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Darum Camping => Langen/ Geestland

Veröffentlicht: 08.08.2025

Essen
Sunset Boulevard
$ · Mittagessen
Fähre
Wischhafen ferry terminal → Glückstadt ferry terminal
Germany
Fahrt
Darum → … → Geestland
2744 km · 2h 7m

Darum! Godmorgen!


Als ich erwachte, war der erste Gedanke „der Ast der Eiche ist ganz offensichtlich nicht auf unser Mobil respektive mich gestürzt“. Der Wind hatte nachgelassen und so war auch diese Nacht wieder ganz wunderbar und ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Wie an fast jedem Morgen machten sich kurz nach dem Erwachen wieder diese Befürchtungen um eine Kabine im sanitären Bereich in meinem Kopf breit. Der Captain schlummerte noch und so bewegte ich mich, wie gewohnt auf Zehenspitzen, durch die einzelnen Räume unserer unerschütterlichen Herberge. Ich sammelte aus diversen Ecken alle notwendigen Gegenstände zusammen. Zu den Vorteilen und Widrigkeiten zu zweit auf 6,2qm in einem solchen Koloss komme ich noch einmal gesondert zu sprechen. So leise, wie nur irgendwie möglich öffnete ich die Schiebetür des Monsters und machte mich auf den Weg zu dem neuen und sehr gepflegten Duschareal. Der Weg dorthin führte über durchnässte Rasenflächen und vorbei an einigen Mitbewohnern in ihren Zelten, die zum Teil ganz deutlich hörbar noch nicht erwacht waren.

All die unterschiedlichen Bedingungen auf den Campingplätzen führten auch heute mal wieder dazu, dass ich den Weg nochmal zurückgehen durfte. Natürlich hatte ich die zwei Chipkarten, welche man hier zum Duschen benötigt, an einem zentralen Ort im Armaturenbrett des Benz hinterlegt. Dort lagen sie auch jetzt noch. Also retour und die Schiebetür erneut öffnen und wieder schließen. Wenn das mal gut geht mit Kapitän Kadir. Es klappte glücklicherweise sehr gut.

Die zwei Duschen waren zu meinem wiederholten Erstaunen nicht belegt, was in mir erneut die Frage aufkommen ließ, ob ich mir vielleicht etwas zu viele Gedanken darüber mache. Also, Karte eingesteckt und schon lief im Display irgendein Zähler rückwärts. Hektisch begab ich mich unter die Dusche. Da ich den Betreiber des Platzes gestern Nachmittag wohl nicht zu 100% verstanden hatte, könnte das (warme) Wasser ja jeden Augenblick Geschichte sein. War es aber dann doch nicht.


Auf meinem Heimweg traf ich einen mir sehr gut bekannten Herrn in seiner grauen Uniform. Ich grüßte freundlich, wünschte einen schönen Morgen und fragte nach der Chipkarte. In diesem Moment hatte ich mir für den heutigen Tag reichlich Vorschusslorbeer erarbeitet. Ich machte den Boss glücklich und gab ihm als Bonbon noch meine Karte, da ich sie nicht leergeduscht hatte. Einige Zeit später hatte ich mal wieder einen vorzüglichen Kaffee aus dem Bordcafe in der Hand. Während Kadir noch das ein oder andere arbeitete, ergötzte ich mich an dem Schauspiel unserer niederländischen Nachbarn gegenüber. Gestern hatte ich noch bei Ankunft gescherzt „schau mal, die haben den Fiat 500 in ihrem riesigen Wohnmobil mitgebracht“. Heute wurde ich eines besseren belehrt, denn sie hatten noch einen Trailer dabei. Der pastellfarbene PKW wurde auf den Anhänger gefahren und an das rollende Einfamilienhaus angehängt. Eines Tages wird man sicher auch das eigene Haus samt Garten mit in den Urlaub nehmen können.


Unsere heutige Fahrt führte uns über Landstraßen durch die relativ eintönige dänische Landschaft an der Westküste. Obwohl wir hier keine schwedischen Verhältnisse hatten, erfreuten wir uns an den schönen Höfen, Häusern und der Weite dieses Landstrichs. Als sich in der ersten Reihe das Hungergefühl breit machte, spürten wir die Konditionierung der vergangenen Tage. Unsere Gehirne meldeten Bedarf an Fleisch, Frittiertem und Soßen. Was lag also näher als einen Fast-Food-Laden auszuwählen, der nicht Burger King oder McDonald’s hieß? Unsere Wahl fiel auf „Sunset Boulevard“ in Brunde. Mit den Erfahrungen der letzten Tage konnten wir hier vier von fünf Sternen vergeben, denn die zusätzlich georderte Remouladensoße war eher so lala.


