Darum Camping => Langen/ Geestland
Darum! Godmorgen! Als ich erwachte, war der erste Gedanke „der Ast der Eiche ist ganz offensichtl


Veröffentlicht: 09.08.2025
Ende und Epilog des Kapitäns
Es ist schon bemerkenswert, wie gut wir es miteinander aushalten bzw. wie gut wir uns miteinander arrangieren. Seit mehr als vierzig Jahren ganz allgemein, aber eben auch temporär 24/7 auf etwa 6,2 qm. Wie bereits in Season I festgestellt, kann so etwas nicht ohne Absprachen, Kompromisse und gegenseitige Rücksichtnahme funktionieren. Es gab für keinen von uns beiden auch nur eine einzige Situation, in der wir an uns gezweifelt hätten. Was insbesondere mich bei dieser Reise und anders als im Oktober 2024 irritierte: ich habe mir in unserer Herberge so häufig den Kopf gestoßen, dass ich mich zwischendurch fragte, ob ich gewachsen oder der Innenraum geschrumpft war. Strange.
Ich war immer wieder sehr froh darüber, dass ich den ursprünglichen Plan verworfen hatte, parallel mit dem Motorrad zu fahren. Einerseits regnete es zwischendurch wirklich extrem und andererseits hatten wir so natürlich deutlich mehr Zeit miteinander. Ich hoffe sehr, dass ich auch in Zukunft wieder im Militaria-Benz mitfahren darf. An unserem letzten Fahrtag hatte Kadir einen Anhänger auf der Autobahn gesehen, der ihm sehr gefiel und in mir ein mulmiges Gefühl erzeugte. Ich bin jedoch guten Mutes, da ich auch in dieser Staffel kaum Kritik an meiner Arbeit hörte.
Jede/r kennt das. Man wünscht sich, dass schöne Ereignisse dauerhaft Bestand haben und dass man in genau diesem Augenblick für immer verweilen möge. Es ist daher vielleicht eine Kunst, „den Moment“ so intensiv wie möglich zu erleben, da wir eben diesen Moment niemals ein weiteres Mal erleben werden. Wir können aber versuchen, auf der Grundlage unserer Erinnerungen Situationen zu kreieren, die „diesen Momenten“ sehr, sehr ähnlich sind. Daher wird es hier auch mit absoluter Sicherheit eine weitere Reise und Berichte darüber geben. Die Vorbereitungen haben in unseren Köpfen bereits begonnen. Bleibt gespannt. Es wird wild…
Captain’s Log, letzter Eintrag: Beförderung, Dank und Sand in Sicht
Als ich das letzte Mal aus dem Hulk ausstieg und den Schlüssel mit einem leisen „Klack“ auf die Kommode legte, wusste ich, dieser Trip war wieder einer fürs Geschichtsbuch. Und wer, wenn nicht unser Chronist der Herzen, hat es tatsächlich geschafft, jede einzelne Minute, vom tropfnassen Duschmarsch bis zur schicksalhaften Fischbrötchen-Entscheidung, in eine so herrlich absurde, warmherzige und urkomische Geschichte zu verwandeln?
Lieber Rosi, ich verneige mich tief vor deiner Feder, oder besser, vor deinem Touchpad. Deine Berichte haben mich und viele Menschen da draußen nicht nur laut lachen lassen, sondern auch dieses Gefühl eingefangen, das man so selten hat, dass die Zeit mit einem echten Freund einfach wie im Flug vergeht. Dass man sich in 6,2 Quadratmetern Wohnmobil nicht auf die Nerven geht, sondern irgendwie noch näher zusammenrückt (emotional, nicht räumlich, denn näher geht ja physikalisch kaum 🤣).
Du hast diese Fahrt wieder mit Worten veredelt. Und ja, auch in der dunklen Stunde, als du die Chipkarten im Armaturenbrett vergessen hattest, war ich stolz auf dich. Denn du kamst zurück. Leise wie ein Schatten und trocken wie dein Humor.
Ich kann nicht oft genug sagen, wie unglaublich dankbar ich bin, dass du wieder jeden einzelnen Tag so grandios, detailverliebt und urkomisch in unserem (deinem) Blog festgehalten hast. Wer braucht schon Instagramfilter, wenn er dich hat? Du bist die menschgewordene Literaturschleife unserer Campingabenteuer und das meine ich auf die bestmögliche Art.
Was du da in die Tastatur gezaubert hast, ist mehr als Tagebuch. Es ist Campingkultur. Es ist Feuilleton auf Rädern. Und ich bin nicht nur Fan, ich bin auch sehr, sehr stolz. Denn du hast es tatsächlich geschafft, in die Top 10 der wahnsinnigsten, witzigsten und wahrhaftigsten Roadtrip-Blogs der westlichen Hemisphäre aufzusteigen und das ganz ohne Werbung, Follower-Kauf oder TikTok-Tanz.
Und als wäre das alles nicht schon genug, erfüllt es mich auch mit Stolz, was wir abseits der Straße geschaffen haben! Unsere zusammengeschriebenen und produzierten Songs!!! Die Ergebnisse sind und ich benutze das Wort bewusst, phänomenal!!! Ich bin jetzt schon gespannt wie ein frisch gespannter Gitarrensaitensatz, welches Feedback wir bekommen werden, wenn diese Dinger erstmal da draußen in der weiten Welt ihre Runden drehen.
Lieber Rosi, ich danke dir, nicht nur für deinen Humor, deinen Charme und deine Chipkartendisziplin, sondern auch dafür, dass du dich erneut unter mein Kommando begeben hast, ohne jemals zu murren (zumindest nicht laut). Deine Dienste an Bord waren unersetzlich. Und deshalb! Trommelwirbel! Erhebe ich dich hiermit offiziell vom ersten Offizier zum Commander der Herzen und Tastaturen. Mit Ehrenstreifen, Vortritt an der Kaffeekapselstation und uneingeschränktem Recht auf Blogpausen mit Marabou Schokolade und Trüffelchips!
Und nun, ein kleiner Blick in die Zukunft. Für alle, die dachten, nach Heimat, Gürtelrosi, Fischbrötchen und Fjorden sei Schluss, ihr irrt euch gewaltig. 2026 wird episch, sandig und dehydriert, denn: Wir steuern auf die Wüste Marokkos zu!!! Kein Duschchip, kein Nordseewind, kein Sunset-Boulevard-Remouladenrest.
Nur Sonne, Sand und zwei „Vollidioten“ mit Herz und Hüftgelenken auf Fernreise.
Ich freu mich. Auf dich. Auf uns. Auf das, was war und auf das, was kommt!!!
Captain Kadir – over and out
