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Greve Marina Hejren => Darum Camping

Veröffentlicht: 07.08.2025

Unterkunft
Darum Camping
Wohnmobil · Darum bei Esbjerg
Fahrt
Marina in Greve → Darum Camping
Dänemark
Sehenswert
Marina in Greve
Greve, Dänemark
Sehenswert
Darum Camping
Darum bei Esbjerg, Dänemark

Godmorgen von der Marina in Greve!


Trotz des Windes, der uns schon gestern den gesamten Tag begleitet hatte, war die Nacht komplett entspannt. Das lag unter Umständen auch daran, dass uns das Boot direkt neben uns Windschatten gewährte. Als ich erwachte, schien die Sonne durch eines der Netzfenster in mein Dachgeschoss. Ich erinnerte mich an die grandiosen Dusch- und Waschräume hier vor unserer Haustür und verspürte umgehend riesige Sehnsucht, genau diesen Ort nun aufzusuchen. Seit gestern wissen wir nämlich, dass es zu den bisher genutzten Sanitäranlagen eine Steigerung gab. Hier im Yachthafen von Greve sorgte man sich ganz offensichtlich um das hygienische Wohl der Menschen. Riesige Nasszellen im kühl skandinavischen Stil, in denen man alle Utensilien und Lotionen fand, die das Camperherz begehren könnte. Zu allem Überfluss gab es sechs oder sieben dieser Suiten. Als ich zur olivgrünen Villa zurück kam, blinzelte mir ein leicht zerknitterter Kapitän entgegen. Ich erstattete wie gewohnt Bericht von der Reinigungsaktion, damit der Anführer möglichst wenig Aufwand und ein wunderbares Erlebnis hatte.


Wir genossen unseren Kaffee vor dem mattgrünen Gerät und sinnierten über den gestrigen Abend. Martin war vollkommen geflasht von unseren Tracks und hat umgehend im Camper uns und allen anderen seine Interpretationen zum Besten gegeben. Das hat uns wiederum von den gedrehten Frontsesseln gehauen. Wir haben über einzelne Parts und Optionen philosophiert sowie gemeinsam an einem langsamen Song gebastelt. Das weitere Vorgehen werde ich hier natürlich nicht ausbreiten. Aber wir sind voller Optimismus, dass ihr da draußen es zu gegebener Zeit registrieren werdet…


Kurz vor unserer Abreise erschien die dänische Brasilianerin oder brasilianische Dänin. Sie ließ es sich nicht nehmen, sich nach unserer Nacht zu erkundigen, so dass wir noch einen kleinen Smalltalk hatten. Als sich dieser allerdings zu einem eher umfangreichen Gespräch entwickelte, ging ich schon mal ganz unauffällig zu meinen noch zu erledigenden Aufgaben über. Ich hörte Kadir gewohnt smart quatschen und lachen. Dann erschien er doch sehr plötzlich, schwang sich auf den Fahrersitz und warf den Motor an. „Officer, ich musste jetzt mal den Motor anmachen, sonst wären wir hier heute nie weggekommen“ hörte ich ihn neben mir brummeln.


Heute war unser Ziel die Westküste Dänemarks. Wollten wir dort ja bereits zu Beginn unserer Reise das Ungetüm für eine Nacht abstellen. Der Dauerregen änderte dann ja unsere Pläne. Die Fahrt war bis auf die teilweise heftigen Windböen, mit denen der Kapitän zu kämpfen hatte, recht unspektakulär. Jedoch trafen wir tatsächlich auf den ersten Stau seit der Zufahrt zur Fähre in Wischhafen. Das ermöglichte vielen Verkehrsteilnehmenden endlich in Ruhe Fotos von unserem rollenden Biest zu machen. Immer wieder sahen wir nach oben gerichtete Daumen und grinsende Gesichter. Am deutlichsten wurde die Begeisterung bei denjenigen, die ähnlich geartete Fahrzeuge lenkten. Schön ist das.


