° im Laster an, beschließen wir die Flucht anzutreten. Wir müssen hier weg! Atlantik wir kommen.  Der 14 Tage Wetterbericht bringt 24-28 ° für die Atlantikküste. Temperaturen bis 45° sind in Süd-und Mittelspanien vorhergesagt....da muss man nicht lange überlegen! Darum machen wir uns am 10.7. erneut auf die Socken zu meinem Lieblingsmeer, dem wilden Atlantik.  

Pamplona lassen wir schweren Herzens rechts liegen. Es ist definitiv zu heiß für Sightseeing und Stadt. Stattdessen übernachten wir in Arazuri an einem Fluss.  Es sind nette Einheimische da. Wir kommen ins Gespräch (unser Laster ist einfach ein Türöffner) und bekommen sogar ihre Handynummer....falls mal was ist, oder wir zufällig auch nach Mexiko kommen (zwinker). Da haben sie nämlich Verwandte. Spanier sind einfach tolle freundliche offene Menschen und wieder einmal fühlen wir uns pudelwohl.  

Der Atlantik,  und somit auch die französische Grenze sind zum greifen nah. Heute werden wir sehr sehr schweren Herzens Spanien verlassen. Neun Monate waren wir im Land und haben von Andalusien über Galizien,  Kastilien,  Asturien, Aragonien und La Roija viel vom Land gesehen. Wir haben unglaublich offene, freundliche Menschen kennen gelernt und eine große Freude am 'spanischen Lifestyle' erlebt. Wir haben gelernt,  dass der Stellenwert der Siesta von großem Wert ist. Wir haben gestaunt, dass es in Spanien in jedem noch so kleinen Dorf parkähnliche Erholungsgebiete mit Tischen, Bänken und kostenlosen Parkplätzen gibt. An jeder Ecke stehen Mülleimer und es gibt kostenloses Wasser für alle. Auf dem Markt einkaufen ist spottbillig und macht unheimlich Spaß.  Spanien ist auch außerhalb der Touristenpfade absolut eine Reise wert. ( wir haben vor 8 Wochen die letzten Deutschen getroffen). Die Städte und Dörfer im Landesinneren haben oft noch gut erhaltene Mittelaltergebäude und Brücken zu bieten und es gibt unendlich viel zu entdecken. Wir hätten nicht erwartet,  dass wir solange im Land bleiben und dass es uns so dermaßen schwer fällt es wieder zu verlassen. Spanien du bist unbeschreiblich!! HASTALUEGO!!

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