Bei Rendsburg verließen wir die Autobahn endlich wieder und der Fahrzeugführer steuerte unser Tarnmobil in Richtung Glückstadt. Wir hatten uns aus diversen Gründen dazu entschlossen, keine weitere Nacht auf einem dänischen oder deutschen Campingplatz zu verbringen.


Da wir noch immer keine Eile zu was auch immer hatten, irritierte uns der 2,2 km vor dem Fähranleger beginnende Stau auch nicht. Nach und nach schoben wir uns mit allen anderen immer näher an das Ufer der Elbe. Als das hier obligatorische Schild „Fischbrötchen“ am Straßenrand auftauchte, gab es für den Kapitän kein Halten mehr. Ich war maximal verwirrt. Meint er das ernst? Hatte sich in den vergangenen Tagen ein weiterer Magen gebildet? Mir war noch immer der Sunset Boulevard äußerst präsent und Kadir hatte schon wieder Hunger? Er verbrannte im Sitzen natürlich sicher deutlich mehr Kalorien als ich, da er ja die Fahrzeugkontrolle hatte. Also alles gut.


Wehmütig dachten wir an Helsingborg und Helsingør als wir nach zwei Stunden und sieben Minuten an Bord der Fähre durften. Die 65 km von Wischhafen zum Hauptquartier des Militaria-Benz spulte sowohl eben dieser als auch die Besatzung routiniert ab. Um 19:42 Uhr Ortszeit stand Hulk nach 2743,5 km wieder am Ausgangspunkt dieser Reise.

Ich erhielt vom Kapitän umfassende Instruktionen bezüglich der nun anstehenden Maßnahmen. Da ich sowohl im Oktober 2024 als auch in den letzten neun Tagen immer aufmerksam zuhörte, fiel es mir relativ leicht, diesen Anweisungen zu folgen. Es gab nur wenig Kritik und an der ein oder anderen Stelle sogar Lob. Etwa als ich auf das Wasser unter den Gemüsefächern im Kühlschrank hinwies. Dreißig Minuten nach Ankunft war unsere Heimat der letzten Tage ausgeräumt, so dass wir das Willkommensgetränk genießen konnten.


Wir nahmen uns in die Arme und freuten uns über die wunderbare Zeit, die wir wieder miteinander hatten.


Gute Nacht, Geestland

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
10 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
EntspannendAbenteuerlich
  • Campingplatz mit Dusche und Wohnmobil
  • Sunset Boulevard in Brunde
  • Fährüberfahrt bei Wischhafen
  • Rückkehr nach Geestland
CampingmobilChipkarte für die DuschenBordcafé
RoadtripTransitEssenNatur
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Antworten (8)

Schwester Svor etwa 1 Jahr
Ich finde, die Season III könnte unter dem Motto „Kadir, Rosi und das Fliewatüüt“ starten. So seid ihr unabhängig von Staus und Wartezeiten an Fähren usw. … Dem Militaria-Benz würden ausfahrbare Tragflächen und Luftkissen bestimmt gut zu Gesicht stehen✌🏼

Tomvon I‘m taking a ride with my best friendvor etwa 1 Jahr
🫶🏼

vor etwa 1 Jahr
Wieder ein kurzweiliger Erlebnisbericht. Vielen Dank für die Mitfahrgelegenheit.

vor etwa 1 Jahr
Eine schöne Tour! +richtig schön geschrieben! Vielen Dank🖤

vor etwa 1 Jahr
Sehr schön und unterhaltsam 🤭😃

Tomvon I‘m taking a ride with my best friendvor etwa 1 Jahr
Danke. Ich schätze das sehr🙏🏼

Juttavor etwa 1 Jahr
Ich habe die Reise mit Eich sehr genossen, vielen Dank dafür

Stanvor etwa 1 Jahr
Das nächste Mal muss euer Gefährt dann aber auf seinen Fähigkeiten angemessem Untergrund bewegt werden. Bis auf ein paar Schotterpisten gab es doch keine Herausforderungen, oder habe ich nicht gründlich genug gelesen?

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