Heute waren wir beide etwas schlapp. Vielleicht lag das an diesen immer wiederkehrenden Willkommensgetränken der vergangenen Tage. Eventuell aber auch an den konsumierten Flüssigkeiten, die wir anschließend vernichteten. Keiner der Mitreisenden hatte die Absicht, mitgeführte Waren wieder mit nach Hause zu nehmen. Des Weiteren mussten wir einfach so häufig auf unsere Freundschaft und auf das Leben anstoßen. Wir akzeptierten das und zogen unsere Bahnen über sehr lange und sehr gerade Landstraßen in Richtung Esbjerg. Dort wartete schon der Betreiber des „Darum Camping“ auf uns. Ich hatte natürlich schon unterwegs unseren Stellplatz gebucht, was sich vor Ort aufgrund der Belegung als nicht notwendig herausstellte. Als ich die Rezeption betrat, begrüßte mich ein äußerst freundlicher Herr. In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass ich einen Shelter gebucht hatte. Da wir dann aber doch lieber in unserem kugelsicheren Bullen schlafen wollten, einigten wir uns auf ein Upgrade. Ich erhielt zwei Chipkarten für die Duschen und ein wasauchimmer Ding, um unser Stromkabel mit einem der hiesigen Anschlüsse zu verbinden.

Wir bugsierten den Benz zu Platz 16 und dort auf die Keile, um eine Waagerechte herzustellen. Der Platz ist in sehr großen Parzellen angelegt und es herrscht absolute Ruhe. Ich stellte die Stühle für das Willkommensgetränk (das konnten wir nunmal nicht ausfallen lassen) in die Sonne. Während wir zum wiederholten Male nach unserer Ankunft so zusammen saßen, mit einem kühlen Getränk in der Hand und dem Blick auf unser Gefährt, stellte der Boss fest, dass „hier irgendwie Friedhofsatmosphäre herrscht“. Stimmt. Hatten wir hier und dort noch Alleinunterhalter oder spielende Kinder in unserer Nachbarschaft, fanden wir hier das große Nichts vor. Nur der direkt über mein Schlafzimmer ragende Ast der Eiche nebenan bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Aber auch hier wurden die meisten Camper-Klischees bedient. Funktionskleidung, statt Baumwolle. Latschen und Flip-Flops statt festem Schuhwerk. Und natürlich zogen auch hier wieder Mitglieder der „Kacka-Pipi-Trolley-Gang“ über die Wege.


Ich verließ den Platz, um mir die Gegend, in der wir gelandet waren, ein bisschen anzuschauen. Überall stylische Einfamilienhäuser mit akkurat geschnittenen Rasenflächen wohin meine Augen auch schauten. Kaum ein Mensch war zu sehen. Auch hier wirkte es so kulissenartig, wie in den letzten Tagen. Die Frage des Captain, was ich sehenswertes gefunden hätte, konnte ich lediglich mit „eine hübsche Kirche“ beantworten. Immerhin hatte ich meiner Schrittzähler-App aber mal wieder etwas Beschäftigung verschafft.


Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Ein Film flimmerte im Bordkino und genau so taten es meine Augen. Ich hielt aber durch und hatte am Ende sogar den Roten Faden mitgeschnitten. Wir bereiteten die Kuschelecken vor, als ich einen warmen Luftzug an meiner Wade spürte. Der Kapitän hatte sich für die bevorstehende Nacht die Heizung im Erdgeschoss eingeschaltet. Nun denn, in Erinnerung an die Nacht im Oktober 2024 in Bulgarien, welche ich da oben im Mannschaftsquartier auch ohne jegliche Schutzausrüstung, geschweige denn eine Heizung überlebt hatte, nahm ich den Aufzug in den ersten Stock. Ich rief Kadir noch einen Gute Nacht Gruß in das wohlig warme Hauptschlafzimmer zu und muss dann umgehend eingeschlafen sein.


Gute Nacht, Darum.

Auf einen Blick

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Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
EntspannendAbseits der Pfade
  • Marina in Greve
  • Fahrt an die Westküste Dänemarks
  • Darum Camping bei Esbjerg
  • Stellplatz 16 mit viel Ruhe
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